Mobilität

ECHE, Mobilitätsantrag & Akkreditierung
Budget und Fördersätze
Förder-/ Aufenthaltsdauer
Studierendenmobilität
Personalmobilität
Learning Agreement
Allgemeines
Abschluss des Learning Agreement
Änderungen des Learning Agreement
Transcript of Records
Traineeship Certificate
Sprachenförderung/ Online Linguistic Support (OLS)
Verschiedenes

ECHE, Mobilitätsantrag & Akkreditierung

Wann kann die Erasmus Charta for Higher Education (ECHE) beantragt werden?

Der Aufruf für die erstmalige Teilnahme ab dem Antragsjahr 2016 wird jährlich auf den Webseiten der Exekutivagentur der Europäischen Kommission veröffentlicht. Eine Teilnahme ist zu jedem Antragsjahr möglich. Informationen zur ECHE finden Sie hier.

Ist es notwendig in der Ehrenerklärung ("Declaration of Honour") die Personalausweis-Nummer des rechtlichen Vertreters ("Legal Representative") anzugeben?

Nein. Obwohl das Formular ein solches Feld vorsieht, müssen hier keine Angaben gemacht werden.

Muss sich eine Hochschule als Konsortialführer trotz vorhandener ECHE (Erasmus Charter for Higher Education) akkreditieren/zertifizieren lassen und wenn ja, wie oft?

Da ein Mobilitätskonsortium andere Aufgaben hat als die Hochschule selbst, muss eine gesonderte Akkreditierung/Zertifizierung beantragt werden. Diese ist nach Erwerb drei Jahre gültig. Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Akkreditierung/Zertifizierung in einem eigenständigen Verfahren beantragt werden muss.

Kann ich erst einen Mobilitätsantrag stellen, wenn ich eine Akkreditierung/Zertifizierung als Mobilitätskonsortium erhalten habe?

Nein. Der Antrag auf Akkreditierung/Zertifizierung kann auch zeitgleich mit dem Mobilitätsantrag gestellt werden und ist zum gleichen Termin einzureichen.

Was ist der Unterschied zwischen Akkreditierung der Hochschulen und Akkreditierung/ Zertifizierung des gesamten Mobilitätskonsortiums?

Akkreditiert/zertifiziert wird das Mobilitätskonsortium als Ganzes, vertreten durch die antragstellende Einrichtung, nicht seine Partner. Jedoch muss jede teilnehmende Hochschule durch eine Erasmus Charta for Higher Education (ECHE) akkreditiert sein. Nicht-Hochschulpartner benötigen keine Akkreditierung/Zertifizierung.

Ist die Aufnahme neuer ECHE-Partnerhochschulen in ein akkreditiertes Mobilitätskonsortium während eines Projekts möglich?

Die Aufnahme neuer Partnerhochschulen in ein bestehendes Mobilitätskonsortium ist möglich. Die Mandate der neuen Partnerhochschulen können der NA DAAD in gescannter Form zugeleitet werden. Diese werden dann für das weitere Projektmanagement berücksichtigt. Für die Ausstellung der Mandate müssen die im Antragsjahr gültigen Formulare verwendet werden.

Müssen Mobilitätskonsortien je Projekt neue Mandate vorweisen?

Nein, jene Mandate, die zum Zeitpunkt der Akkreditierung ausgestellt werden, sind für die Laufzeit der Akkreditierung (drei Jahre) unverändert gültig. Eventuell nachträglich ausgestellte Mandate neuer Partnerhochschulen werden zur bestehenden Akkreditierung hinzugefügt.

Budget und Fördersätze

Besteht neben dem Transfer von Mitteln für die Organisation der Mobilität (OS) die Möglichkeit, die Anzahl der Mobilitäten zu steigern?

Die Anzahl der Mobilitäten kann auch über Zero-Grant-Mobilitäten und/oder eine kürzere Aufenthaltsdauer von Studierenden gesteigert werden. Bei der Förderung von Erasmus-Praktika ist zu beachten, dass das Unternehmensgehalt nicht auf die Höhe der Erasmus-Stipendien angerechnet werden darf.

