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Europäische Hochschulen

Europäische Hochschulen” sind Hochschulallianzen, die die Stärken und die Vielfalt europäischer Forschung und Lehre in neuen Strukturen bündeln sollen, um den Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert ist, zu begegnen.
Europäische Hochschulallianzen sind Teil der ambitionierten EU-Initiative “Europäische Hochschulstrategie“. Sie werden hauptsächlich durch das Erasmus+ Programm finanziert.

Stand der Initiative “Europäische Hochschulen

Nach drei Ausschreibungen in der aktuellen Erasmus+ Programmgeneration (2021-2027) gibt es 65 EU-geförderte Europäische Hochschulallianzen sowie weitere 8 Allianzen aus der Ausschreibung 2024 mit einem „Seal of Excellence“, siehe unten.

Insgesamt sind es somit 73 Allianzen, an denen europaweit fast 650 Hochschulen aus 36 Ländern beteiligt sind, darunter alle EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei. Die Allianzen sind in Innovationsnetzwerken regional verankert und bringen über 2.200 assoziierte Partner zusammen, die von Nichtregierungsorganisationen über Unternehmen, Städte, lokale und regionale Behörden sowie Hochschulen aus den Ländern des Bologna-Prozesses reichen. So sind beispielsweise rund 35 Hochschuleinrichtungen aus der Ukraine assoziierte Partner.

Aus Deutschland sind 67 Hochschulen (18 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und 49 Universitäten) an 59 von 65 EU-geförderten Allianzen beteiligt. Damit ist Deutschland Spitzenreiter bei der Beteiligung an der Initiative.
Hinzukommen 8 deutsche Hochschulen (6 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und 2 Universitäten), die an 7 von 8 Allianzen mit einem „Seal auf Excellence“ beteiligt sind.

Insgesamt sind knapp 50% der Studierenden in Deutschland an Hochschulen immatrikuliert, die Teil einer EU-geförderten Europäischen Hochschulallianz sind.*

Einen Überblick über die Europäischen Hochschulallianzen und ihre Zusammensetzung finden Sie in der EU-Datenbank der Allianzen.

Die Initiative „Europäische Hochschulen“ ist eine Flaggschiff-Initiative der Europäischen Hochschulstrategie der EU-Kommission (2022), die sich u.a. zum Ziel gesetzt hatte, bis Mitte 2024 die Zahl der Hochschulallianzen auf 60 auszuweiten – mit 500 beteiligten Hochschulen (etwa 10 Prozent der Hochschulen in Europa). Dieses Ziel wurde deutlich übertroffen. Wie oben aufgeführt arbeiten derzeit 73 Hochschulallianzen und fast 650 Hochschulen konzentriert daran, ihre strategische Zusammenarbeit mit Leben zu füllen.

*Anteil EUI-Studierende an DE-Gesamtstudierenden = 47,7%. Im Wintersemester 2023/24 entfielen 47,7% der an deutschen Hochschulen immatrikulierten Studierenden auf die EUI-geförderten Hochschulen (1.368.984 von insg. 2.868.311; Quelle: Eigene Berechnung nach Destatis-Daten).

Seal of Excellence

Das Exzellenzsiegel ist ein Qualitätssiegel, das im Rahmen der Ausschreibungen an Vorschläge von Hochschulallianzen vergeben wurde, die aufgrund von Budgetbeschränkungen keine Förderung durch Erasmus+ erhalten konnten.
Das Siegel würdigt die hohe Qualität des Vorschlags und soll die Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten erleichtern. Acht Hochschulallianzen haben im Jahr 2024 das Exzellenzsiegel erhalten.
Obwohl sie keine Erasmus+ Förderung erhalten haben, haben mehrere dieser Hochschulallianzen bereits ihre Aktivitäten aufgenommen. Sie arbeiten derzeit daran, ihre strategische transnationale Zusammenarbeit zu vertiefen.

