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Hinweise zum Brexit – Erasmus+ und das Vereinigte Königreich

Oliver Reetz/DAAD

Stand 04.01.2021: In den Bedingungen des Ausstiegsabkommens vom 31. Januar 2020 wurde festgelegt, dass das Vereinigte Königreich noch an der auslaufenden Erasmus+ Programmgeneration (2014-2020) teilnehmen wird. Der neue Partnerschaftsvertrag sieht für die kommende Programmgeneration (2021-2027) keine weitere Teilnahme an Erasmus+ vor.

Nach knapp einjährigen Verhandlungen wurde ein Partnerschaftsvertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelt, der am 01. Januar 2021 vorläufig in Kraft getreten ist. Eine Ratifizierung dieses Abkommens durch das Europäische Parlament steht noch aus.

Fest steht, dass das Vereinigte Königreich nicht an der neuen Programmgeneration (2021-2027) von Erasmus+ teilnehmen wird. Von britischer Seite ist nun geplant, ein eigenes Förderprogramm für britische Studierende zu schaffen, das nach Alan Turing benannt werden soll. Die Maßnahmen der Erasmus+ Programmgeneration 2014-2020 können weiterhin gefördert werden.

So gilt eine Regelung, die besagt, dass bis zum Ende der Programmgeneration 2014-2020 keine Änderungen erfolgen. Dies gilt für alle entsprechenden Projekte einschließlich ihrer Laufzeiten, also auch für jene, die im Aufruf 2020 bewilligt wurden.
Kooperationsprojekte in den Förderlinien der Leitaktionen 2 und 3 sowie Erasmus Mundus und Jean Monnet-Aktivitäten, die im Jahr 2020 bewilligt werden, sind ebenfalls über die gesamte Projektdauer förderfähig.

In der Förderlinie „Mobilität mit Programmländern“ ist in den laufenden Projekten (2019 und 2020) die Förderung von Personal- und Studierendenmobilität bis zum Ende der Projektlaufzeit (Projekt 2020: bis zum 31. März 2023) möglich. Dies betrifft in den Projekten 2019 und 2020 auch die Studiengebühren: Für Erasmus+ Geförderte dürfen weiterhin keine Studiengebühren (home fees, international fees) erhoben werden.

Neu ist ab Januar 2021, dass – auch für den Erasmusaustausch  – neue Visabestimmungen gelten.

Visabestimmungen für einen Aufenthalt im Vereinigten Königreich

Bei den Visabestimmungen werden zwischen Aufenthalten mit einer Dauer von bis zu 6 Monaten und einer Dauer von mehr als 6 Monaten unterschieden.
Für Aufenthalte bis zu 6 Monaten ist kein Visum erforderlich. Allerdings ist in dieser Zeit der Aufenthaltszweck klar auf das Studium begrenzt, Studierenden ist es nicht gestattet während ihres Aufenthaltes einer finanziell entlohnten Tätigkeit nachzugehen. Ab dem 01.10.2021 ist die Einreise für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger nur noch mit einem gültigen Reisepass (elektronischen Reisepasses – ePass) möglich.

Wer für mehrere Semester oder ein ganzes Studium bleiben will, muss seit dem 1. Januar 2021 ein Studierenden-Visum beantragen. Der Visumsantrag kann online ausgefüllt werden und kostet 348 britische Pfund.

Wer ein Visum hat, muss zudem eine Immigration Health Surcharge für den Zugang zum NHS, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, zahlen. Für Studierende beträgt die Gebühr 470 britische Pfund jährlich.

Auch bei Personalmobilitäten kommt es zu Änderungen: so ist ein Aufenthalt im Rahmen einer Personalmobilität ohne die Beantragung eines Visums bis zu maximal einem Monat möglich. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie die im folgenden angegebene Webseite: Check if you need a UK visa

Für Praktika im Rahmen des Erasmus+ Programms ist derzeit noch unklar, welche Visabestimmungen zukünftig gelten.

