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Kapazitätsaufbauprojekte im Hochschulbereich

Zwei Hochschulmitarbeitende erarbeiten an einer Tafel ein Konzept für ein Erasmus+ Kapazitätsaufbauprojekt ihrer Hochschule.
Jan von Allwörden/DAAD
Die EU-Kommission hat ein Korrigendum zum Erasmus+ Programmleitfaden veröffentlicht. Dieser enthält einen wichtigen Hinweis für die Antragstellung 2022:
Private und öffentliche Organisationen aus EU-Mitgliedstaaten und aus mit dem Programm assoziierten Staaten können neben Hochschulen an Kapazitätsaufbauprojekten im Hochschulbereich teilnehmen. In der ersten Version des Programmleitfadens waren nur öffentliche und private Organisationen aus förderfähigen nicht-assoziierten Drittländern als teilnahmeberechtigt benannt.
Details dazu finden Sie im Korrigendum und in der Version 2 des Erasmus+ Programmleitfadens.

In zwei-, drei- oder vierjährigen Kapazitätsaufbauprojekten unterstützen europäische Hochschulen die Reform und Modernisierung von Hochschulen und Hochschulsystemen in mehr als 150 Drittländern weltweit.

Was wird gefördert?

Kapazitätsaufbauprojekte unterstützen die Relevanz, Qualität, Modernisierung und Reaktionsfähigkeit der Hochschulbildung von Hochschulen und Hochschulsystemen in nicht am Programm assoziierten Drittländern im Hinblick auf sozioökonomischen Aufschwung, Wachstum und Wohlstand durch gemeinsame Projekte in folgenden Bereichen:

  • Modernisierung der Hochschulverwaltung und des Managements
  • Förderung von Innovation und Stärkung der Verbindung der Hochschulen mit der Gesellschaft
  • Qualität und Relevanz der Bildung
  • Inklusion
  • Strukturreformen

Welche Projekte können gefördert werden?

Die Förderlinie unterteilt sich in drei Projektstränge.

Strang 1: Diese Projekte fördern Kooperationsprojekte mit weniger erfahrenen Hochschulen und Newcomern aus Drittstaaten mit dem Ziel

  • das Hochschulmanagement und die -verwaltung zu verbessern
  • die Qualität und Relevanz der Lehre zu sichern und
  • den Zugang zur Hochschulbildung für Personen mit geringeren Möglichkeiten zu erhöhen

Strang 2: Diese größer angelegten Projekte fördern durch peer learning und den Austausch von Erfahrung und Guter Praxis

  • Innovation in der Hochschulbildung, um ihre Relevanz für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu erhöhen sowie
  • Reformen in den Hochschuleinrichtungen, damit diese zu Katalysatoren der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung werden

Strang 3: In Strukturreformprojekten werden die Entwicklung von kohärenten und nachhaltigen Hochschulsystemen in Drittländern unterstützt durch

  • Politikdialog und Austausch zwischen maßgeblichen nationalen Behörden (u.a. Beteiligung von Bildungsministerien)
  • Einführung von Instrumenten zur Qualitätssicherung, Akkreditierung, Anerkennung etc.
  • Internationalisierung

Budget

Strang 1: 200.000-400.000 Euro
Strang 2: 400.000-800.000 Euro
Strang 3: 800.000-1 Mio. Euro

Gefördert werden Personalkosten, Reisekosten, Aufenthaltskosten, Ausstattungskosten (nur für Hochschulen aus nicht mit dem Erasmus+ Programm assoziierten Drittländern), Untervertragskosten sowie andere anfallende Kosten (z.B. für Verbreitung, Druck oder Übersetzung).

Zeitraum/Vertragsdauer

Strang 1: zwei oder drei Jahre
Strang 2: zwei oder drei Jahre
Strang 3: drei oder vier Jahre

Welche Länder können teilnehmen?

Teilnahmeberechtigt an Erasmus+ Kapazitätsaufbauprojekten sind alle EU-Mitgliedstaaten und dem Erasmus+ Programm assoziierte sowie nicht assoziierte Länder in den Regionen 1-11, mit Ausnahme der Hocheinkommensländer in den Regionen 5, 7 und 8 (siehe Programmleitfaden, Abschnitt „förderfähige Länder“ ).

Hochschulen aus diesen Ländern können sowohl als Koordinator als auch als Partner teilnehmen.

Regionale Besonderheiten der Konsortiumsstruktur:

  • Weißrussland: Institutionen aus Weißrussland können nicht an den Kapazitätsaufbauprojekten teilnehmen.
  • Westlicher Balkan (Region 1): Für Projekte in Strand 1 + 2 ist die Teilnahme von mindestens zwei Ländern aus der Region erforderlich.
  • Russland: Ein Projektantrag mit Russland braucht mindestens die Teilnahme eines weiteren nicht mit dem Programm assoziierten Drittlandes. Hochschulen aus Russland können nicht als Koordinator agieren.
  • Lateinamerika (Region 10) und Karibik (Region 11): Für Projekte in Strand 1 + 2 ist die Teilnahme von mindestens zwei Ländern aus der Region erforderlich
  • Syrien: Institutionen können nicht an Projekten in Strand 3 teilnehmen. Hochschulen können nicht als Koordinator agieren.

Bestimmte Hochschulen und Organisationen in Drittländern unterliegen EU-Sanktionen und dürfen keine Fördermittel erhalten. Auf der Seite der "Consolidated list of sanctions" der EU sind die Hochschulen und Organisationen aufgeführt, die finanziellen Sanktionen durch die EU unterliegen. Sollten Sie eine Kooperation mit einer der dort aufgelisteten Hochschulen und/oder Organisationen planen, halten Sie bitte unbedingt Rücksprache mit der NA DAAD.

Strukturreformprojekte (Strang 3): Die (Bildungs-)Ministerien der beteiligten nicht mit dem Programm assoziierten Drittländer müssen an den Strukturprojekten als Partner beteiligt sein.

Prioritäten

Für die beiden Projektstränge 1 + 2 werden regionale Prioritäten definiert. Antragstellende Einrichtungen müssen im Antrag darstellen, welche Prioritäten das geplante Projekt adressiert. Die geltenden Prioritäten werden im Funding and Tender Opportunities Portal (FTOP) veröffentlicht. 

Wie erfolgt die Auswahl eines Projektes?

Die in Brüssel eingegangenen Vorschläge werden zunächst von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) auf die formale Förderfähigkeit geprüft. Antragstellende Einrichtungen, deren Vorschläge die formalen Förderkriterien nicht erfüllen, werden nach Abschluss dieser Prüfung von der EACEA schriftlich benachrichtigt. Die formal gültigen Anträge werden zwischen März und Mai des jeweiligen Jahres von unabhängigen Gutachtern bewertet.

Zu den Bewertungen werden anschließend die EU-Delegationen in den jeweiligen Drittländern konsultiert. Die abschließende Entscheidung wird von der EACEA auf Basis der Empfehlungen des Evaluationsausschusses getroffen. Alle Antragsteller werden von der EACEA im Juli/August des jeweiligen Jahres über die Ergebnisse informiert.

An wen wende ich mich, wenn ich Fragen habe?

Lassen Sie sich bei Fragen gerne von uns beraten. Hierzu senden Sie uns bitte eine E-Mail.

Kontakt

Foto von Yvonne Schnocks

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