Kapazitätsaufbauprojekte

In zwei- oder dreijährigen Kapazitätsaufbauprojekten unterstützen europäische Hochschulen die Reform und Modernisierung von Hochschulen und Hochschulsystemen in mehr als 150 Partnerländern der Europäischen Union.

Was wird gefördert?

Kapazitätsaufbauprojekte unterstützen die Reform und Modernisierung von Hochschulen und Hochschulsystemen durch gemeinsame Projekte in folgenden Bereichen:

  • Lehrplanreform
  • Modernisierung der Hochschulverwaltung
  • Stärkung der Verbindung der Hochschulen mit der Gesellschaft

Budget

500.000 Euro bis eine Million Euro
Gefördert werden Personalkosten, Reisekosten, Aufenthaltskosten, Ausstattungskosten (nur für Hochschulen aus Partnerländern) sowie Untervertragskosten.

Zeitraum/Vertragsdauer

Zwei oder drei Jahre

Welche Länder können teilnehmen?

Teilnahmeberechtigt an Erasmus+ Kapazitätsaufbauprojekten sind alle Programmländer und Partnerländer in den Regionen 1 bis 4 und 6 bis 11. Hochschulen aus diesen Ländern können sowohl als Koordinator als auch als Partner teilnehmen.

Regionale Besonderheiten der Konsortiumsstruktur:

  • Lateinamerika: Teilnahme von mindestens zwei Partnerländer erforderlich
  • Syrien und Libyen: Hochschulen können nicht als Koordinator agieren
  • Russland: ein Projektantrag mit Russland braucht mindestens die Teilnahme eines weiteren Partnerlandes, Hochschulen aus Russland können nicht als Koordinator agieren
  • Ukraine: teilnehmen können nur Hochschulen, die durch das Ministerium für Bildung und Forschung in Kiew anerkannt sind
  • Iran: drei Hochschulen aus dem Iran unterliegen Sanktionen der EU und können nicht an Erasmus+ teilnehmen

Welche Projekte können gefördert werden?

Zwei Projektarten können beantragt werden:

  • Gemeinsame Projekte zielen auf die Reform und Modernisierung auf institutioneller Ebene der Hochschulen in den Partnerländern durch
    • die Entwicklung neuer oder Verbesserung bestehender Lehrpläne,
    • die Modernisierung von Hochschulverwaltung und -management und
    • den Aufbau von Verbindungen zwischen den Hochschulen und relevanten sozioökonomischen Akteuren außerhalb.
  • Strukturprojekte erzielen Wirkungen auf der Ebene nationaler Hochschulsysteme in den Partnerländern durch
    • die Modernisierung von Politiken, der Verwaltung und des Managements von Hochschulsystemen und
    • die Stärkung von Verbindungen zwischen Hochschulsystemen und ihrem sozioökonomischen Umfeld.

Die (Bildungs-)Ministerien der beteiligten Partnerländer müssen an den Strukturprojekten als Partner beteiligt sein.

Prioritäten
Für beide Projektkategorien (Gemeinsame Projekte und Strukturprojekte) werden abhängig von den Partnerländern nationale und/oder regionale Prioritäten definiert. Die Prioritäten decken drei Bereiche ab: Fachbereiche für Curriculumentwicklung, Hochschulmanagement und -steuerung, Verbindungen Hochschule-Gesellschaft.

Antragsteller müssen im Antrag darstellen, welche Prioritäten das geplante Projekt adressiert. Für den aktuellen Aufruf sind die geltenden Prioritäten auf der Website der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) veröffentlicht.

Wie erfolgt die Auswahl eines Projektes?

Die in Brüssel eingegangenen Vorschläge werden zunächst von der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) auf die formale Förderfähigkeit geprüft. Antragsteller, deren Vorschläge die formalen Förderkriterien nicht erfüllen, werden nach Abschluss dieser Prüfung von der EACEA schriftlich benachrichtigt. Die formal gültigen Anträge werden zwischen März und Mai des jeweiligen Jahres von jeweils zwei unabhängigen Gutachtern bewertet.

Zu den Vorschlägen mit den höchsten Bewertungen werden anschließend die EU-Delegationen in den jeweiligen Partnerländern, gegebenenfalls die Nationale Erasmus+ Büros (NEOs) sowie relevante nationale Behörden in den Partnerländern konsultiert. Die abschließende Entscheidung wird von der EACEA auf Basis der Empfehlungen des Evaluationsausschusses getroffen. Alle Antragsteller sollen von der EACEA im Juli/August des jeweiligen Jahres über die Ergebnisse informiert werden.

An wen wende ich mich, wenn ich Fragen habe?

Lassen Sie sich bei Fragen gerne von uns beraten. Hierzu senden Sie bitte eine E-Mail an capacitybuilding@daad.de.