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FAQ neue Programmgeneration 2021-2027 – Leitaktion 1 (Mobilität von Einzelpersonen KA131)

Ein-(Blick) in die Zukunft

Diese allgemeinen Fragen und Antworten werden wir sukzessiv anpassen, um Sie als Hochschulen auf dem Weg zur neuen Programmgeneration bestmöglich zu informieren.

Die hier abgebildeten vorläufigen Informationen stammen aus dem Entwurf des Programme Guide 2021 für die Förderlinie KA131 (Mobilität von Einzelpersonen) und sind daher nur unter Vorbehalt zu verstehen. Die Förderlinie KA107 wird in der neuen Programmgeneration voraussichtlich mit dem Aufruf für 2022 beantragbar sein. Details zu dieser Förderlinie liegen uns noch nicht vor.

Neben dem bereits bekannten Schwerpunkt der Anerkennung von Studienleistungen stellt die neue Erasmus+ Programmgeneration 2021-2027 als horizontale Themen die Punkte Digitalisierung, Green Erasmus, Inklusion und Civic Engagement in den Fokus des Programms. Hier eine kurze Zusammenfassung der Inhalte dieser Kernthemen:

Neue Programmgeneration

Um den Digitalisierungsprozess des Erasmus+ Programms weiter voranzutreiben, haben sich Projektträger mit der Unterzeichnung der ECHE (Erasmus Charter for Higher Education) dazu verpflichtet, Maßnahmen einzuführen, um die Mindestanforderungen für das digitale Mobilitätsmanagement rechtzeitig umzusetzen.

Für Hochschulen bedeutet dies eine aktive Auseinandersetzung mit den betreffenden Prozessen sowie den Initiativen des Programms. Alle relevanten Informationen von der European Student Card Initiative bis zu Erasmus without Paper und der zeitlichen Einführung finden Sie hier.

Mit der Verabschiedung des European Green Deals steht fest, dass alle EU-Maßnahmen und Strategien zur Verwirklichung des Green Deals beitragen müssen. Damit die Ziele des Green Deals (nachhaltiges und integratives Wachstum, Klimaneutralität bis 2050, die Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und der Ziele für nachhaltige Entwicklung) erreicht werden können, bedarf es eines entsprechenden Einstellungswandels und der dazugehörigen Bildung und Sensibilisierung für Ressourcenverwendung.

Für die am Erasmus+ Programm teilnehmenden Hochschulen bedeutet dies, dass sie neben der Bewerbung und Unterstützung umweltfreundlicher Maßnahmen, auch selbst Maßnahmen einführen, um die negativen Auswirkungen der Mobilität auf die Umwelt zu verringern. Die Europäische Kommission unterstützt umweltfreundliches „grünes“ Reisen im Erasmus+ Programm daher mit finanziellen Zuschüssen aus Programmmitteln.

Damit ein gleichberechtigter und gerechter Zugang zum Programm und gleiche Chancen für Teilnehmende aus allen Bereichen gewährleistet wird, sind Hochschulen angehalten, Teilnehmende mit potenziellen Hürden (Behinderungen und gesundheitlichen Problemen, kulturelle Unterschiede, Qualität der Schul- und Ausbildungssysteme, soziale Hürden, ökonomischen Hürden, Diskriminierung, geografische Hürden) bestmöglich zu unterstützen. Eine Eingrenzung dieser Gruppe auf nationaler Ebene wird derzeit erarbeitet. Die zukünftig darunter gefasste Teilnehmergruppe soll durch finanzielle Zuschüsse aus Programmmitteln bei Ihrem Vorhaben unterstützt werden.

Um die demokratische Teilhabe und das bürgerschaftliche Engagement in der Zivilgesellschaft zu stärken, sind Hochschulen aufgefordert, Aktivitäten zu fördern und zu organisieren, die es Studierenden ermöglichen, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren und sich aktiv an ihrer lokalen Gesellschaft zu beteiligen. Derzeit sind hierzu für die Mobilität von Einzelpersonen jedoch noch keine konkreten Maßnahmen oder Fördermöglichkeiten seitens der Europäischen Kommission veröffentlicht worden.