Auch für Incoming-Studierende aus dem Vereinigten Königreich könnte es zukünftig zu Änderungen kommen: geförderte Teilnehmende aus dem VK sollten sich bei einer Einreise in die EU nach dem 31. Dezember 2020 vorab zu möglichen neuen Einreisebestimmungen bei der zuständigen Behörde erkundigen. Sobald uns verbindliche Informationen hierzu vorliegen, werden wir diese aufbereiten und auf unserer Webseite veröffentlichen.

Hinweis für Studierende:

Die Förderung eines Auslandsaufenthaltes ist im Erasmus+ Programm nur möglich, wenn es sich um eine Partnerhochschule handelt, mit welcher Ihre Heimathochschule ein gültiges Abkommen hat. Ihre Heimathochschule informiert zudem über die Bewerbungsvoraussetzungen und setzt die Bewerbungstermine fest. Bitte wenden Sie sich daher bei weiteren Fragen direkt an die Erasmus+ Hochschulkoordinatorinnen und -koordinatoren im International Office Ihrer Heimathochschule.

01.01.2021: Nach knapp einjährigen Verhandlungen wurde ein Partnerschaftsvertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelt, der am 01. Januar 2021 vorläufig in Kraft getreten ist. Eine Ratifizierung dieses Abkommens durch das Europäische Parlament steht noch aus.

Fest steht, dass das Vereinigte Königreich nicht an der neuen Programmgeneration (2021-2027) von Erasmus+ teilnehmen wird. Alle Projekte der alten Programmgeneration (2014-2020) können regulär bis zum Ende ihrer Laufzeit durchgeführt werden.

Neu ist ab Januar 2021, dass – auch für den Erasmusaustausch  – andere Visabestimmungen gelten.


09.01.2020: Die Abgeordneten im Britischen Unterhaus haben mit 344 zu 254 Stimmen gegen die erneute Verlesung des neuen Paragraphen 10 gestimmt. Diese neue Klausel hätte die Regierung verpflichtet, sich um die Aushandlung einer weiteren Vollmitgliedschaft im Rahmen des Bildungs- und Jugendprogramms Erasmus+ der EU zu bemühen.n.
Tweet des britischen House of Commons

20.12.2019: Das britische Unterhaus hat für das Austritts-Abkommen zum Brexit gestimmt. Bevor das Austrittsabkommen in Kraft treten kann, muss es von der EU und dem Vereinigten Königreich ratifiziert werden. Auf Seiten der EU muss der Rat der Europäischen Union die Unterzeichnung des Austrittsabkommens genehmigen, bevor es dem Europäischen Parlament zur Zustimmung übermittelt wird. Das Vereinigte Königreich muss das Abkommen im Einklang mit den eigenen verfassungsrechtlichen Vorschriften ratifizieren.

29.10.2019: Die EU-Staaten haben einem Brexit-Aufschub bis Ende Januar zugestimmt. Es handelt sich um eine flexible Verlängerung, bei der Großbritannien bei einer Ratifizierung des mit der EU ausgehandelten Austrittsabkommens auch früher austreten könnte.
Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union

28.05.2019: Der britische Staatsminister für Universitäten, Wissenschaft, Forschung und Innovation Chris Skidmore hat kürzlich bekanntgegeben, dass Studierende aus der Europäischen Union, die 2020/2021 ein Studium in Großbritannien aufnehmen, weiterhin die gleichen Studiengebühren zahlen wie Einheimische. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass es auch in Zukunft eine Regelung für Programme wie Erasmus+ geben wird.auch in Zukunft eine Regelung für Programme wie Erasmus+ geben wird. Beitrag auf gov.uk

31.01.2019 Auf ihrer Website hat die Europäische Kommission eine Pressmitteilung und einige FAQs zusammengestellt, in denen sie weitere Informationen zu den Bestimmungen der o. g. Vorschläge und die entsprechenden Rechtstexte dazu aufführt.
Pressemitteilung
FAQ

Bitte informieren Sie sich auch weiterhin über die häufigen Fragen der Europäischen Kommission zum Brexit (s. auch unter "Weiterführende Informationen").

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