Erasmus+ Wer sich bewegt, bewegt Europa!

DAAD - Deutscher
                    Akademischer Austauschdienst - German Academic Exchange Service Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit

Informationen zum Umgang mit Förderungen des Erasmus+ Programms aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus

Stand: 14.05.2020
Die aktuellen Entwicklungen und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung weltweit sowie speziell in Europa beschäftigen uns alle sehr. Die EU wie auch die NA DAAD nehmen die präventiven und notwendigen Vorkehrungen zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Virus sowie den administrativen Umgang mit den Folgen für betroffene Personen und Hochschulen im Rahmen von Förderungen durch das Programm Erasmus+ überaus ernst.

Dementsprechend sind alle betroffenen Hochschulen aufgefordert, sich mit den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich in Gebieten mit Corona-Ausbruch, Hochschulschließungen und/oder Präventionsmaßnahmen, die eine  Mobilität in Frage stellen, aufhalten oder Reisen in entsprechende Regionen planen, in Verbindung zu setzen.
Darüber hinaus hat die EU Kommission für Erasmus+ geförderte Einzelmobilitäten und Projekte grundsätzlich die Erstattung von Reise- und Veranstaltungskosten aufgrund der Verbreitung des Virus unter den Regelungen von „force majeure“ anerkannt.

Sollten sich Studierende, Lehrende oder andere Personen in betroffenen Regionen mit Unterstützung des Erasmus+ Programms befinden (alle Förderlinien), hat die EU-Kommission mitgeteilt, dass diese Aufenthalte im Falle einer Beeinträchtigung durch Corona, zum großen Teil erstattungsfähig sind. Detaillierte Informationen erhalten Sie in unseren FAQ.

Projektkoordinatoren sollten sich mit Fragen zu „force majeure“ an die Agentur wenden, die das betreffende Projekt bzw. die Mobilität bewilligt hat, entweder:

  1. Die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD (NA) für die in der NA verwalteten Aktionen wie Mobilitäten mit Programmländern, Mobilitäten mit Partnerländern, Strategische Partnerschaften
  2. Die Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) für die von der EACEA verwalteten Aktionen wie Europäische Hochschulen, Kapazitätsaufbauprojekte, Erasmus Mundus Joint Master Degrees, Wissensallianzen, das Jean Monnet-Aktivitäten, Zukunftsweisende Kooperationsprojekte, Europäische Experimentelle Maßnahmen und Projekte Sozialer Integration.

Für die Einschätzung der Lage sowie die Planung weiterer Schritte sind alle Reisehinweise auf den Seiten des Auswärtigen Amtes zum Coronavirus zu beachten – sowohl die Reisewarnungen als auch die Einreisebestimmungen in zahlreiche Zielländer. Immer noch bestehen in zahlreichen Ländern Einreise- und Quarantänebestimmungen, teilweise auch Einreisesperren für Reisende aus Deutschland.

In Zusammenhang mit Erasmus+ können die berechtigte Sorge hinsichtlich einer Mobilität in einer von Corona betroffenen Region sowie individuelle Maßnahmen der Partnerinstitutionen und -länder Anlass zur Stornierung eines Aufenthalts geben.
Es bleibt den teilnehmenden Hochschulen und Einzelpersonen überlassen, über das weitere Vorgehen im Rahmen der Reisehinweise und eventuellen Rückführungsprogrammen des Auswärtigen Amtes oder lokaler Institutionen zu entscheiden.

Anwendung von „Force majeure“ in Mobilitätsprojekten

Bitte informieren Sie sich in unseren FAQ für Hochschulen

Anwendung von 'force majeure' bei den Erasmus+ Strategischen Partnerschaften

Als Projektverantwortliche finden Sie hier einen Leitfaden für Erasmus+ Strategische Partnerschaften zum Umgang mit den Projekten und Aktivitäten bezüglich der Corona-Krise.

Im Falle der Erasmus+ Strategischen Partnerschaften können Sie unvorhergesehene Zusatzkosten unter Bezugnahme auf „force majeure“ in den folgenden Budgetkategorien abrechnen: Länderübergreifende Projekttreffen, LTT-Aktivitäten und Multiplier Events.

Als unvorhersehbare Zusatzkosten gelten Aufwände, die nicht im ursprünglichen Budget vorgesehen waren (z.B. Stornogebühren, die nicht durch Versicherungen abgedeckt sind, wenn die Veranstaltung nicht verschoben werden konnte). Diese Ausgaben müssen als reale Kosten (nicht als Stückkosten oder Pauschalen) abgerechnet werden. Für die Dokumentation müssen die Vertragsnehmer eine unterschriebene Erklärung vorhalten, die bescheinigt, dass die Kosten nicht anderweitig erstattet werden konnten.

