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Studierendenbefragung 2021

Auslandsstudium in Zeiten von Corona

Erfahrungen mit physischen und virtuellen Studienaufenthalten und der Anerkennung von Studienleistungen

Die jüngste DAAD-Befragung auslandsmobiler Studierender deutscher Hochschulen fand 2021 unter den besonderen Bedingungen der weltweiten Coronapandemie statt, die sich seit dem Frühjahr 2020 auf nahezu alle Hochschulen der Welt wie auch die internationale Studierendenmobilität spürbar auswirkte. Grenzen wurden vorübergehend geschlossen, Einreisebeschränkungen in vielen Ländern erlassen und der Präsenzbetrieb auf virtuelle Lehrformate umgestellt.

Bei Ausbruch der Pandemie im Ausland befindliche Studierende standen im SoSe 2020 vielfach vor der Wahl, im Gastland zu verblieben und dort virtuell weiter zu studieren, ihr Gastland zu verlassen und ihren Aufenthalt entweder abzubrechen oder von zu Hause aus virtuell weiter fortzuführen.

Wofür sich Studierende entschieden, hing neben der Pandemielage auch von den Fördermodalitäten ab. Für die am zahlreichsten an dieser Umfrage beteiligten Studierenden sind dies das Erasmus+ und das PROMOS-Programm. Beide Programme boten seit dem SoSe 2020 Studierenden die Möglichkeit eines hybriden Studienaufenthalts. Das heißt, dass sie die Option hatten, nach ihrer vorzeitigen Rückkehr den Auslandsaufenthalt vom Heimatland aus digital abzuschließen.

Ausreisewillige Studierende deutscher Hochschulen der folgenden Semester standen vor der Alternative, ihren geplanten Auslandsaufenthalt im Heimatland digital zur beginnen und später im Gastland in Präsenz, hybrid oder rein digital fortzusetzen. Bei Ausreise setzte dann im Erasmus+ Programm auch die Mobilitätsbeihilfenförderung ein. Eine weitere Möglichkeit bestand darin, rein digital Erasmus ohne Stipendium von zu Hause aus zu absolvieren. Ähnliche Regelungen eines hybriden Studienaufenthalts mit digitalem Beginn von zu Hause aus und einem späteren physischen Aufenthalt an der ausländischen Gasthochschule gab es im WiSe 2020/2021 auch im Rahmen des PROMOS-Programms. Hier bestand die Möglichkeit einer Förderung sowohl der digitalen Anfangs- als auch der physischen Auslandsphase. Die Förderung rein virtueller Aufenthalte unter drei Monaten war im PROMOS-Programm ebenso möglich. Andere Studierende sahen sich gezwungen, ihren Auslandsaufenthalt entweder zu verschieben oder (etwa wegen des bevorstehenden Studienabschlusses) gänzlich abzusagen.

Für manche Studierende stellten die hybriden und virtuellen Aufenthaltsformate eine Notlösung dar, die ursprünglich physisch geplanten internationalen Mobilitätsabsichten doch noch zu verwirklichen, wenn auch in einem differierenden Format. Für andere wiederum waren sie eine willkommene Gelegenheit, zeit- und geldsparend und vor Corona geschützt internationale Erfahrungen in den eigenen vier Wänden zu sammeln.

Die Pandemie stellte Hochschulen und Studierende nicht nur vor neue Herausforderungen, sondern sie bot auch die Gelegenheit, in größerem Umfang neue digitale Lehr- und Mobilitätsformen umzusetzen. In der 2021 durchgeführten Umfrage des DAAD sollte daher das Mobilitätsverhalten Studierender deutscher Hochschulen während der drei ersten „Coronasemester“ (SoSe 2020, WiSe 2021 und SoSe 2021) näher betrachtet werden. Einen besonderen Stellenwert nehmen hierbei neben der nach wie vor dominierenden physischen Auslandsmobilität die hybriden und die virtuellen Mobilitätsformen ein. Neben der quantitativen Feststellung ihrer Nutzung interessieren auch die Umstände, die die Studierenden zu ihrer Wahl der neuen Mobilitätsformen bewegt haben, sowie ihre Einschätzungen und die Zufriedenheit mit diesen neuen Erfahrungen. Von Interesse sind in diesem Zusammenhang auch die Veränderungen, die die Mobilitätsmuster und ihre Bewertung in den ersten drei Pandemiesemestern durchlaufen haben.

Wie in den sieben vorangegangenen Studierendenbefragungen bildet darüber hinaus die Anerkennung der an den ausländischen Gasthochschulen erbrachten Studienleistungen einen weiteren zentralen Untersuchungsschwerpunkt. Auch hierbei stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß sich die besonderen Umstände auf die Höhe der Anerkennung auswirkten. Für die Gesamtbeurteilung der absolvierten Studienaufenthalte spielt dieser Aspekt ebenfalls eine zentrale Rolle.

Die Umfrageergebnisse stellen eine Momentaufnahme der Erprobung neuer Mobilitätsformen dar und können als Beitrag zur Weiterentwicklung internationaler Studierendenmobilität gesehen werden. Hierbei geht es um den künftigen Stellenwert, den hybride und virtuelle Mobilitätsformen nicht zuletzt mit Blick auf die Themen Inklusion, soziale Teilhabe und Nachhaltigkeit einnehmen können.

Factsheet zur Studierendenbefragung 2021

  • 1. Allgemeine Angaben

    An der Befragung nahmen knapp 3.300 Studierende teil, davon etwas mehr Studierende von Universitäten und Master-Studierende als es ihrem jeweiligen Anteil an der auslandsmobilen Gesamtstudierendenschaft entspricht.

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  • 2. Art des Studienaufenthalts

    Infolge der weltweiten Coronapandemie wurden Studienaufenthalte nicht mehr nur als physische, sondern erstmals in größerem Umfang auch als hybride und virtuelle Auslandsmobilität durchgeführt.

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  • 3. Lehrveranstaltungen sowie Freizeit- und Betreuungsangebote

    Ein Großteil der Lehrveranstaltungen der Gasthochschulen verlief infolge der Coronapandemie virtuell oder hybrid. Auch Freizeit- und Betreuungsangebote verliefen zum Teil digital.

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  • 4. Anerkennung von Studienleistungen

    Trotz der Umstellung auf virtuelle Lehr- und Prüfungsformate wurde bei einem Großteil der Studierenden ein hoher Anteil erreichter ECTS-Kreditpunkte anerkannt.

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  • 5. Gesamteinschätzung des Auslandsaufenthalts

    Trotz schwieriger Umstände und neuer Lehr- und Mobilitätsformen fällt das Gesamturteil über die gemachten Auslandserfahrungen positiv aus.

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  • Frau mit Laptop

    6. Fazit

    Die virtuelle Lehre trifft bei vielen Studierenden auf Zustimmung. Die neuen Formen (teil-)virtueller Auslandsmobilität scheinen sich für bestimmte Lebens- und Studiensituationen gut zu eignen

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