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Auswertungen zu Horizontalen Prioritäten (und anderen Schwerpunktthemen)

Auf dieser Seite haben wir die Umsetzung der horizontalen Prioritäten der Erasmus+ Programmgeneration 2021-2027 im deutschen Hochschulbereich entsprechend der Datenverfügbarkeit ausgewertet. Vor allem für die dezentral verwaltete Mobilität und deren abgeschlossene Jahrgänge liegen der NA DAAD umfassende Daten vor. Im Folgenden haben wir einige Auswertungen für Sie zusammengestellt.

Seit 2021 können Studierende aus einem nicht-akademischen Elternhaus, erwerbstätige Studierende, Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung und Studierende mit Kindern mit einem zusätzlichen monatlichen Aufstockungsbeitrag (»Top-Up«) gefördert werden. Im Aufruf 2021 der Förderlinie „Mobilität von Einzelpersonen“ erhielten 2.655 ausreisende Erasmus-Studierende deutscher Hochschulen eine solche Zusatzförderung (8,6 Prozent). Im Aufruf 2022 waren es bereits über 17.000 Outgoing-Studierende (38,7 Prozent) - eine deutliche Steigerung für mehr Inklusion.

¹ Diese sowie die nachfolgenden Daten stammen für den Aufruf 2022 aus der Datenerhebung der NA DAAD zu Teilnehmender mit geringeren Chancen im Abschlussbericht der Projekte KA131.

Der erhebliche Anstieg der Studierenden, die einen Aufstockungsbeitrag erhielten, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Förderung von erwerbstätigen Studierenden und solchen aus einem nicht-akademischen Elternhaus im Aufruf 2021 noch optional war, im Aufruf 2022 wurde er verpflichtend.

In den ersten beiden abgeschlossenen Aufrufen der aktuellen Programmgeneration (seit 2021) verteilen sich die Mobilitäten von Einzelpersonen mit Aufstockungsbeitrag wie folgt auf die unterschiedlichen Zielgruppen:

Im Aufruf 2022 erhielten zudem 27 Studierende und 23 Hochschulmitarbeitende eine finanzielle Zusatzförderung über einen Realkostenantrag.

Diese finanzielle Zusatzförderung real entstandener Kosten kann seit 2021 von Geförderten mit Behinderung oder chronischer Erkrankung beantragt werden und seit 2022 zudem von Geförderten, die ihren Erasmus-Aufenthalt mit Kind bzw. Kindern durchführen.

Weiterführende Informationen zur Förderung finden Sie hier: Finanzielle Zusatzförderung für Teilnehmende mit geringeren Chancen

Weiterführende Informationen zur Förderung der sozialen Teilhabe in Mobilitätsprojekten

Finden Sie hier einige Praxisbeispiele für Mobilitätsprojekte zur horizontalen Priorität „Soziale Teilhabe“ in Erasmus+
Die horizontale Priorität „Soziale Teilhabe“ in Erasmus+

Ein wichtiges Instrument der Digitalisierung in Erasmus+ sind hybride Arten der Auslandsmobilität. Diese sogenannten „Blended Mobilitäten“ beinhalten neben dem klassischen Auslandsaufenthalt bspw. einen virtuellen Vor- oder Nachbereitungszeitraum. Ein Großteil der hybriden Erasmus-Mobilität findet im Rahmen sogenannter „Blended Intensive Programmes“ (BIP) statt.

Im Aufruf 2022 wurden 3.156 Auslandsaufenthalte im hybriden Blended-Format durchgeführt, 2021 entsendeten die deutschen Hochschulen insgesamt 3.216 Blended-Mobilitäten ins Ausland. Diese gleichbleibend hohen Zahlen von Erasmus+ Mobilitäten im Blended-Format lassen auf ein fortbestehendes Interesse an hybriden Formaten zum Ende der Corona-Pandemie schließen. Physische Mobilität bleibt auch im Aufruf 2022 Kern des Programms.

Aufgrund der insgesamt gestiegenen Anzahl geförderter Mobilitäten zwischen den Aufrufen 2021 und 2022, fand im Aufruf 2022 6,3 Prozent der gesamten Outgoing-Mobilität deutscher Hochschulen im hybriden Blended-Format statt. Im Aufruf 2021 machten Blended-Mobilitäten 8,7 Prozent der gesamten Outgoing-Mobilität deutscher Hochschulen aus. Der leichte anteilige Rückgang erklärt sich durch den budgetbedingten Anstieg der Gesamtgeförderten im Aufruf 2022 gegenüber dem Aufruf 2021.

Weitere Auswertungen und Informationen

Finden Sie hier einige Praxisbeispiele für Mobilitätsprojekte zum „Digitalen Wandel“ in Erasmus+

Mit nachhaltigen Verkehrsmitteln reisten im Aufruf 2022 insgesamt 16.265 Geförderte deutscher Hochschulen in den Erasmus+ Aufenthalt – ein Anstieg gegenüber 11.346 im vorangegangenen Aufruf 2021.