Wird für die endgültige Berechnung der Mittel für die Organisation der Mobilität (OS-Mittel) jede Mobilität berücksichtigt?

Ja, für die abschließende Berechnung der OS-Mittel nach Beendigung des Projekts werden alle realisierten Erasmus-Mobilitäten zugrunde gelegt; wie häufig einzelne Personen gefördert wurden, spielt dabei keine Rolle. In keinem Fall können am Ende der Vertragslaufzeit mehr OS-Mittel (als zu Beginn bewilligt) anerkannt werden.

Wann sind durch die Projektträger die jeweiligen Fördersätze für den Vertragszeitraum zu veröffentlichen?

Projektträger müssen ihre Studierenden bei Unterzeichnung des Grant Agreement, spätestens aber vor Beginn der ersten Mobilität über die Höhe der finanziellen Erasmus-Förderung informieren. Während der Ausschreibungsphase sollte darauf hingewiesen werden, dass die tatsächliche Förderung innerhalb eines gewissen Rahmens von der voraussichtlichen Höhe abweichen kann/wird. Nach der Auswahl der Geförderten sollten die endgültigen Fördersätze kommuniziert werden, in jedem Fall vor der Unterzeichnung des Grant Agreement. Die einmal veröffentlichten Fördersätze pro Monat können im Laufe des Vertragszeitraums nicht mehr verändert werden.

Können Konsortien eigene, von den Fördersätzen der Partnerhochschule unabhängige, Fördersätze festlegen?

Vertragsnehmer (Projektträger) legen für jedes Projekt die Erasmus+ Fördersätze neu fest. Mobilitätskonsortien legen Fördersätze unabhängig von den an ihnen beteiligten Hochschulen fest.

Können in der Personalmobilität die Stückkosten 1. für die Fahrt und 2. für Aufenthaltstage nach Landes- oder Bundesreisekostengesetz abgerechnet werden?

  • Möglichkeit 1: Die Stückkosten 1. für die Fahrt und 2. für Aufenthaltstage werden vollständig an die Geförderten weitergegeben. Der Projektträger kann diese Zahlungen aus eigenen Mitteln ergänzen. Mögliche positive Differenzen von realen Kosten zu Stückkosten verbleiben bei den Geförderten und müssen von diesen ggf. persönlich versteuert werden. Die NA DAAD empfiehlt einen Hinweis auf die Steuerpflicht in der Bewilligung der jeweiligen Mobilität.
  • Möglichkeit 2: Die Stückkosten 1. für die Fahrt und 2. für die Aufenthaltstage werden nicht an die Geförderten weitergegeben, sondern nach Bundes- oder Landesreisekostengesetz abgerechnet. Ein Projektträger muss bei dieser Möglichkeit die Zahlungen ggf. aus eigenen Mitteln (nicht aus Mitteln für die Organisation der Mobilität) ergänzen. Mögliche positive Differenzen von realen Kosten zu Stückkosten verbleiben beim Projektträger und müssen innerhalb der Vertragslaufzeit für weitere Zero-Grant-Mobilitäten verwendet oder auch zum Ausgleich negativer Differenzen zwischen realen Kosten und Stückkosten verwendet werden.

Wie werden Reisestückkosten für die Personalmobilität berechnet?

Die Berechnung erfolgt mit Hilfe des Distance Calculators. Die angezeigte Distanz im Rechner entspricht der einfachen Entfernung. Der aus der Tabelle mit dieser Distanz ermittelte Stückkostenbetrag bezieht sich auf die gesamte Fahrt (Hin- und Rückfahrt).

Kann man weitere Studierende mit einem Zero-Grant fördern, nachdem die Mittel bereits ausgeschöpft wurden?

