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Europäische Experimentelle Maßnahmen (Aufruf 2026)

Scrabble Buchstaben legen die Worte "Erasmus" und "Europäische Experimentelle Maßnahmen"
Susanne Reich / DAAD

Europäische Experimentelle Maßnahmen sind transnationale Kooperationsprojekte, die darauf abzielen, politische Prioritäten in verschiedenen Ländern erfolgreich umzusetzen. Sie entwickeln, testen und bewerten die Relevanz, Wirksamkeit, mögliche Auswirkungen und Skalierbarkeit innovativer Ansätze. Mit einer starken europäischen Dimension fördern sie eine evidenzbasierte Politikgestaltung.

Der aktuelle Aufruf ist auf der Webseite des Funding and Tenders Portal der EU-Kommission zu finden. Die Einreichungsfrist endet am 08. April 2026 um 17:00 Uhr.

Der Aufruf orientiert sich an den Zielen der Union of Skills und umfasst zehn Themenbereiche zur Förderung innovativer Projekte.

Die digitale Transformation hat die Produktion und Nutzung digitaler Bildungsinhalte stark erhöht – von E-Textbüchern über interaktive Materialien bis hin zu Apps und Simulationen. Diese Vielfalt eröffnet Chancen für kreative und innovative Lernformate, stellt Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen jedoch vor die Herausforderung, geeignete Inhalte auszuwählen.

Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission Leitlinien für digitale Bildungsinhalte veröffentlicht, um Lehrende bei Auswahl, Nutzung und Bewertung dieser Materialien zu unterstützen und die Zusammenarbeit für qualitativ hochwertige Bildungsinhalte zu fördern.

Themen und Prioritäten:

  • Förderung und Etablierung der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften/Pädagogen, Entwicklern und Anbietern digitaler Bildungsinhalte und Bildungsbehörden für die Auswahl, Erstellung, Anpassung, Nutzung und Bewertung digitaler Bildungsinhalte
  • Anwendung von Qualitätskriterien für digitale Bildungsinhalte in realen Kontexten und Überprüfung ihrer Relevanz oder ggf. Anpassung
  • Kapazitätsaufbau für Lehrkräfte und Schulleitungen in Primar- und Sekundarbereich und Schaffung von Verbindungen zwischen Lehrkräften und Schulleitungen und den für sie zuständigen Bildungsbehörden sowie öffentlichen/privaten Anbietern digitaler Bildungsinhalte

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend in Bildung und Ausbildung integriert und bietet Chancen für personalisiertes Lernen, adaptive Lernpfade und die Unterstützung von Lehrkräften. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist ein menschenzentrierter, altersgerechter, ethischer und transparenter Ansatz, der europäische Werte wie Datenschutz, Inklusion und Transparenz wahrt. Ein zentraler Bezugspunkt ist der AI Act, der einen rechtlichen Rahmen für den sicheren, transparenten und ethischen Einsatz von KI schafft.

Themen und Prioritäten:

  • Förderung von öffentlich-privaten Partnerschaften für die ethische Entwicklung und Nutzung von KI-Ressourcen im Bildungsbereich
  • Ressourcen sollen übertragbar, skalierbar und in verschiedene Bildungssysteme integrierbar sein

Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften, digitale und zivilgesellschaftliche Kompetenzen sind entscheidend für Teilhabe an Gesellschaft, Arbeitsmarkt und lebenslangem Lernen. Dennoch zeigen Studien wie PISA einen Rückgang dieser Kompetenzen in Europa. KI-gestützte Personalisierte Lernpfade bieten neue Möglichkeiten, Lernprozesse individuell anzupassen und Wissenslücken zu schließen.

Themen und Prioritäten:

Projekte zu diesem Themenbereich zielen darauf ab, den Einsatz von KI-basierten Personalisierten Lernpfaden in der Schulbildung und der beruflichen Erstausbildung zu fördern, wobei sie sich speziell an Lernende der Niveaus 1 bis 4 des Europäischen Qualifikationsrahmens richten.