Der Begriff “Hochschulen“ sollte im weitesten Sinne verstanden werden, einschließlich aller Arten von Hochschuleinrichtungen. Die Initiative der Europäischen Hochschulen entspricht einer langfristigen Vision, und in diesem Zusammenhang werden die folgenden Schlüsselelemente von den “Europäischen Hochschulen“ erwartet:

  • Eine gemeinsame, integrierte, langfristige Bildungsstrategie mit Verbindungen zu Forschung und Innovation und zur Gesellschaft insgesamt (wo immer möglich)
  • Ein europäischer, “interuniversitärer“ Hochschulcampus
  • Ein Angebot an gemeinsamen, flexiblen und innovativen Curricula
  • Weitere flexible Lernmöglichkeiten und alternative Lernwege für Lernende in allen Lebensphasen, in allen Disziplinen und Sektoren
  • Europäische wissensbildende Teams (“herausforderungsbasierter Ansatz“) von Studierenden und Wissenschaftlern, die sich gemeinsam gesellschaftlichen und anderen Herausforderungen ihrer Wahl in einem multidisziplinären Ansatz stellen

Darüber hinaus sollten die „Europäischen Hochschulen” schrittweise ihre Fähigkeit ausbauen, als Modelle guter Praxis zu fungieren, um die Qualität, internationale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der europäischen Hochschullandschaft weiter zu steigern.

Die Allianzen bestehen im Schnitt aus rund 9 Partnerhochschulen aus Ländern quer durch Europa. Dazu zählen die EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei. Die Allianzen sind zudem regional verankert und binden zahlreiche assoziierte Partner ein – von Nichtregierungsorganisationen über Unternehmen, Städte, bis hin zu lokalen und regionalen Behörden. Auch Hochschulen aus den Ländern des Bologna-Prozesses werden als assoziierte Partner eingebunden.

Die Zusammensetzung der Allianzen ist in der EU-Projektdatenbank aufgeführt.

Ein Projekt erhält in Abhängigkeit von der Anzahl der Partner max. 3,24 Mio. EUR (3 Partner) bis 14,4 Mio. EUR (9 Partner und mehr).

Die Aufteilung des Gesamtbudgets auf die Partner liegt im Ermessen der jeweiligen Allianz. Bei theoretischer Gleichverteilung ergibt sich folgende jährliche maximale Fördersumme:

  • 400.000 EUR pro Hochschule/Jahr für Hochschulallianzen mit mindestens 9 Partnern
  • 270.000 EUR pro Hochschule/Jahr für Allianzen mit 3-8 Partnern

Vier Jahre + ggf. zwei weitere Jahre

Im Rahmen dieser Aktion werden verschiedene innovative und strukturelle Modelle erprobt, die das Potenzial haben, die institutionelle Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen langfristig zu verändern und auf eine neue Ebene zu heben.

Die Allianzhochschulen bringen Ressourcen und eigene Stärken zusammen, um europäische Campus zu entwickeln. Sie etablieren gemeinschaftliche Governance-Strukturen, entwickeln integrierte Studienangebote, Microcredentials, kreative Projekte mit der Gesellschaft und schaffen insbesondere neue Mobilitätsformate und -strukturen, um mindestens 50% ihrer Studierenden eine Mobilitätserfahrung (sei es physisch, virtuell oder kombiniert) zu ermöglichen. Ziel ist es, dass Studierende, Forschende und Verwaltungspersonal nahtlos zwischen den Partnereinrichtungen wechseln können.
Zahlreiche Beispiele von laufenden Aktivitäten sind auf den Webseiten der Allianzen aufgeführt. Zudem finden Sie im DAADeuroletter ausgewählte Beispiele aus Deutschland. Berichte, Interviews und Pressemitteilungen rund um die Europäischen Hochschulallianzen können Sie auf der Seite des DAAD-Nationalen Begleitprogramms einsehen.

Damit die Allianzen eine Vorbildfunktion im Europäischen Hochschulraum übernehmen können, fördert die EU-Kommission eine Praxisgemeinschaft von Europäischen Hochschulallianzen, die den Nutzen der Initiative für den gesamten Hochschulsektor verstärken soll. Mit dem Projekt „FOR-EU4ALL – FORum of European Universities for All“ wird nicht nur das Peer-Learning zwischen den Allianzen gestärkt, sondern auch die Verbreitung von Ergebnissen im gesamten Hochschulsektor gefördert. Alle nunmehr bestehenden Allianzen sind als Voll- bzw. assoziierte Partner beteiligt.