In der Empfehlung des Rates zur automatischen gegenseitigen Anerkennung wird den Mitgliedstaaten empfohlen, bis 2025 die erforderlichen Schritte einzuleiten, um „eine automatische gegenseitige Anerkennung“ zu erreichen, ohne ein gesondertes Anerkennungsverfahren durchlaufen zu müssen.

Nach voriger Vereinbarung im Learning Agreement und im Transcript of Records soll Geförderten gemäß European Credit Transfer eine vollständige Anerkennung ihrer Leistungen ermöglicht werden. Das digitale Learning Agreement, welches ab dem Call 2021 genutzt werden soll und vorrausichtlich bereits ab Januar 2021 einsatzfähig ist, wird den Prozess der automatischen Anerkennung unterstützen.

1. Welche Aktivitäten wird es in der neuen Programmgeneration in der Förderlinie KA131 geben und zu welchen Bedingungen?

Wie bereits angekündigt nimmt die neue Programmgeneration eher eine evolutionäre als revolutionäre Form an.
Die bekannten Aktivitäten (Studierendenmobilität zu Studienzwecken, Studierendenmobilität zu Praktikumszwecken, Personalmobilität zu Fort- und Weiterbildungszwecken wie auch die Personalmobilität zu Lehrzwecken) bleiben daher weitestgehend in Ihrer bekannten Ausgestaltung erhalten. Dabei wird die Mindestförderdauer der Studierendenmobilität voraussichtlich auf 2 Monate gesenkt.

Die Höhe der monatlichen Förderung orientiert sich weiterhin an Ländergruppen, die durch die EU-Kommission vorgegeben werden. Die monatliche Förderung in diesen Ländergruppen wird innerhalb eines vorgegebenen Rahmens dann auf nationaler Ebene in Abstimmung mit dem BMBF festgelegt und bekannt gegeben werden. Voraussichtlich werden die Fördersätze aus den Calls 2019 und 2020 für den Call 2021 fortgeschrieben.

Die Höhe der monatlichen Förderung orientiert sich weiterhin an Ländergruppen, die durch die EU-Kommission vorgegeben werden. Die monatliche Förderung in diesen Ländergruppen wird innerhalb eines vorgegebenen Rahmens dann auf nationaler Ebene in Abstimmung mit dem BMBF festgelegt und bekannt gegeben werden. Voraussichtlich werden die Fördersätze aus den Calls 2019 und 2020 für den Call 2021 fortgeschrieben.

Die Mobilität von Doktoranden kann sowohl in Studierendenmobilität zu Studienzwecken als auch Studierendenmobilität zu Praktikumszwecken gefördert werden. Doktorandenmobilität kann sowohl klassisch, 2-12 Monate physisch, wie auch als short term, 5-30 Tage physisch oder im blended Format, 5-30 Tage physisch kombiniert mit einer virtuellen Komponente durchgeführt werden.

Neu hingegen ist, dass Studierendenmobilitäten zukünftig auch im Blended Format durchgeführt werden können. Durch die Erfahrungen der letzten Monate ist die virtuelle Ausgestaltung und Umsetzung des Programms den meisten Hochschulen vermutlich nicht mehr völlig fremd.
Für Studierende, die nicht in der Lage sind, an einer regulären physischen Mobilität teilnehmen zu können, besteht die Möglichkeit, eine kürzere physische Mobilität mit einer virtuellen Komponente zu kombinieren. Ziel ist es, Geförderten flexibles und innovatives Lernen und Lehren zu ermöglichen. Gemeinschaftliches online Lernen, Austausch und Teamwork sollen im Rahmen gemeinsamer Projekte und/oder online Kursen gefördert werden.  In diesem Fall beträgt die physische Mobilität zwischen 5 und 30 Tagen und wird mit einer obligatorischen virtuellen Komponente, die den kollaborativen Online-Lernaustausch und die Teamarbeit unterstützen, kombiniert.
Für Mobilitäten, die im Blended-Format durchgeführt werden, sollten Geförderte mindestens 3 ECTS-Credits erhalten.

