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Sachstand: Digitalisierung des Erasmus+ Programms

Daad Mit-links Final


Die Digitalisierung des Erasmus+ Programms ist eines der großen Themen für die Zukunft der europäischen Hochschulzusammenarbeit. Mit „Blended Mobility“ und „Blended Intensive Programmes“ wurden neue Fördermöglichkeiten geschaffen, die bisher unter- und nicht-repräsentierte Zielgruppe eine Auslandserfahrung ermöglicht. Auf die Programmverwaltung bezogen, werden mit der European Student Card Initiative (ESCI) verschiedene Einzelbausteine zusammengefasst, die an unterschiedlichen Punkten zur Herausbildung einer digitalen europäischen Gesellschaft beitragen, indem internationale Mobilität durch die Möglichkeiten der Digitalisierung für alle erfahrbar wird.

Esci Grafik

Der digitale Datenaustausch der einzelnen Bausteine erfolgt schrittweise gemäß folgender Zeitleiste (Stand: April 2021)

Sachstand Graphik Zeitleiste

*Bei zwischen Hochschulen unterschiedlichem Beginn, gilt das jeweils kalendarisch frühere Datum. Beispiel: an der Heimathochschule beginnt das akademische Jahr 2022/23 am 01.09., während an der Gasthochschule das akademische Jahr am 01.10. beginnt. Dann gilt der 01.09. als Referenzzeitpunkt bis wann digitale IIA und LA vorliegen müssen.

Mit der Erasmus Charter for Higher Education (ECHE) haben sich die Hochschulen zur Umsetzung der ESCI verpflichtet. Die Verpflichtung gilt aber erst dann, wenn die einzelnen Bausteine voll funktionsfähig sind und erst mit Beginn des jeweiligen Calls und nicht mit Beginn des jeweiligen Kalenderjahres. D.h. der Austausch digitaler Learning Agreements ist für studentische Mobilitäten verbindlich, die mit dem Call 2021 finanziert werden.  

Auch die Programmadministration an den Hochschulen wird digital, indem der Austausch von Dokumenten und Daten zwischen den Hochschulen künftig nicht mehr auf Papier, sondern digital über das Erasmus Without Paper Network (EWP) mittels Schnittstellen erfolgt. Für die Anbindung an EWP gibt es mehrere äquivalente Möglichkeiten, die die Hochschulen in die Lage versetzen sollen, eine Lösung zu wählen, die eine bestmögliche Unterstützung der (hochschuleigenen) Prozesse gewährleistet. 

Ewp Anbindung

Durch die Schnittstellen, z.B. zum Austausch der digitalen Learning Agreements, werden die unterschiedlichen Softwarelösungen interoperabel, d.h. es ist nicht erforderlich, zu wissen, welche Software die Partnerhochschule verwendet oder das gleiche Tool zu nutzen. Umfangreiche Informationen – insbesondere zur technischen Umsetzung der Schnittstellen – finden sich im EWP Competence Centre zusammengestellt.

Weitere Projekte und Einzelinitiativen, die die Hochschulen bei der Umsetzung der ESCI unterstützen, sind:

  • European Student Card – vereinfacht die studentische Mobilität, indem die bestehenden Studierendenausweise als Identitätsnachweis erweitert werden und die Nutzung von Hochschuleinrichtungen (Mensa, Bibliothek etc.) ohne einen zusätzlichen Ausweis ermöglicht werden. Damit entfällt eine Immatrikulation vor Ort und Bürokratie wird abgebaut.
  • MyAcademicID – unterstützt eine digitale Infrastruktur für den sicheren und reibungslosen Datenaustausch zwischen Universitäten, in dem es eine europäische elektronische Studierenden-ID (eID) entwickelt, die die Interoperabilität von European Student Identifier, eduGAIN und eIDAS sicherstellt. Ziel ist die eindeutige Identifizierung von Studenten durch eine eID und die Möglichkeit, vorhandene physische Studentenausweise mit den Elementen des Europäischen Studentenausweises (z.B. Emblem, QR-Code) zu erweitern.
  • Erasmus+ App – ist als „Single Point of Access” für die Studierenden vorgesehen, der es ihnen ermöglicht, die gesamte Erasmus+ Mobilität vor, während und nach ihrem Aufenthalt zu organisieren. Wichtige Informationen, Step-by-Step-Anleitungen und Checklisten sowie Sprachlernangebote (OLS) werden dort verfügbar sein. Zudem dient die Erasmus+ App gleichzeitig als Guide, der auf Events vor Ort hinweist und eine leichte Kommunikation zwischen den Nutzer*innen ermöglicht. Ursprünglich zum 30jährigen Jubiläum des Erasmus-Programms entwickelt, wird Anfang 2021 ein Relaunch erfolgen, sodass mit der App aktuell kein Management der digitalen Learning Agreements möglich ist.
  • EWP Dashboard – ist ein browserbasiertes Tool für Erasmus+-Hochschulen zur Verwaltung der Austauschstudierenden (Incomings und Outgoings). Die Anwendung ermöglicht die umfassende Verwaltung der digitalen Learning Agreements im Austausch mit Studierenden und Partnerhochschulen. Dort können auch die Hochschulinformationen (bisher: Fact Sheets) hinterlegt werden. Über das Dashboard können zukünftig auch die digitalen Inter-Institutional-Agreements abgeschlossen werden und die Hochschulinformationen in der Erasmus+ App ediert werden.

Mit der ESCI hat die Europäische Kommission den Fokus zunächst auf die Digitalisierung von Mobilitäten zu Studienzwecken gelegt. Doch das Erasmus+ Programm bietet mit Mobilitäten zu Praktikumszwecken und der Personalmobilität – auch in der internationalen Dimension – vielfältige weitere Möglichkeiten zum internationalen Austausch. Die ESCI ist daher selbst ein erster Baustein, das Erasmus+ Programm fit für die digitale Zukunft zu machen. Somit ist es von großer Bedeutung, dass die deutschen Hochschulen sich auch jetzt schon intensiv mit der Vorbereitung und Implementierung der digitalen Infrastruktur von Erasmus+ befassen. Zukünftig sollte jede Hochschule, die am Erasmus+ Programm teilnimmt, eine Einordnung der Initiativen in die bestehende IT-Infrastruktur der Hochschule vornehmen. Die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD begleitet die Einführung der digitalen Initiative mit verschiedenen Informations- und Beratungsangeboten. So greifen wir bspw. auf ein Netzwerk an Erasmus+ Digitalexpert*innen zurück, um zielgruppen- und bedarfsgerechte Angebote zu schaffen, die den deutschen Hochschulen bei der Umsetzung behilflich sein können.

Weitere Informationen

Maximilian Pinnen

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