Die Projekte sollten auf eine oder mehrere der grundlegenden Kompetenzen abzielen und sich auf die folgenden Prioritäten konzentrieren (die Projekte sollten alle Prioritäten berücksichtigen, wobei jedoch der Umfang und Schwerpunkt je nach Projektumfang variieren können):

  • Einsatz von KI-gestützten Personalisierten Lernpfaden, um Lernwege, Inhalte und Tempo individuell anzupassen
  • Verbesserung grundlegender Kompetenzen zur Steigerung von Lernfortschritt, Beschäftigungsfähigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe
  • Messung des Lernerfolgs durch Rückmeldungen von Lernenden und Lehrenden
  • Förderung innovativer Pädagogik wie Gamification, Micro-Learning und kompetenzbasierter Fortschritt
  • Schaffung gleicher Lernvoraussetzungen für alle Lernenden in kollaborativen Lernumgebungen, unabhängig von Leistungsniveau
  • Unterstützung einer ethischen und effektiven Nutzung von KI, die personalisierte Lernwege für alle Lernenden ermöglicht

Projekte sollten relevante Initiativen im Rahmen des Aktionsplans für Grundkompetenzen, des Aktionsplans für digitale Bildung und alle anderen relevanten Initiativen im Rahmen der Union of Skills nutzen.

Der Themenbereich zielt darauf ab, Reformen und politische Maßnahmen in EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern zur Umsetzung der Empfehlung des Rates über einen europäischen Ansatz für Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit zu unterstützen. Microcredentials sind kurze, nachweisbare Lernergebnisse, die gezielt Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen vermitteln und zur Weiterqualifizierung und Umschulung, auch benachteiligter Gruppen, beitragen, ohne traditionelle Qualifikationen zu ersetzen.

Themen und Prioritäten:

Die Empfehlung des Rates umfasst:

  1. Gemeinsame Definition von Microcredentials
  2. Standardelemente für eine einheitliche Beschreibung von Microcredentials
  3. Grundsätze für Gestaltung, Ausstellung und Nutzung von Microcredentials

Um ihr Potenzial zu entfalten, sollen Mitgliedstaaten ein förderliches Ökosystem schaffen, das verschiedene Anbieter (Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Arbeitgeber, Sozialpartner, NGOs, Behörden) und nationale Qualifikations- und Qualitätssicherungsmechanismen vernetzt.

Die drei Bausteine der EU-Empfehlung zu Microcredentials ermöglichen eine strukturiertere und transparentere Gestaltung. Für die praktische Umsetzung sind jedoch weitere Anstrengungen nötig:

  • Ansätze müssen an nationale, regionale und lokale Gegebenheiten angepasst, transparent, vergleichbar und regelkonform sein.
  • Behörden arbeiten gemeinsam mit Anbietern, Sozialpartnern und Stakeholdern daran, systemische Veränderungen in Bildungs-, Ausbildungs- und Arbeitsmarktsystemen zu gestalten, um die Bereitstellung von Microcredentials zu unterstützen und die Beteiligten bei der Umsetzung zu begleiten.

Die MINT-Bildung steht in der EU vor großen Herausforderungen: Viele 15-jährige Schülerinnen und Schüler – insbesondere aus benachteiligten Verhältnissen – erzielen schwache Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften. Hinzu kommt ein Rückgang der Spitzenleistungen in MINT-Fächern sowie die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen in MINT-Studiengängen und -Berufen. Zudem fehlt es an ausreichend qualifizierten Lehrkräften und an Angeboten zur beruflichen Weiterbildung.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzt die EU auf den MINT-Bildungsstrategieplan (STEM Education Strategic Plan) im Rahmen der Union of Skills, ergänzt durch den Aktionsplan für Grundkompetenzen.

Ab 2026 sollen STEM Education Centres europaweit eingerichtet werden, um die MINT-Bildung in Primar- und Sekundarschulen sowie in berufsbildenden Schulen zu stärken. Diese Zentren schaffen dynamische Lernökosysteme, die Innovation im MINT-Unterricht fördern und die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Museen, Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Kultur- und Kreativbranchen intensivieren.

