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Hinweise zum Brexit – Erasmus+ und das Vereinigte Königreich

Oliver Reetz/DAAD

In den Bedingungen des Ausstiegsabkommens vom 31. Januar 2020 ist festgelegt, dass das Vereinigte Königreich weiterhin an der laufenden Erasmus+ Programmgeneration (2014-2020) teilnehmen wird.

Da das Abkommen wie erwartet ratifiziert wurde, gilt eine Übergangsregelung, die besagt, dass bis zum Ende der aktuellen Programmgeneration, also einschließlich Aufruf 2020, keine Änderungen erfolgen. Dies gilt für alle Projekte, die im Jahr 2020 bewilligt werden – einschließlich ihrer Laufzeiten.
Mobilitätsprojekte zum Beispiel, die im Jahr 2020 bewilligt werden, haben eine Laufzeit bis 31. März 2023 und fallen damit unter die Regeln des derzeitigen Erasmus+ Programms.
Kooperationsprojekte in den Förderlinien der Leitaktionen 2 und 3 sowie Erasmus Mundus und Jean Monnet-Aktivitäten, die im Jahr 2020 bewilligt werden, sind ebenfalls über die gesamte Projektdauer von zwei bis drei Jahren förderfähig.

Das bedeutet konkret für den Aufruf 2020, dass britische ECHE-Hochschulen in den Projekten noch mit dabei sind. Studierendenmobilität nach UK kann in diesen Projekten bis 31.3.2023 stattfinden. Das ist auch nachzulesen auf der Seite des British Council, der Nationalen Agentur für Erasmus+ in Großbritannien:

„This does not affect the UK’s participation in the current (2014-2020) programmes. Under the Withdrawal Agreement negotiated with the EU, the UK will continue to participate fully in the current (2014-2020) Erasmus+ and ESC programmes. This means that the projects successfully bid for during the current programmes will continue to receive EU funding for the full duration of the project, including those where funding runs beyond 2020 and the end of the transition period.”

Falls Ihre Partnerhochschulen in Großbritannien andere Informationen haben, verweisen Sie bitte auf diese Webseite und informieren Sie uns als NA ebenfalls per E-Mail.
Eine Unsicherheit für einen Erasmus-Aufenthalt, der 2020 angetreten wird und im Jahr 2021 andauert, besteht aktuell lediglich in der ungeklärten Aufenthaltsregelung, die ab 1. Januar 2021 gelten soll.

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Für den Aufruf 2020 stellt die Europäische Kommission Fördergelder für Mobilitätsprojekte zur Verfügung, die von den Hochschulen bei der NA DAAD beantragt werden können und eine Laufzeit bis maximal 31. März 2023 haben. Die bewilligten Mobilitäten werden wiederum von den Hochschulen ausgeschrieben. Studierende und Hochschulmitarbeiter können somit bis zum Ende dieer Laufzeit ihren Auslandsaufenthalt in Großbritannien antreten. Die Bewerbungsfristen für Erasmus+ sind bei der jeweiligen Hochschule zu erfragen. Die ab 1.1.2021 geltende Aufenthaltsregelung ist noch in Klärung.

Neue Programmgeneration ab 2021

Wie sich die Teilnahme des Vereinigten Königreiches an der neuen Programmgeneration von Erasmus+ (2021-2027) gestaltet und wie ab Ende 2020 das Aufenthaltsrecht für Studierende und Hochschulmitarbeiter in Großbritannien geregelt wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

Es ist jedoch klar, dass die Zeit bis Ende des Jahres genutzt werden muss, um verbindliche Regelungen bei den Themen Studiengebühren, Visa und Aufenthaltsrechte sowie mit Blick auf die zukünftige Beteiligung des Vereinigten Königreichs an Erasmus+ und anderen EU-Programmen zu erstellen. Das meint auch der DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Nur so könne man die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit und die guten Zahlen im akademischen Austausch mit Großbritannien erhalten. Das sieht auch die NA DAAD so, die sich daher gemeinsam mit anderen Partnern bei der EU-Kommission verstärkt für eine rasche Erarbeitung der benötigten Regelungen und Verträge einsetzt.

Über den aktuellen Stand halten wir Sie hier auf dem Laufenden.


09.01.2020: Die Abgeordneten im Britischen Unterhaus haben mit 344 zu 254 Stimmen gegen die erneute Verlesung des neuen Paragraphen 10 gestimmt. Diese neue Klausel hätte die Regierung verpflichtet, sich um die Aushandlung einer weiteren Vollmitgliedschaft im Rahmen des Bildungs- und Jugendprogramms Erasmus+ der EU zu bemühen.n.
Tweet des britischen House of Commons

20.12.2019: Das britische Unterhaus hat für das Austritts-Abkommen zum Brexit gestimmt. Bevor das Austrittsabkommen in Kraft treten kann, muss es von der EU und dem Vereinigten Königreich ratifiziert werden. Auf Seiten der EU muss der Rat der Europäischen Union die Unterzeichnung des Austrittsabkommens genehmigen, bevor es dem Europäischen Parlament zur Zustimmung übermittelt wird. Das Vereinigte Königreich muss das Abkommen im Einklang mit den eigenen verfassungsrechtlichen Vorschriften ratifizieren.

29.10.2019: Die EU-Staaten haben einem Brexit-Aufschub bis Ende Januar zugestimmt. Es handelt sich um eine flexible Verlängerung, bei der Großbritannien bei einer Ratifizierung des mit der EU ausgehandelten Austrittsabkommens auch früher austreten könnte.
Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union

28.05.2019: Der britische Staatsminister für Universitäten, Wissenschaft, Forschung und Innovation Chris Skidmore hat kürzlich bekanntgegeben, dass Studierende aus der Europäischen Union, die 2020/2021 ein Studium in Großbritannien aufnehmen, weiterhin die gleichen Studiengebühren zahlen wie Einheimische. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass es auch in Zukunft eine Regelung für Programme wie Erasmus+ geben wird.auch in Zukunft eine Regelung für Programme wie Erasmus+ geben wird. Beitrag auf gov.uk

31.01.2019 Auf ihrer Website hat die Europäische Kommission eine Pressmitteilung und einige FAQs zusammengestellt, in denen sie weitere Informationen zu den Bestimmungen der o. g. Vorschläge und die entsprechenden Rechtstexte dazu aufführt.
Pressemitteilung
FAQ

Bitte informieren Sie sich auch weiterhin über die häufigen Fragen der Europäischen Kommission zum Brexit (s. auch unter "Weiterführende Informationen").

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