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Katharina Klappert

Manager Software Development

Infos zum Erasmus-Aufenthalt

  • Jahr: 2003
    Art: Studium
    Zielland: Schweden, Stockholm
    Fachrichtung: Informatik
    Deutsche Hochschule: Technische Universität München

Es ist eine einmalige Erfahrung, Deutschland für eine Zeit aus der Ferne zu betrachten.

Wie haben Sie sich auf Ihren Erasmus-Aufenthalt in Schweden vorbereitet?

Ich habe bereits in Deutschland etwas Schwedisch gelernt. In den ersten Wochen in Stockholm besuchte ich zusätzlich einen Intensivkurs, bei dem man in kurzer Zeit sehr viel gelernt hat. Natürlich habe ich mir auch verschiedene Reiseführer über Stockholm und Schweden angeschaut, mich ansonsten aber einfach überraschen lassen. Organisatorisch musste ich mich nur um den Flug kümmern, da die Organisation seitens der Stockholmer Uni sehr gut war. Selbst das Zimmer im Wohnheim wurde ganz problemlos vermittelt.

Wie waren Ihre Erfahrungen in Schweden während Ihres Studiums?

Das Studium in Schweden war praktischer orientiert als in Deutschland. Zudem war die Betreuung sehr gut. Vor allem bei den praktischen Aufgaben gab es durchgehend Ansprechpartner, an die man sich wenden konnte. Was ich auch als sehr angenehm empfand, war die Unterteilung des Semesters in zwei Teile. Es gab Kurse, die über das gesamte Semester gingen, aber auch welche, die nur ein Quartal dauerten. So konnte man auch in einem Semester viele verschiedene Kurse besuchen.

Welche Unterschiede sind Ihnen zwischen dem Leben in Deutschland und in Schweden besonders aufgefallen?

Grundsätzlich unterscheidet sich das Leben in Deutschland und Schweden nicht so sehr. Mir gefällt immer noch der Begriff "lagom" am besten, der so viel wie "genau richtig" heißt – also, alles im richtigen Maß zu machen – was den Lebensstil der Schweden ganz gut beschreibt. Zudem wirkt Schweden entschleunigend, sogar eine Stadt wie Stockholm. In Deutschland bilden sich, zum Beispiel, an jeder Bushaltestelle Schlangen, Gedränge herrscht und jeder kämpft darum, der Erste in der Reihe zu sein. In Schweden stellt man sich einfach in Ruhe an. Oder zieht eine Nummer, das Nummernsystem gibt es dort überall, nicht nur in Behörden. Das mag anfangs befremdlich sein. Aber es lässt sich ganz entspannt warten, wenn man weiß, dass man in ca. 15 Minuten dran ist und diese Zeit für etwas anderes nutzen kann.

Hat sich Ihr Blick auf Europa durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?

Es tut gut, sein Heimatland mal eine Zeit lang von außen betrachten zu können, denn erst dann weiß man die großen und kleinen Vorteile Deutschlands wirklich zu schätzen. Aber auch, was man hier noch verbessern könnte. Das Schöne an einem Erasmus-Aufenthalt ist auch, dass man nicht nur das Gastland kennenlernt, sondern auch Studierende aus ganz Europa bzw. der ganzen Welt. Man merkt, dass man trotz vieler Unterschiede auch wahnsinnig viel gemeinsam hat und wie unglaublich glücklich wir uns schätzen können, ein Europa mit offenen Grenzen zu haben.

Können Sie sich vorstellen noch einmal eine längere Zeit im Ausland zu leben oder zu arbeiten?

Ich kann mir das gut vorstellen, insbesondere in Schweden. Durch meinen Aufenthalt in Stockholm habe ich eine enge Beziehung zu Land und Leuten entwickelt und bis heute noch einige Kontakte aus meiner Erasmus-Zeit. Ich kehre auch regelmäßig als Urlauberin nach Schweden zurück und genieße das jedes Mal aufs Neue.

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