Ja. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Zero-Grant sollte jedoch transparent und nachvollziehbar auf der Webseite der entsendenden Einrichtung dargestellt werden. Zu beachten ist dabei, dass auch diese Zero-Grant-Förderung auf das Erasmus-Mobilitätskontingent der Studierenden anzurechnen ist.

Können Studierende auch teilweise als Zero-Grant gefördert werden, wenn das Erasmus+ Budget für eine vollständige Förderung des Aufenthalts nicht ausreicht?

Ja, es besteht die Möglichkeit, mit dem Studierenden eine finanzielle Förderung von zum Beispiel vier Monaten bei einem Erasmus+ Gesamtaufenthalt von fünf Monaten zu vereinbaren. Somit würde das Grant Agreement über fünf Monate vereinbart und enthält dabei einen Zero-Grant-Monat. Dieses Vorgehen setzt Transparenz und Gleichbehandlung aller Erasmus+ Geförderten voraus. Eine nachträgliche finanzielle Förderung, d. h. die Umwandlung des Zero-Grant-Zeitraums nach Abschluss des jeweiligen Aufenthaltes, ist ausgeschlossen.

Wie geht man mit Partnerhochschulen um, die über verschiedene Standorte in unterschiedlichen Ländern verfügen?

Im Mobility Tool+ gibt es nach Anlegen der Mobilitätsmaßnahme die Möglichkeit, diese noch einmal zu editieren und das aufnehmende Land zu ändern. In diesem Fall bleibt die Eingabe der aufnehmenden Einrichtung (mit dem korrekten Erasmus-Code) bestehen, es kann allerdings das aufnehmende Land des Aufenthalts angepasst werden. In der Konsequenz wird dann als Grundlage für die Berechnung der Fördersatz des Standortes verwendet, an dem der Aufenthalt tatsächlich stattfindet. Zudem bedarf es eines Eintrags in das Feld "comments on different location than sending/receiving organisation". Hier wird begründet, warum das aufnehmende Land ein anderes ist als das der aufnehmenden Einrichtung (z.B. Hochschule mit verschiedenen Standorten).

Förder-/Aufenthaltsdauer

Studierendenmobilität

In welchem Dokument wird der Erasmus-Förderzeitraum, in welchem der finanzielle Erasmus-Zuschuss geregelt?

Das Learning Agreement (LA) wird vor dem Grant Agreement (GA) unterzeichnet, deshalb enthält es keine genaue Laufzeit des Studienaufenthalts bzw. des Praktikums. Im Learning Agreement wird der geplante Zeitraum der Mobilität angegeben: von [Monat/Jahr] bis [Monat/Jahr].

Im Grant Agreement wird die Aufenthaltsdauer folgendermaßen festgelegt:

  • Das Startdatum ist der erste Tag, an dem Studierende an der Aufnahmeeinrichtung anwesend sind. Zum Beispiel kann dies das Anfangsdatum des ersten Kurses/der erste Arbeitstag, ein von der aufnehmenden Einrichtung organisiertes Begrüßungsevent oder Kurse zur sprachlichen/kulturellen Vorbereitung sein; dies kann auch Sprachkurse einschließen, die von einer anderen als der aufnehmenden Einrichtung organisiert oder angeboten werden, sofern die entsendende Einrichtung diese als relevant für den Auslandsaufenthalt einstuft.
  • Das Enddatum ist der letzte Tag, an dem Studierende bei der aufnehmenden Einrichtung für akademische Zwecke anwesend sein müssen (z. B. Ende Prüfungszeitraum, Arbeit, Pflichtvorlesung). Diese Daten unterscheiden sich zumeist von tatsächlichen Aufenthaltszeiträumen im Ausland: Studierende werden in der Regel vor dem ersten verpflichtenden Tag an der aufnehmenden Einrichtung eintreffen und nach dem letzten verpflichtenden Tag an der aufnehmenden Einrichtung abreisen. Für Zeiträume vor und nach Studienaufenthalt bzw. Praktikum erhalten die Studierenden keine Erasmus-Förderung. Im Transcript of Records/Traineeship Certificate bestätigt die aufnehmende Einrichtung das Anfangs-und Enddatum von Studienaufenthalt bzw. Praktikum. Nur dieser Zeitraum ist relevant für die Berechnung der tatsächlichen Förderhöhe.