  • Bitte kennzeichnen Sie die betroffene Aktivität als „force majeure“ in MT+. Hierdurch wird ein zusätzliches Kommentarfeld freigeschaltet.
  • Tragen Sie eine kurze Begründung für den Abbruch bzw. Streichung der Aktivität in das Kommentarfeld "force majeure Explanations" ein.
  1. Länderübergreifende Projekttreffen
    Sowohl im Falle einer abgebrochenen Aktivität als auch im Falle einer Aktivität, die aufgrund der Risikolage nicht stattgefunden hat, für die jedoch bereits Ausgaben angefallen sind (Stornogebühren Flug/Zug/Hotel), kann der bewilligte Betrag abgerechnet werden. Die ursprünglich im Grant Agreement vereinbarte Fördersumme darf nicht überschritten werden.
    • Zur Dokumentation nehmen Sie alle Nachweise zu der Projektakte.
    • Eine individuelle Genehmigung durch die NA DAAD ist nicht erforderlich.
  2. Learning, Teaching & Training (LTT)-Aktivitäten
    • Im Falle einer abgebrochenen LTT-Aktivität tragen Sie bitte den tatsächlichen Zeitraum der Aktivität (Start- und Enddatum) ein.
    • Berechnen Sie die entstandenen Kosten anhand der Ihnen vorliegenden Nachweise (Stornogebühren für Hotel, Flug/ Zug bzw. entstandene Kosten, falls keine Stornierung mehr möglich war). Tragen Sie die Beträge in die Felder „Total EU Travel Grant“ und „EU Individual Support“ ein, welche im „force majeure“-Modus individuell befüllt werden können.
    • Zur Dokumentation nehmen Sie alle Nachweise zu der Projektakte.
    • Eine individuelle Genehmigung durch die NA DAAD ist nicht erforderlich.

      Vorgehen bei LTT-Aktivitäten, die aufgrund der Risikolage nicht stattgefunden haben:

    • Bitte tragen Sie das geplante Startdatum ein. Das Enddatum entspricht in diesen Fällen dem Startdatum, so dass sich ein Aktivitätenzeitraum von einem Tag ergibt.
    • Die weiteren Schritte entnehmen Sie der vorangegangenen Beschreibung.
  3. Multiplier Events
    Sowohl im Falle eines abgebrochenen Multiplier Events als auch im Falle eines Multiplier Events, das aufgrund der Risikolange nicht stattgefunden hat, hier jedoch bereits Ausgaben entstanden sind, können die angefallenen Kosten abgerechnet werden. Die ursprünglich im Grant Agreement vereinbarte Fördersumme darf nicht überschritten werden.
    • Zur Dokumentation nehmen Sie alle Nachweise zu der Projektakte.
    • Eine individuelle Genehmigung durch die NA DAAD ist nicht erforderlich.

Wir stehen Ihnen bei Rückfragen in konkreten Fällen gerne zur Verfügung.
Noch ein allgemeiner Hinweis: Sie helfen uns, wenn Sie bei allen Anfragen an die NA DAAD das jeweilige Projektjahr und die Projektnummer im Email-Betreff angeben.

Informationen zu den von der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) verwalteten Aktionen: Europäische Hochschulen, Kapazitätsaufbauprojekte, Erasmus Mundus Joint Master Degrees, Wissensallianzen, Jean Monnet-Aktivitäten, Zukunftsweisende Kooperationsprojekte, Europäische Experimentelle Maßnahmen und Projekte Sozialer Integration

Wenn die Umsetzung eines von der EACEA bewilligten Erasmus+ Projekts durch die Verbreitung des Coronavirus behindert wird, müssen die Projektkoordinatoren in einem ersten Schritt per E-Mail die EACEA informieren. In einer E-Mail an den Project Officer, mit dem sie normalerweise in der EACEA in Kontakt sind, oder an das Funktionspostfach der Aktion sollen die Projektkoordinatoren detailliert das Problem und seine Auswirkungen auf die Projektumsetzung beschreiben. Die EACEA wird eine Rückmeldung zum weiteren Vorgehen und zur Förderfähigkeit von auf Grund des Coronavirus entstandenen Kosten geben.

Für weitere Informationen zu den Auswirkungen des Coronavirus´ auf die Implementierung von Programmen, die von der EACEA verwaltet werden, konsultieren Sie bitte die Informationen der EACEA vom 23.03.2020:
https://eacea.ec.europa.eu/about-eacea/news/coronavirus-implications-for-implementation-programmes-managed-eacea_en

Zu den Konsequenzen des Coronavirus für Erasmus Mundus Projekte lesen Sie bitte die Informationen der EACEA vom 23.03.2020:
https://eacea.ec.europa.eu/node/25101_de

Hilfreiche Online-Instrumente in der Coronakrise:

Folgende Online-Tool-Sammlungen können bei der Umsetzung von Erasmus+ Projekten / Mobilitäten hilfreich sein:

Online-Lernressourcen der EU-Kommission: Online-Material und -Hilfsmittel für Lernende, Lehrkräfte und Erzieher/innen

Toolsammlung des Hochschulforums für Digitalisierung: Veranstaltungen und Lehre online umsetzen

Bitte beachten Sie, dass sich laufend Änderungen ergeben können, die wir schnellstmöglich nachhalten werden.

Für weitere Informationen oder Erläuterungen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Förderlinien.

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