Die spezifischen Ziele der STEM Education Centres umfassen Folgendes:

  • Verbesserung des gleichberechtigten Zugangs zu hochwertiger MINT-Bildung
  • Steigerung von Interesse, Motivation und Leistungen der Schülerinnen und Schüler, insbesondere bei unterrepräsentierten Gruppen
  • Verbesserung der Lehrkräftekompetenzen und Bekämpfung des Mangels an MINT-Lehrkräften
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Akteuren der MINT-Bildung
  • Förderung des Austauschs und gegenseitigen Lernens durch transnationale und regionale Kooperation

Themen und Prioritäten:

  • Aufbau transnationaler Netzwerke zur Stärkung lokaler und regionaler MINT-Lernökosysteme für Bildungsinnovation und soziale Inklusion
  • Förderung eines systemischen Ansatzes in der MINT-Bildung (z. B. pädagogische Standards, Monitoring von Lernergebnissen, kontinuierliche Weiterbildung)
  • Etablierung nachhaltiger Partnerschaften und Netzwerke auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene
  • Verringerung bestehender Ungleichheiten in der MINT-Bildungsversorgung zwischen Ländern und Regionen

Dieser Themenbereich zielt darauf ab, Maßnahmen auf Schulebene zu testen und zu validieren, die das Potenzial haben, Defizite bei grundlegenden Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu verringern. Ziel ist es, Schulbehörden bei der Umsetzung dieser Maßnahmen durch wirkungsvolle Strukturreformen, Strategien oder Initiativen zu unterstützen.

Themen und Prioritäten:

  • Orientierung an der Ratsempfehlung „Wege zum Schulerfolg“ (2022), die einen politischen Rahmen auf Basis eines ganzheitlichen Systemansatzes bietet und politische Entscheidungsträger sowie Fachkräfte im Bildungsbereich anleitet.
  • Der Rahmen skizziert Bedingungen für wirksame Maßnahmen, Schlüsselmaßnahmen auf schulischer, lokaler, regionaler und nationaler Ebene sowie spezifische Unterstützungsmaßnahmen für Schulleitungen, Lehrkräfte und weiteres Bildungspersonal.
  • Ergänzung durch EU-weite Leitlinien, die Bildungsbehörden Maßnahmen mit nachweislicher Wirkung zur Verbesserung der Grundkompetenzen aufzeigen.

Die Förderung der Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften, digitalen und zivilgesellschaftlichen Kompetenzen ist entscheidend für Chancengleichheit, sozialen Zusammenhalt, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der EU. Entsprechend dem Aktionsplan für Grundkompetenzen zielen die Projekte darauf ab, diese Fähigkeiten in schulischer und betrieblicher Berufsbildung (einschließlich Ausbildung) zu stärken.

Themen und Prioritäten:

  • Innovative Ansätze testen: Grundkompetenzen in der beruflichen Bildung erforschen, erproben und weiterentwickeln
  • Umsetzung unterstützen: VET-Empfehlungen, Herning Declaration und Aktionsplan für Grundkompetenzen in schulischer und beruflicher Bildung (EQR 3–4).
  • Integration fördern: Praktiken entwickeln, die Grundkompetenzen in Lehrpläne und Lernumgebungen einbinden.
  • Systemischer Ansatz: Kooperation mit Behörden für strategische Steuerung und nachhaltige Umsetzung.

Die berufliche Aus- und Weiterbildung (VET) ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der EU und hochwertige Arbeitsplätze. Laut dem Draghi-Bericht gefährden Qualifikationslücken Europas Wettbewerbsfähigkeit. Besonders gefragt sind berufliche Qualifikationen in Bereichen mit Fachkräftemangel, etwa im digitalen und grünen Wandel oder in demografisch betroffenen Sektoren. Die Schließung dieser Lücken ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Um die Mobilität von Lernenden und Beschäftigten zu fördern, sieht die Union of Skills vor, die Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen auszubauen. Der Fokus liegt auf der Erstausbildung der Sekundarstufe II sowie der postsekundären Ebene (EQR 3–5).