Die Zahl der Green-Travel-Reisen ist 2022 deutlich gestiegen, prozentual wird der Zuwachs allerdings durch die insgesamt höhere Outgoing-Mobilität relativiert: 32,6 Prozent der Geförderten reisten mit grünen Verkehrsmitteln (2021: 30,8 Prozent). Das Interesse an grüner Mobilität im Erasmus+ Programm bewegt sich somit auf hohem Niveau.

Weitere Auswertungen und Informationen

Finden Sie hier ausgewählte Praxisbeispiele für Mobilitätsprojekte zu „Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels“ in Erasmus+
Die horizontale Priorität „Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels“ in Erasmus+

Weiterführende Informationen zur Förderung der sozialen Teilhabe in Mobilitätsprojekten

In den dezentralen Cooperation Partnerships spielen die horizontalen Prioritäten des Erasmus+ Programms für die Förderung eine wichtige Rolle. Da die Antragsteller jedoch die Möglichkeit haben, insgesamt ein bis drei horizontale und/oder bereichsspezifische Prioritäten anzugeben, ist eine quantitative Auswertung der geförderten Projekte in Bezug auf die horizontalen Prioritäten allein nicht aussagekräftig.

Betrachtet man nur die erste Hauptpriorität eines Projektes, werden u. U. wichtige inhaltliche Aspekte außer Acht gelassen. Beachtet man jedoch alle gewählten Prioritäten, entstehen Mehrfachnennungen, welche die Darstellung im Vergleich zu anderen Förderlinien verzerren würden.Deshalb wurden hier im Gegensatz zu der Übersicht (Waben) die horizontalen Prioritäten der Projekte erhoben, die an erster Stelle ausgewählt wurden.

Von den insgesamt 120 Projekten, die 2021-2025 in der Förderung sind, haben 72 eine der insgesamt vier Horizontalen Priorität als wichtigste Priorität 1 ausgewählt (Aufschlüsselung nach den einzelnen Aufruf darunter). Diese verteilen sich wie folgt:

Aufruf Anzahl Projekte insgesamt Projekte mit einer der Horizontalen Prioritäten als Hauptpriorität Digitaler Wandel Demokratische Teilhabe Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels Inklusion und Vielfalt
2021-2025 120 72 24 12 21 15
2021 35 21 6 5 5 5
2022 25 14 5 2 5 2
2023 33 22 7 2 8 5
2024 27 15 6 3 3 3
2025 25 12 0* 3 3 7

*die Horizontale Priorität Digitaler Wandel wurde im Aufruf 2025 ausschließlich als zweite oder dritte Priorität ausgewählt

Finden Sie hier ausgewählte Praxisbeispiele für Kooperationsprojekte zu den vier horizontalen Prioritäten.

Die horizontalen Prioritäten spielen sowohl bei den Partnerschaften/Kooperationsprojekten (Leitaktion 2) als auch bei der Politikunterstützung (Leitaktion 3) eine wichtige Rolle. Die Förderlinien werden zentral in Brüssel verwaltet. Bei der Antragstellung ist in der Regel keine exklusive Zuordnung zu einer einzelnen Priorität erforderlich – daher erfolgt auch keine klare Zuordnung der Projekte zu bestimmten Prioritäten.

Die vier horizontalen Prioritäten können in Projekten auf zwei Arten eingebunden werden:

  • Als Thema (inhaltlicher Fokus)
  • Als Ansatz (methodische Umsetzung)
Priorität Als Thema (inhaltlicher Fokus) Als Ansatz (methodische Umsetzung)
Inklusion und Vielfalt Projekt zu sozialer Teilhabe, Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte Inklusive Methoden, barrierefreie Materialien, Team-Diversität
Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels Projekt zu Nachhaltigkeit, grüner Transformation Umweltfreundliche Organisation, CO₂-arme Mobilität
Digitaler Wandel Projekt zur Förderung digitaler Kompetenzen Einsatz digitaler Tools für Zusammenarbeit und Lernen
Teilhabe am demokratischen Leben Projekt zur politischen Bildung, Partizipation Partizipative Entscheidungsprozesse im Projektmanagement

   

Diese Flexibilität ermöglicht es, Prioritäten in unterschiedlichen Kontexten zu verankern und sie mit weiteren Zielen zu verbinden. Projekte können dadurch umfassender und wirkungsvoller gestaltet werden.

Weitere relevante Schwerpunkte

Darüber hinaus gibt es Prioritäten und Themen, die über die vier klassischen horizontalen Prioritäten hinausgehen und für die Antragstellung in bestimmten Förderlinien von Bedeutung sind, wie:

Weiterführende Informationen

Praxisnahe Tipps zur Umsetzung der vier horizontalen Prioritäten erhalten Sie im SALTO-Handout „Unlock the Power of Priorities“.

Auf unserer Webseite finden Sie eine Auswahl an Praxisbeispielen, die zeigen, wie Kooperationsprojekte die Erasmus+ Prioritäten in der Praxis umsetzen.

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