Ist es für Projektträger möglich, den finanziellen Förderzeitraum einer Studierendenmobilität z. B. auf vier Monate pro Semester zu begrenzen?

Dieses Vorgehen ist möglich: Mit Studierenden kann vereinbart werden, dass der gesamte Erasmus-Förderzeitraum sechs Monate beträgt, eine finanzielle Förderung jedoch nur für vier Monate vereinbart wird. Die beiden verbleibenden Monate gelten als Zero-Grant-Zeitraum. Eine nachträgliche Umwandlung des Zero-Grant-Zeitraums in einen finanziell geförderten Zeitraum ist ausgeschlossen.

Muss der Förderzeitraum in der Studierendenmobilität vorab auf den Tag genau festgelegt werden?

Nein, der Aufenthalt wird erst nach Ende der Mobilität auf Basis des Transcript of Records/Traineeship Certificate und der Eingabe des Anfangs- und Enddatums ins Mobility Tool+ auf den Tag genau berechnet.

Welche Konsequenz hat es, wenn ein Aufenthalt (für akademische Zwecke) länger dauert und die Gasteinrichtung dies bestätigt?

Das Mobility Tool+ bietet die Möglichkeit der Eingabe von Zero-Grant-Zeiträumen. Der nicht finanziell geförderte Zeitraum gilt dabei als Zero-Grant.

Welche Konsequenz hat es, wenn ein Aufenthalt (gemäß Bestätigung der Gasthochschule) kürzer war als im Grant Agreement vereinbart?

Die Förderung wird durch das Mobility Tool+ exakt auf den bestätigten Zeitraum errechnet. Sofern die Hochschule bis zum Ende des Aufenthalts bereits 100 % der Fördersumme an den Teilnehmer ausgezahlt hat, ist der Betrag für den nicht bestätigten Zeitraum zurückzufordern. Sollten Studierende den Erasmus+ Förderbetrag in zwei Raten erhalten, ist die zweite noch auszuzahlende Rate um den Betrag für den nicht bestätigten Zeitraum zu reduzieren.

Kann ein zunächst finanziell begrenzt geförderter Zeitraum später verlängert werden, wenn alle Parteien damit einverstanden sind?

Sofern alle Geförderten innerhalb desselben Projektjahres gleichbehandelt und die festgesetzten Förderbeträge eingehalten werden, kann bis zu einem Monat vor dem ursprünglichen Ende des im Grant Agreement festgelegten Förderzeitraums eine Verlängerung des Förderzeitraums vereinbart werden.

Wie geht man vor, wenn der durch die Einrichtung bestätigte Zeitraum länger oder kürzer ist als der im Grant Agreement festgelegte Zeitraum?

Wenn der von der aufnehmenden Einrichtung bestätigte Aufenthalt mehr als fünf Tage kürzer ist als im Grant Agreement festgelegt, muss der Zuschussempfänger die bestätigte Aufenthaltsdauer im Mobility Tool+ anpassen (d. h. Start- und Enddatum entsprechend den Angaben im Transcript of Records/Traineeship Certificate). Die Fördersumme wird dann neu berechnet. Wenn im Gegenteil der Unterschied fünf Tage oder weniger beträgt, kann der Zuschussempfänger im Mobility Tool+ die Aufenthaltsdauer wie in der Vereinbarung festgelegt eintragen, die Fördersumme muss nicht neu berechnet werden. Sofern eine Hochschule bis zum Ende des Aufenthalts bereits 100 Prozent der Fördersumme an den Teilnehmer ausgezahlt hat, der von der Gasteinrichtung bestätigte Aufenthalt jedoch kürzer ist, muss der Betrag für den nicht bestätigten Zeitraum von dem Geförderten zurückgefordert werden. Sofern der Studierende den Erasmus+ Förderbetrag in zwei Raten erhält, ist die zweite noch auszuzahlende Rate um den Betrag für den nicht bestätigten Zeitraum zu reduzieren. Eine Verlängerung des Aufenthalts muss rechtzeitig beantragt werden und kann dann auch zusätzlich durch den Erasmus+ Zuschuss gefördert werden, falls ausreichend Mittel an der Hochschule vorhanden sind.

