Vuong Pham während seines Erasmus+ Aufenthaltes in Griechenland.
14. Oktober 2025 Lesezeit: 7 Minuten

Zwischen Bürokratie, Budget und persönlichem Wachstum: Mein Erasmus+ in Griechenland

Ein Auslandssemester in Griechenland bedeutete weit mehr als nur ein Studium im Ausland. Von intensiver Vorbereitung und Wohnungssuche über finanzielle Herausforderungen bis hin zu neuen Freundschaften und akademischem Erfolg: Ein Erasmus+ Aufenthalt ist eine prägende Erfahrung für persönlichen Wachstum sowie die berufliche Zukunft.

Im Sommersemester 2025 absolvierte ich ein Auslandssemester an der University of Macedonia in Thessaloniki, Griechenland. Vor meiner Abreise musste ich zahlreiche organisatorische Aufgaben erledigen, darunter die komplette Bürokratie mit Dokumenten, Versicherungen und weiteren Formalitäten. Eine der größten Herausforderungen war die Wohnungssuche. Da ich nicht die Möglichkeit hatte, die Apartments nicht persönlich zu besichtigen, bestand immer die Gefahr von Betrug. Deshalb nutzte ich ausschließlich vertrauenswürdige Plattformen und spezielle Facebook-Gruppen für Erasmus-Studierende. Eine besonders hilfreiche Website war 50homes.org, die gezielt Unterkünfte für Erasmus+ Studierende anbietet.

Während meines Aufenthalts in Griechenland hatte ich keine Schwierigkeiten, mich zu integrieren. Die meisten Menschen sprechen Englisch, und die griechische Bevölkerung ist äußerst freundlich und offen. Dadurch konnte ich schnell Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen und meinen Alltag problemlos gestalten, sei es beim Einkaufen, in Restaurants oder im öffentlichen Leben.

Der Weiße Turm von Thessaloniki.

Ein wichtiger Punkt war jedoch die finanzielle Situation. Da Thessaloniki die zweitgrößte Stadt Griechenlands ist, sind die Lebenshaltungskosten relativ hoch. Durchschnittlich benötigte ich etwa 800 Euro pro Monat für Miete, Verpflegung und Transport. Die reguläre Erasmus+ Förderung von 540 Euro hätte dafür nicht ausgereicht.

Den Aufstockungsbetrag habe ich im Zusammenhang mit meinem Auslandssemester erhalten, da sich in dieser Phase meine finanzielle Situation verändert hat und meine Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit vorübergehend eingeschränkt waren. Die Förderung war in diesem Zusammenhang besonders hilfreich, da sie es mir ermöglicht hat, meinen Auslandsaufenthalt zu realisieren und mich vor Ort auf mein Studium zu konzentrieren, während die grundlegenden Lebenshaltungskosten abgesichert waren. Dank des Top-ups für Teilnehmende mit geringeren Chancen konnte ich jedoch sorgenfrei leben und mich vollständig auf mein Studium konzentrieren.

Diese finanzielle Sicherheit spiegelte sich auch in meinen akademischen Leistungen wider. Ich schloss das Semester mit einer Durchschnittsnote von 9,33/10 ab, was etwa der deutschen Note 1,3 entspricht. Darüber hinaus war der Aufenthalt eine unvergessliche persönliche Erfahrung.

Durch dieses Auslandssemester habe ich gelernt, Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen, Probleme selbstständig zu lösen und mich schnell an neue Situationen anzupassen. Ich habe erkannt, dass Unsicherheit und Angst vor dem Unbekannten überwunden werden müssen, um persönlich zu wachsen. Für meine Zukunft nehme ich mit, offener für neue Chancen zu sein, meine Komfortzone bewusst zu verlassen und internationale Erfahrungen als wichtigen Teil meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung zu betrachten.