Eine weitere Neuerung des nächsten Aufrufes stellen die Blended-Intensive-Programmes (BIP) dar.

Die Entwicklung kurzer, intensiver und gemeinsamer Mobilitätscurricula und
-Aktivitäten soll Studierenden (SM) und Hochschulmitarbeitern (ST) die Möglichkeit bieten, an einer kurzen physischen Gruppenmobilität (5-30 Tage) kombiniert mit virtueller Phase nicht definierter Dauer teilzunehmen.

Für die konzeptionelle Ausarbeitung bedarf es dafür mindestens 3 Hochschulen aus 3 unterschiedlichen Programmländern. Weitere Hochschulen oder Organisationen aus Programm- oder Partnerländern können optional an einem BIP teilnehmen.

An einem Blended-Intensive-Programme sollen mindestens 15 Teilnehmende partizipieren. Geförderte Studierende sollten dabei mindestens 3 ECTS für die Teilnahme erzielen können.

Um zum einen Hochschuleinrichtungen zu helfen, langfristig nachhaltige Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen auf- und auszubauen und zum anderen Studierenden und Mitarbeitenden mehr Möglichkeiten zu bieten, zukunftsorientierte und relevante Fähigkeiten zu erwerben, können Mobilitäten in der Leitaktion KA131 sowohl zwischen Programmländern als auch zwischen Partnerländern stattfinden.
Dafür wird zukünftig ein gewisser Prozentsatz der Mobilitätsmittel aus der KA131 für die Mobilität zwischen Programm- und Partnerländern zur Verfügung stehen. Der Fokus wird dabei auf Outgoing-Mobilitäten liegen. Das Budget für die Incoming-Mobilitäten wird daher, innerhalb des bereits gedeckelten Budgets für internationale Mobilität, begrenzt werden. Die notwendigen Bedingungen, um in der KA131 internationale Mobilitäten durchzuführen, sowie die prozentualen Deckelungen, werden noch bekannt gegeben.

Studierendenmobilität (2-12 Monate pro Studienzyklus)
*Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden Angaben unter Vorbehalt zu betrachten sind. Die Höhe wird auf nationaler Ebene in Abstimmung mit dem BMBF abgestimmt und bekannt gegeben werden.

Mobilitätsrichtung

Wieviel?*

SM outgoing

700 EUR / Monat

SM incoming

850 EUR / Monat


Personalmobilität (2-60 Tage)

Zielland

Wieviel?*

Partnerländer

Eine Auflistung der förderfähigen Länder wird noch veröffentlicht

180 EUR / Tag


Reisekosten für Studierende und Personal:

Wer?

Distanz

Wie viel?*

Wie viel für grünes Reisen? *

SM (inkl. Graduierten) und ST

10 and 99 KM

30 EUR

-

100 and 499 KM

180 EUR

198 EUR

500 and 1999 KM

275 EUR

302 EUR

2000 and 2999 KM

360 EUR

396 EUR

3000 and 3999 KM

530 EUR

583 EUR

4000 and 7999 KM

820 EUR

-

8000 KM oder mehr

1500 EUR

-

* Higher education institutions may opt out of providing travel support for all other students and recent graduates on mobility between Programme and Partner Countries

2. Welche Organisatorische Unterstützung gibt es für Hochschulen?

Die Pauschale für die Organisatorische Unterstützung (OS-Mittel) bleibt bestehen und wird voraussichtlich für die ersten 100 Mobilitäten um 50 EUR auf 400 EUR (ab dem 100sten Teilnehmer weiterhin 200 EUR) je Mobilität angehoben.

Im Falle der Blended-Intensive-Programmes beträgt die Höhe der OS-Mittel, die die Hochschule pro TeilnehmerIn erhält, 500 EUR. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 15 Teilnehmende. Die maximale Höhe der organisatorischen Unterstützung ist auf 10.000 EUR begrenzt.

Zusätzliche organisatorische Mittel erhalten die Hochschulen ebenfalls für Inclusion Support, sprich für die Anzahl der Teilnehmenden mit fewer opportunities, welche von der Unterstützung durch Realkosten der inclusion support category Gebrauch machen.