Ist eine (Auf- oder Ab-) Rundung der Aufenthaltsdauer auf halbe/volle Monate in der Studierendenmobilität möglich?

Nein. Ein Monat entspricht 30 Tagen. Eine Mobilität von drei Monaten und zehn Tagen wird als Gesamtmobilität von drei Monaten und zehn Tagen im Mobility Tool+ dargestellt und muss entsprechend finanziert werden (3 x Monatssatz + Monatssatz/30 Tage x 10 Tage).

a) Ist es in Erasmus+ möglich, vom Sommersemester 2016 bis zum Wintersemester 2016/2017 ins Ausland zu gehen?

In Erasmus+ ist es möglich, dass Hochschulen bei der NA DAAD in jedem Antragsjahr einen Vertragszeitraum von jeweils 24 Monaten beantragen. Die Finanzhilfevereinbarung für das Projektjahr 2016 würde dann vom 01.06.2016 bis 31.05.2018 laufen, so dass innerhalb dieses Zeitraums Studierende über ein Kalenderjahr gefördert werden können (in diesem Fall vom 01.01. bis 31.12.2017).

b) Wie verhält es sich, wenn z. B. das Sommersemester 2016 noch zum Bachelor und das Wintersemester 2016/2017 schon zum Master zählt?

Es macht einen Unterschied, dass ein Teil im Bachelor und ein anderer Teil im Master absolviert wird: In diesem Fall ist für den Aufenthalt im Bachelor bzw. im Master jeweils ein eigenständiges Grant Agreement und Learning Agreement abzuschließen; die Erasmus-Mobilität wird auf zwei verschiedene Mobilitätskontingente angerechnet.

Müssen Graduierte während des Praktikums an ihrer Hochschule exmatrikuliert sein?

Ja. Als Nachweis der Exmatrikulation gelten die Exmatrikulationsbescheinigung, das Abschlusszeugnis oder eine Bescheinigung der Hochschule, dass alle Studienleistungen erbracht wurden.

Ist es möglich, nach Beendigung einer Studienphase ein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Wenn ein Auslandspraktikum im letzten Jahr der jeweiligen Studienphase beantragt wurde, kann es innerhalb eines Jahres (zwölf Monate) nach Abschluss des Studiums gefördert werden. Die Laufzeit des Praktikums wird auf die maximal zwölf Monate je Studienphase angerechnet: Wurde z. B. im Bachelor bereits ein Studienaufenthalt von acht Monaten absolviert, so bleiben vier Monate für ein Graduiertenpraktikum. Das Praktikum muss innerhalb eines Jahres nach Studienabschluss durchgeführt und beendet sein.

Ist es möglich, innerhalb einer Studienphase (Bachelor, Master, Doktorat) mehrere Erasmus-Mobilitäten zu absolvieren?

Bis zur maximalen Anzahl von zwölf Fördermonaten je Studienphase können Studierende mehrere Studien- und Praktikaaufenthalte absolvieren. Für jede (erneute) Förderung gilt die Mindestlaufzeit von zwei Monaten für Praktika und drei Monaten für Studienaufenthalte (vgl. Programme Guide).

Kann in einem zweiten Bachelorstudium ein wiederholter Erasmus-Aufenthalt durchgeführt werden?

Ein wiederholter Erasmus-Aufenthalt in einem weiteren Bachelorstudium kann nur dann gefördert werden, wenn das Kontingent von zwölf Monaten im ersten Bachelor noch nicht erschöpft ist.