Ein zentraler Ansatz sind gemeinsam entwickelte VET-Programme. Diese stärken die transnationale Zusammenarbeit, verbessern die Anerkennung von Abschlüssen und erhöhen die Attraktivität sowie Wettbewerbsfähigkeit der Berufsbildung in Europa. Besonders profitieren Sektoren mit Fachkräftemangel und Grenzregionen, da gebündelte Ressourcen Innovation, Wachstum und ein vielfältigeres Bildungsangebot ermöglichen.

Die Pilotprojekte sollen die Entwicklung, Durchführung oder Verbesserung transnationaler gemeinsamer Programme zur beruflichen Aus- und Weiterbildung fördern, die idealerweise zu anerkannten Qualifikationen in mindestens zwei Ländern führen und dabei die Vielfalt der Berufsbildungssysteme sowie das Subsidiaritätsprinzip berücksichtigen. Zudem sollen sie bewährte Verfahren und Hindernisse identifizieren sowie Untersuchungen und Empfehlungen zur besseren Umsetzung, Akzeptanz und Verankerung solcher Programme in nationalen und grenzüberschreitenden Berufsbildungssystemen erarbeiten.

Themen und Prioritäten:

  • Entwicklung gemeinsamer VET-Programme auf EQR-Niveau 3–5 im transnationalen Kontext
  • Integration in nationale/regionale Qualifikationsrahmen oder Schaffung neuer transnationaler Qualifikationen
  • Nutzung von EU-Instrumenten (EQAVET, EQF, Europass, ESCO) und bestehenden Kooperationen
  • Programme mit klarem Mehrwert, Bezug zu Arbeitsmarktbedürfnissen, inkl. arbeitsbasiertem Lernen und Mobilität
  • Einbindung von mind. zwei VET-Anbietern aus verschiedenen EU-/Erasmus+-Ländern sowie zuständigen Behörden
  • Frühzeitige Beteiligung der Behörden zur Anerkennung von Qualifikationen und Erarbeitung von Empfehlungen für die Weiterentwicklung
  • Perspektivisch: europäisches Berufsbildungsdiplom oder -label

Der Kompetenzpakt ist die erste Leitinitiative der Europäischen Kompetenzagenda 2020. Er zielt darauf ab, Qualifikationslücken in industriellen Ökosystemen weiter zu bekämpfen, indem Unternehmen, Arbeitnehmer, nationale, regionale und lokale Behörden, Sozialpartner, Industrieverbände, Bildungs- und Ausbildungsanbieter, Handelskammern und Arbeitsvermittlungsdienste dazu mobilisiert werden, in Maßnahmen zur Weiterqualifizierung und Umschulung (upskilling & reskilling) zu investieren.

Themen und Prioritäten:

Dieser Themenbereich zielt darauf ab, bestehende regionale Partnerschaften im Rahmen des Kompetenzpakts dabei zu unterstützen, konkrete Verpflichtungen zur Ausbildung von Menschen im erwerbsfähigen Alter zu entwickeln oder umzusetzen.

Kompetenzen sind entscheidend für Beschäftigungsfähigkeit und Einkommen. Dennoch zögern viele Erwachsene, Bildungsangebote zu nutzen – oft aufgrund fehlender Motivation, Zeitmangel oder negativer Schulerfahrungen. Angesichts des raschen Wandels und einer langen Erwerbsphase ist es dringend notwendig, diese Gruppen zu erreichen.

Themen und Prioritäten:

  • Innovative Pilotprojekte, die Erwachsene in vertrauten Umgebungen zum Lernen motivieren und flexible Angebote bereitstellen, um Barrieren wie Zeit- und Betreuungspflichten zu überwinden
  • Mögliche Orte: Bibliotheken, Gemeindezentren, Kultur-, Sport-, Gesundheits- und Sozialzentren, Arbeitsplätze oder öffentliche Arbeitsvermittlungen
  • Erfolgsfaktor: Partnerschaften zwischen verschiedenen Organisationen

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