3. Welche Top-ups wird es in der neuen Programmgeneration für Studierende geben?

Das Top-up für Praktikanten, für Mobilitäten in Programmländer wird vorrausichtlich weiterhin 105 € betragen.

Neben diesem wird es in der Studierendenmobilität voraussichtlich folgende Top-up Möglichkeiten geben:

Top-up for individual support:
Für Teilnehmende mit fewer opportunities (Studierende und Graduierte) in der Mobilität mit Programmländern sowie der Mobilität zwischen Programm- und Partnerländern.
Zudem wird es für Teilnehmende mit einer Behinderung weiterhin die Möglichkeit geben im Rahmen eines Langantrags 100% der förderfähigen Kosten (inkl. Kosten für Begleitpersonen) für Teilnehmende mit besonderen Bedürfnissen (special needs) zu beantragen.

Neu: Diese beiden Top-ups (Praktikanten/ fewer opportunities) sind kombinierbar.

Top-up for Green Travel:
Für grünes Reisen bei der Mobilität mit Programmländern (Studierendenmobilität und Graduierte)
Dies erfolgt in der Mobilität mit Programmländern zum einen in Form eines einmaligen Top-ups für die Studierendenmobilität (SM) von voraussichtlich 100 EUR und einer erhöhten Reisekostenpauschale für Personalmobilitäten (ST) in der Förderlinie KA131. Darüber hinaus können Studierende, die der Teilnehmergruppe „fewer opportunities“ (Definition gemäß dem Entwurf des Programme Guides 2021: A person with fewer opportunities is a potential participant whose personal, physical, mental or health-related condition is such that his/her participation in the project / mobility action would not be possible without extra financial or other support) zugeordnet werden, in KA131 erhöhte Reisekosten für „grünes“ Reisen erhalten.

*Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden Angaben unter Vorbehalt zu betrachten sind. Die Höhe wird auf nationaler Ebene in Abstimmung mit dem BMBF festgelegt. Die Höhe der Top-ups wurde noch nicht festgelegt. Sobald dies erfolgt, werden die finalen Beträge bekannt gegeben.
 

Wer? Was? Förderlinie Wieviel?*
SM (und Graduierte): TN fewer opportunities Fewer opportunites on top of individual support
  • Mobilität zwischen Programmländern
  • Mobilität zwischen Programm- und Partnerländern
Long term: 150-250 EUR / Monat
Short term: 100 bzw. 150 EUR einmalig
SMP (auch Graduierte) Top up for traineeship
  • Mobilität zwischen Programmländern
100-200 EUR / Monat
SM (auch Graduierte Top up for green travel
  • Mobilität zwischen Programmländern
100 EUR einmalig

4. Wen sollten Erasmus+ KoordinatorInnen über die geplanten Neuerungen des Programms informieren?

Neben der Zielgruppenansprache und der damit im Zusammenhang stehenden Bewerbung des Programms mit allen darin enthaltenen Neuerungen, ist die interne Kommunikation mit der Hochschulleitung und den FachbereichskoordinatorInnen dringend empfohlen, um die digitalen Komponenten (Digitalisierung des Programmmanagements und die Einführung von blended-Formaten, insbesondere der Blended-Intensive-Programmes) zielführend zu begleiten.

Um Erasmus+ KoordinatorInnen bei der Implementierung der neuen Programmgeneration zu unterstützen, hat der Direktor der NA DAAD, Herr Dr. Geifes, jeweils ein unterzeichnetes Schreiben an alle KanzlerInnen der am Erasmus+ Programm teilnehmenden Hochschulen gerichtet, um über die Umstellung auf die digitale Programmadministration zu informieren und um Unterstützung seitens der Hochschulleitung zu bitten.

Sollte Ihre Hochschule planen Blended-Intensive-Programmes anzubieten, ist zudem eine intensive Abstimmung mit den möglichen Partnern und den involvierten Fachbereichen für die konzeptionelle Ausgestaltung notwendig.

Darüber hinaus sollten Sie frühzeitig mit Ihren Partnern in Partnerländern bezüglich aller Neuerungen und Möglichkeiten in den Dialog gehen.

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