Können Studierende, die bereits unter dem LLP-ERASMUS-Programm einen Studien- oder Praktikumsaufenthalt absolviert haben, unter Erasmus+ ein weiteres Mal ins Ausland gehen?

Die in der jeweiligen Studienphase durch das LLP-ERASMUS-Programm (SMS und/oder SMP) geförderten Monate werden auf die zwölf Monate je Studienphase in Erasmus+ angerechnet. Die Berechnung beginnt also nicht komplett neu (vgl. Programme Guide).

Gelten für Studiengänge, die nicht reformiert wurden (z. B. Staatsexamen), dieselben maximalen Mobilitätslaufzeiten von zwölf Monaten je Studienphase wie für Bachelor, Master und Doktorat?

Für einzügige Studiengänge (Staatsexamen, Diplom etc.) ist eine Erasmus-Förderung von bis zu 24 Monaten möglich, hinzu kommen weitere zwölf Monate für das Doktorat. Dabei ist zu beachten, dass eine Förderdauer von mehr als zwölf Monaten als zwei Mobilitäten geführt werden muss. Die Gesamtförderdauer kann auch auf mehrere Auslandsaufenthalte aufgeteilt werden.

Personalmobilität

Ein Hochschulmitarbeiter reist zuerst zu Fort- und Weiterbildungszwecken (STT) in die Niederlande und im unmittelbaren Anschluss daran für eine weitere Mobilität (STT) nach Belgien. Wie werden die Stückkosten für die Fahrt in solchen Fällen berechnet?

Diese Aktivität ist in zwei voneinander getrennten Mobilitätsmaßnahmen zu fördern: Im Rahmen der ersten Mobilität wird der Aufenthalt in den Niederlanden gefördert. Die Angaben zur entsendenden Institution sind grundsätzlich die der deutschen Einrichtung, die der aufnehmenden Einrichtung die niederländischen. Die Stückkosten für die Fahrt errechnen sich aus der Distanz zwischen der deutschen und der niederländischen Stadt (z. B. Berlin und Amsterdam).

Mit der zweiten Mobilität wird der Aufenthalt in Belgien gefördert. Die Angaben der entsendenden Institution sind in diesem Fall ebenfalls die deutschen Daten, die der aufnehmenden Institution sind dann die belgischen Daten. Die Stückkosten für die Fahrt errechnen sich im Unterschied zur ersten Mobilität aus der Distanz zwischen der niederländischen und der belgischen Stadt (z. B. Amsterdam und Brüssel). Im Mobility Tool+ muss ein entsprechender Hinweis im Feld "Comments on different location than Sending/Receiving organisations" der zweiten Mobilität erfolgen, der die unterschiedliche Grundlage der Fahrtkosteneinstufung erklärt.

Wie verhält es sich, wenn sich ein deutscher Hochschulmitarbeiter bereits im Ausland befindet, der dortige Aufenthalt jedoch nichts mit Erasmus+ zu tun hat?

Beispiel: Ein deutscher Hochschulmitarbeiter befindet sich bereits in den Niederlanden (Amsterdam) und reist von dort für einen STT-Aufenthalt nach Belgien (Brüssel). Im Anschluss daran kehrt er nach Deutschland zurück.

Ist er berechtigt, Stückkosten für die Fahrt nach Belgien (Brüssel) zu erhalten? Falls ja, welche Distanz wird im Mobility Tool+ angegeben?
Teilnehmer, die sich bei der Anreise in einem anderen Erasmus+ Teilnahmeland als ihrem eigentlich entsendenden Land befinden, können in begründeten Fällen von diesem Land in das Land reisen, in dem die Mobilitätsmaßnahme stattfinden soll. In diesen Fällen kann die Distanz vom realen Abreiseort zur Berechnung hinzugezogen werden (Beispiel: Amsterdam nach Brüssel).

Die Angaben zur entsendenden Institution sind grundsätzlich die der deutschen Einrichtung. Im Mobility Tool+ sollte ein entsprechender Hinweis im Feld "Comments on different location than Sending/Receiving organisations" der Mobilität erfolgen, der die unterschiedliche Grundlage der Distanz erklärt.