Auch das von der NA DAAD koordinierte Projekt „European University Alliances as role models – Spreading innovative results to other higher education institutions” zielt darauf, den Erfahrungstransfer aus den Allianzen zu unterstützen. Die zusammen mit den Nationalen Agenturen aus Norwegen, Österreich und Ungarn betriebene 3-jährige „Long-Term Activity“ (LTA) berücksichtigt insbesondere die 90 Prozent der Hochschulen in Europa, die nicht an einer Hochschulallianz beteiligt sind.

2017 schlug der französische Staatspräsident Macron in einer Rede an der Sorbonne Université die Schaffung von Europäischen Hochschulen als Orte vor, an denen die europäischen Werte in gemeinsamer Forschung, Lehre und im Austausch gelebt werden sollen. Die Idee wurde von der EU-Kommission und vom Europäischen Rat aufgegriffen und konkretisiert.

Am 14. Dezember 2017 forderte der Europäische Rat “die Stärkung strategischer Partnerschaften zwischen Hochschuleinrichtungen in der gesamten EU und die Förderung der Herausbildung von etwa zwanzig “Europäischen Hochschulen” bis 2024, bestehend aus nach dem Bottom-up-Prinzip errichteten Hochschulnetzwerken in der gesamten EU, die es Studierenden ermöglichen, durch eine Kombination von Studien in mehreren EU-Ländern einen Studienabschluss zu erwerben, und somit zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulen beitragen”.

Die Unterstützung der Mitgliedstaaten für die Initiative wurde insbesondere in der Entschließung des Rates vom Februar 2021 über einen “Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung mit Blick auf den Europäischen Bildungsraum und darüber hinaus (2021-2030)” bekräftigt, in der es heißt: “Die Hochschuleinrichtungen werden in den nächsten 10 Jahren ermutigt, neue Formen einer engeren Zusammenarbeit zu finden, insbesondere durch die Schaffung transnationaler Allianzen (…) und durch die vollständige Umsetzung der Initiative ‘Europäische Hochschulen’.” In den am 17. Mai 2021 angenommenen Schlussfolgerungen des Rates zur Initiative “Europäische Hochschulen” werden die Mitgliedstaaten und die Kommission aufgefordert, “nachhaltigere Finanzierungsinstrumente für die ‘Europäischen Hochschulen’ zu prüfen und dabei die Vielfalt der Kooperationsmodelle zu berücksichtigen.

Finanzierung der „Europäische Hochschulen

Nach der Verabschiedung der Europäischen Hochschulstrategie hat die Europäische Kommission, gemeinsam mit den Europäischen Hochschulallianzen, anderen Interessengruppen im Hochschulbereich und den EU-Ländern, damit begonnen, einen Investitionspfad (“investment pathway“) für die Europäischen Hochschulallianzen über den Zeitraum 2028/2029 hinaus zu erarbeiten.

Planungen für die Jahre 2026 und 2027

Für eine 2-jährige Verlängerung von bereits ausgewählten Europäischen Hochschulallianzen plant die Europäische Kommission eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zur Gewährleistung einer nachhaltigen Finanzierung der Allianzen bis 2028/2029.

Der Aufruf wird im Herbst 2026 erwartet.

Zur Ansicht und Vorbereitung auf die nächste Antragstellung stellen wir Ihnen die Unterlagen der vorherigen Antragsrunde zur Verfügung. Für die Antragstellung müssen Sie jedoch zwingend die Dokumente nutzen, die für den jeweiligen Aufruf im Funding & Tenders Portal veröffentlicht werden.

Die Erasmus+ Ausschreibung 2026 zu den „Europäischen Hochschulen“ Partnerships for Excellence – European Universities – Call for proposals 2026 richtet sich vor allem an bestehende Europäische Hochschulallianzen, die in der Auswahlrunde 2022 gefördert wurden. Die Teilnahme ist jedoch nicht auf diese Allianzen beschränkt.

Ziel ist es, Konsortien von Hochschulen, die bereits eine intensive transnationale Zusammenarbeit von mindestens zwei bis drei Jahren auf institutioneller Ebene pflegen, im Einklang mit der strategischen Umsetzung der Initiative „Europäische Hochschulen“ für einen Zeitraum von zwei Jahren finanziell zu unterstützen. Dafür steht ein Budget von insgesamt 145,6 Mio. EUR zur Verfügung.

