Strategischer Rahmen
Die europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich gewinnt zunehmend an Bedeutung. Auch wenn die Bildungspolitik weiterhin in der Verantwortung der einzelnen EU‑Mitgliedstaaten liegt, so stärken gemeinsame Zielsetzungen und Programme auf EU‑Ebene die nationalen Bildungssysteme und fördern länderübergreifende Lösungsansätze.
Mit dem Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2030) und der Initiative zum Europäischen Bildungsraum wurden zentrale Leitlinien für die zukünftige Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung festgelegt. Die definierten Prioritäten dienen als Orientierung für zahlreiche europäische Maßnahmen und Programme.
Beide Initiativen verfolgen gemeinsam das Ziel, einen inklusiven, hochwertigen und zukunftsfähigen Europäischen Bildungsraum zu gestalten. Sie bilden zugleich die inhaltliche Grundlage für die Ausrichtung von Erasmus+.
Am 19. Februar 2021 verabschiedete der Rat der Europäischen Union den Strategischen Rahmen für die europäische Bildungszusammenarbeit 2021–2030 (ET 2030). Er definiert die gemeinsamen Prioritäten und Ziele der EU‑Mitgliedstaaten für die Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung in diesem Jahrzehnt.
ET 2030 ist eng auf die Ziele des Europäischen Bildungsraums ausgerichtet und versteht sich als zentraler politischer Orientierungsrahmen für dessen Umsetzung und Weiterentwicklung.
Die fünf strategischen Prioritäten von ET 2030 sind:
- Verbesserung von Qualität, Chancengleichheit, Inklusion und Bildungserfolg
- Förderung von lebenslangem Lernen und Mobilität für alle
- Stärkung der Kompetenzen und Motivation von Lehrkräften und Bildungspersonal
- Stärkung der europäischen Hochschulbildung
- Unterstützung der grünen und digitalen Transformation durch Bildung
Der Strategische Rahmen wird von den EU‑Mitgliedstaaten gemeinsam beschlossen und dient als Grundlage für die strategische Ausrichtung der europäischen Bildungszusammenarbeit sowie für die Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission. Ziel ist eine bessere Koordinierung und wirksamere Steuerung der Bildungszusammenarbeit in Europa.
Die Europäische Kommission hat am 30. September 2020 eine Mitteilung zur Schaffung eines Europäischen Bildungsraums bis 2025 veröffentlicht. Ziel ist es, durch neue Initiativen, Investitionen und verstärkte Zusammenarbeit, Europäerinnen und Europäern aller Altersgruppen den Zugang zu einem vielfältigen Bildungsangebot und jungen Menschen bessere EU-weite Beschäftigungsaussichten zu eröffnen.
Der Europäische Bildungsraum baut auf der langjährigen europäischen Bildungszusammenarbeit auf und setzt auf gemeinsame Zielvorgaben und Benchmarks, deren Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten und relevanten Akteuren im Bildungsbereich bildet dabei eine zentrale Voraussetzung.
Bildung wird als Schlüsselfaktor für die soziale, wirtschaftliche und digitale Zukunft Europas verstanden. Entsprechend ist der Europäische Bildungsraum eng mit zentralen EU‑Initiativen wie Next Generation EU, dem EU‑Aktionsplan für digitale Bildung, der Europäischen Kompetenzagenda sowie der erneuerten Berufsbildungs– und Forschungspolitik verknüpft.
Zur Weiterentwicklung des Europäischen Bildungsraums bündelt die Kommission bestehende Maßnahmen und strukturiert sie entlang von sechs Dimensionen, in denen Erasmus+ eine tragende Rolle spielt.
Die sechs Dimensionen des Europäischen Bildungsraums
- Qualität
Stärkung von Grundkompetenzen, Schlüsselqualifikationen, Mehrsprachigkeit, Mobilität und einer europäischen Perspektive in der Bildung. - Inklusion und Gleichstellung
Abbau sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Barrieren im Bildungssystem, Förderung von Chancengleichheit, Vielfalt und lebenslangem Lernen. Erasmus+ setzt hierbei gezielt auf inklusivere Mobilitätsformate, zusätzliche Unterstützungsangebote und finanzielle Förderung benachteiligter Teilnehmender. - Grüne und digitale Transformation
Förderung nachhaltiger Bildungsstrukturen und digitaler Kompetenzen. Blended Mobility, nachhaltige Projektumsetzung und priorisierte Kooperationsprojekte sind zentrale Ansatzpunkte von Erasmus+. - Lehrkräfte
Aufwertung des Lehrberufs, Stärkung von Qualifizierung, Mobilität und beruflicher Entwicklung. Die Erasmus+ Teacher Academies fördern europaweite Vernetzung und Austausch. - Hochschulbildung
Vertiefung der transnationalen Zusammenarbeit, Entwicklung gemeinsamer Studienangebote, Anerkennung von Abschlüssen und Microcredentials sowie Unterstützung der Europäischen Hochschulen. Digitale Instrumente wie der Europäische Studierendenausweis erleichtern Mobilität und Verwaltung. - Geopolitische Dimension
Internationale Bildungszusammenarbeit als Beitrag zu Europas globaler Vernetzung, zur Förderung europäischer Werte und zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Erasmus+ stärkt hierbei die Verbindungen zwischen dem Europäischen Bildungsraum und Partnerländern weltweit.
Externe Links
- Zur Kommissionsmitteilung
- Zur Pressemitteilung der Europäischen Kommission
- Zur Webseite der Europäischen Kommission
- Zum Factsheet "European Education Area"
- Strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (2021-2030)
- Initiative zum Europäischen Bildungsraum
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