Erasmus+ Enriching lives, opening minds.

Erasmus-Semester in Klagenfurt am Wörthersee

privat / DAAD

Ein Erasmus-Semester in Klagenfurt kann weit mehr sein als nur ein Auslandsstudium. Trotz organisatorischer Hürden eröffnet die finanzielle Zusatzförderung Anna-Sophie Glitzenhirn neue Freiräume, unvergessliche Erlebnisse und wertvolle akademische sowie persönliche Erkenntnisse – eine Erfahrung, die nachhaltig prägt und Lust auf mehr Europa macht. 

Mein Erasmus-Semester absolvierte ich in Klagenfurt am Wörthersee in Österreich, wo ich im fünften Semester Psychologie und Erziehungswissenschaft studierte. Der Aufenthalt war für mich besonders wertvoll, da ich zahlreiche Erfahrungen sammeln konnte, die mir erst durch die finanzielle Förderung ermöglicht wurden.

Ich entschied mich bewusst für einen Auslandsaufenthalt in Österreich, da ich im Rahmen meines Zwei-Fach-Bachelors in Psychologie und Erziehungswissenschaft an der Universität Klagenfurt Veranstaltungen in beiden Studienfächern belegen konnte. Zudem sprach mich die Lage im Dreiländereck besonders an. Der Bewerbungsprozess gestaltete sich insgesamt unkompliziert. Die Suche nach einer Unterkunft erwies sich hingegen als herausfordernder, da im Wohnheim kein Platz verfügbar war und ich mehrere Absagen über WG-Gesucht erhielt. Letztlich fand ich jedoch eine schöne Wohngemeinschaft mit zwei Mitbewohnern, mit denen ich mich gut verstand.

Die Vorbereitung auf das Studium empfand ich teilweise als verwirrend. Vor allem die Erstellung des Online Learning Agreements war mit Schwierigkeiten verbunden, da für den Zugang zum Campus-System zunächst ein Wohnsitz in Österreich erforderlich war. Auch die Kurssuche gestaltete sich kompliziert, da mir mehrfach mitgeteilt wurde, dass sich bestimmte Veranstaltungen nicht anrechnen lassen würden. In dieser Phase fühlte ich mich stellenweise alleingelassen, da ich auf Nachfragen per E-Mail häufig keine Rückmeldung erhielt. Umso erleichternder war es, dass letztlich alles rechtzeitig geklappt hat und ich einen Tag vor Semesterbeginn das final bestätigte Learning Agreement erhielt.

Die ersten Wochen in Österreich waren zugleich aufregend, spannend und stellenweise auch stressig. Schnell fand ich jedoch Anschluss an eine tolle Gruppe, mit der viele gemeinsame Aktivitäten geplant und umgesetzt wurden. Besonders genoss ich es, die Umgebung bei Wanderungen zu erkunden. Ein persönliches Highlight war ein Tag, an dem wir morgens in Österreich losfuhren, in Slowenien wandern gingen, abends in Italien Pizza essen waren und den Tag schließlich wieder in Österreich auf einer Semesteranfangsparty ausklingen ließen. Diese Erfahrung verdeutlichte mir eindrucksvoll, wie offen, vernetzt und vielfältig Europa ist – nicht nur geografisch, sondern auch kulturell.

Während meines Erasmus-Semesters habe ich zudem viel über mich selbst gelernt. Die Organisation des Studiums, die Wohnungssuche sowie administrative Herausforderungen forderten mich anfangs stark. Rückblickend habe ich jedoch gelernt, geduldig zu bleiben und eigenständig Lösungen zu entwickeln. Dies hat mein Vertrauen in meine eigene Selbstständigkeit deutlich gestärkt. Darüber hinaus konnte ich meine sozialen Kompetenzen erweitern, indem ich mich schnell in neue Gruppen integrierte und internationale Kontakte knüpfte.

Die finanzielle Unterstützung durch das Erasmus-Programm war für mich von großer Bedeutung. Sie ermöglichte mir einen sorgenfreien Start in das Semester, da die Lebenshaltungskosten und Mietpreise in Österreich höher sind als in Deutschland. Dank der Förderung konnte ich nicht nur meinen Alltag gut bewältigen, sondern auch die vielfältigen Möglichkeiten rund um das Erasmus-Semester nutzen. So konnte ich Ausflüge in die Umgebung unternehmen, nach Graz und Venedig reisen, Schlittschuhe ausleihen, um auf dem zugefrorenen See zu fahren, sowie an einer vom ESN organisierten Skifreizeit teilnehmen. Durch diese Aktivitäten konnte ich enge Freundschaften knüpfen, die meinen Auslandsaufenthalt nicht nur bereichert, sondern zu einer unvergesslichen und besonders wertvollen Erfahrung gemacht haben. Trotz dieser Aktivitäten blieb am Monatsende noch genug finanzieller Spielraum für gemeinsame Cafépause mit Freunden. Als Erstakademikerin habe ich die Top-Up-Förderung erhalten. Zwar beziehe ich BAföG, jedoch steht die Bewilligung meines Auslands-BAföGs bis heute noch aus. Umso wichtiger war die zusätzliche finanzielle Unterstützung für mich. Dank der Förderung musste ich mir keine Sorgen um die Finanzierung machen und keiner Nebentätigkeit nachgehen. Dadurch konnte ich mich deutlich entspannter und konzentrierter auf mein Studium im Ausland fokussieren. Ohne diese Unterstützung hätte ich mir den Auslandsaufenthalt nicht leisten können.

Auch in Bezug auf mein Studium empfand ich den Aufenthalt als sehr bereichernd. Es war spannend, eine andere Universität kennenzulernen und zu erleben, wie Lehre dort gestaltet wird, welche Methoden eingesetzt werden und welche unterschiedlichen Inhalte und Perspektiven vermittelt werden. Besonders lehrreich waren für mich die verschiedenen Prüfungsformate, durch die ich nochmals reflektieren konnte, wie ich selbst am besten lerne und welche Prüfungsformen mir liegen und welche weniger. Insgesamt habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich auch in neuen akademischen Umgebungen gut zurechtfinden und Herausforderungen erfolgreich bewältigen kann. Dies motiviert mich, auch in Zukunft internationale Erfahrungen in Betracht zu ziehen

Einen Auslandsaufenthalt kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Trotz anfänglicher organisatorischer Schwierigkeiten überwiegen die positiven Erfahrungen bei Weitem. Man wächst persönlich, entwickelt wertvolle fachliche und soziale Kompetenzen und sammelt Erinnerungen, die weit über das Studium hinaus prägend bleiben. Insbesondere durch die finanzielle Unterstützung des Erasmus-Programms wird ein solcher Aufenthalt realistisch und ermöglicht es, sich voll und ganz auf Studium, Austausch und persönliche Entwicklung einzulassen.

Nach oben