Diese zweijährige Förderung soll die Finanzierung der Europäischen Hochschulallianzen bis zum Beginn des nächsten mehrjährigen Finanzierungszeitraums der EU im Jahr 2028 überbrücken.

Budget und Projektlaufzeit

Ein Projekt erhält in Abhängigkeit von der Anzahl der Partner max. 1,62 Mio. EUR (3 Partner) bis 7,2 Mio. EUR (9 Partner und mehr) für eine Laufzeit von 2 Jahren.

Wer kann einen Antrag stellen?

Anträge können von Hochschulen (ECHE-Inhaber) oder Organisationen von Hochschuleinrichtungen aus einem EU-Mitgliedsstaat, aus einem mit dem Erasmus+ Programm assoziierten Drittstaat oder aus dem Westbalkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo¹ und Montenegro) gestellt werden. Die antragstellende Hochschule stellt den Antrag im Namen des gesamten Konsortiums. Das Konsortium einer Europäischen Hochschule besteht aus mindestens drei Hochschulen aus mindestens drei verschiedenen förderfähigen Ländern (EU-Mitgliedstaat, assoziierte Drittstaaten, o.g. Westbalkanstaaten).

Weitere akademische (aus EU-Mitgliedstaaten, assoziierten Drittstaaten, o.g. Westbalkanstaaten) und dem Europäischen Hochschulraum/Länder aus dem Bologna-Prozess und nicht akademische Partner (aus EU-Mitgliedstaaten, assoziierten Drittstaaten, o.g. Westbalkanstaaten) können als assoziierte Partner teilnehmen. Assoziierte Partner erhalten keine finanzielle Zuwendung.

Wie und wann reiche ich einen Antrag ein?

Die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) stellt die elektronischen Antragsunterlagen nach Veröffentlichung des Aufrufs im Funding and Tender Opportunities Portal (FTOP) zur Verfügung. Die Einreichung des Antrags erfolgt direkt über das Portal der Europäischen Kommission. Erläuterungen zur Handhabung des FTOP finden Sie hier.

Die Frist für die Antragstellung 2026 ist am 04.03.2026 (17:00:00 Uhr Brüsseler Zeit).

Antragsunterlagen 2026 – nur zur Ansicht

2026_NUR_ANSICHT_ Tpl_Application Form (Part B) (ERASMUS BB and LSII)

2026_ NUR_ANSICHT_ Tpl_Detailed Budget Table (ERASMUS LSII)

Online-Info-Session der EACEA am 27.11.2025 zum Aufruf 2026

NA DAAD Online-Frage und Antwortrunde zur Antragstellung am 30.01.2026 zum Aufruf 2026

Nationales Begleitprogramm

Flankierend zur EU-Initiative unterstützt der DAAD deutsche Hochschulen im Rahmen des nationalen Begleitprogramms “Europäische Hochschulnetzwerke (EUN) – nationale Initiative“. Weitere Infos finden Sie auf der DAAD-Webseite.

Unser Informations- und Beratungsangebot

Sie haben Fragen zur Antragstellung oder möchten Ihre Projektidee mit uns besprechen? Gerne können Sie uns über das Beratungsportal für Erasmus+ Kooperationsprojekte kontaktieren. Alternativ können Sie uns auch per E-Mail erreichen.

Sie sind noch unsicher, welche Erasmus+ Projektförderung zu Ihrer Projektidee passt? Dann lassen Sie sich zunächst von unseren einleitenden Fragen und Entscheidungsbäumen Orientierungshilfe geben.

Über unseren E-Mail-Verteiler der Erasmus+ Hochschulpartnerschaften informieren wir regelmäßig über Aufrufe, Neuerungen und Veranstaltungen im Kontext der Erasmus+ Hochschulpartnerschaften (Erasmus Mundus, Jean Monnet, Allianzen für Innovation, Teacher Academies, Kapazitätsaufbauprojekte & Europäische Hochschulen). Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Damit wir unsere Beratung kontinuierlich verbessern können, schicken Sie uns gerne eine Kopie Ihres Antrags:
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Nationale Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD
Referat EU03 – Partnerschaften und Kooperationsprojekte
Kennedyallee 50
53175 Bonn
Oder elektronisch per E-Mail.

Kontakt

YS

Yvonne Schnocks