Besteht in Erasmus+ auch die Möglichkeit, z. B. einen STA- mit einem STT-Aufenthalt zu kombinieren. Wie ist dies im Mobility Tool+ darzustellen?

Finden beide Maßnahmen an derselben Institution statt, muss der Teilnehmer lediglich eine Bewerbung an seiner Heimathochschule einreichen. Die Daten des STT-Aufenthalts werden in das Mobility Agreement des STA-Aufenthalts integriert. Die Mobilität wird lediglich einmal im Mobility Tool+ als STA-Maßnahme eingegeben. Das Feld "combined teaching and training" wird angeklickt und eine Erläuterung im Kommentarfeld eingetragen. Handelt es sich um zwei verschiedene aufnehmende Einrichtungen (unabhängig davon, ob sie sich im selben Zielland befinden), hängt die Vorgehensweise davon ab, wie weit die beiden Institutionen voneinander entfernt sind.

Die beiden Mobilitätsmaßnahmen sollten als eine kombinierte Mobilität angegeben werden, wenn die Entfernung zwischen beiden Partnerhochschulen weniger als 100 km beträgt. Das weitere Verfahren erfolgt analog zur vorangehenden Antwort. Sind die beiden aufnehmenden Institutionen weiter als 100 km voneinander entfernt, können beide Aufenthalte getrennt voneinander als zwei Mobilitätsmaßnahmen angegeben werden. Diese Aufenthalte haben zwei Mobilitätsvereinbarungen und zwei Grant Agreements. Sie werden analog zum ersten Beispiel im Mobility Tool+ angegeben.

Learning Agreement

Allgemeines

Aus welchen Bestandteilen setzt sich das Learning Agreement zusammen?

Das Learning Agreement setzt sich aus verschiedenen Tabellen zusammen. Sie müssen nur die Informationen des jeweils relevanten Teils des Dokuments verwenden; also beim Abschluss des Learning Agreement (engl. Version: Before the mobility, Tabellen A und B), bei eventuellen Änderungen (During the mobility: Tabellen A2 bzw. B2) und bei der Bestätigung der anerkannten Leistungen (Transcript of Records; Tabelle C und D).

Muss das Dokument des Learning Agreements (oder seine drei Bestandteile) im vorliegenden Format verwendet werden?

Nein, Sie können ihre eigenen Formate entwickeln. Die Europäische Kommission empfiehlt die Nutzung der vorliegenden Dokumente. Sollten Sie eigene Formate entwickeln, ist darauf zu achten, dass alle geforderten Informationen vollständig enthalten sind. Eine – von Logo etc. abgesehen – unveränderte Verwendung der Vorlage empfiehlt sich aber auch wegen des Wiedererkennungswerts, da alle Partnerhochschulen sich dann schneller im Dokument zurechtfinden.

Müssen Learning Agreements in Erasmus+ als elektronische Dokumente ausgefüllt, verschickt und archiviert werden?

Nein, Learning Agreements können sowohl als Papierversionen als auch als elektronische Kopie verschickt und archiviert werden. Unabhängig vom Medium müssen die Dokumente unterschrieben sein (gescannte Unterschriftskopien oder elektronische Unterschriften sind zulässig).

Muss das Learning Agreement vor Beginn der Mobilität abgeschlossen werden?

Ja, das Learning Agreement ist die Grundlage für die Förderung und Anlage zum Grant Agreement. Beide Dokumente müssen vor Beginn der Mobilität von allen drei Parteien (Heimathochschule, Gasthochschule, Studierende) verabredet und unterzeichnet sein. Ein nachträglicher Abschluss der Dokumente ist nicht zulässig. Änderungen des Learning Agreement sind fünf Wochen nach dem Semesterbeginn an der Gasthochschule möglich und von den drei Parteien zu vereinbaren (Learning Agreement, Tabellen A2 und B2).

Ist ein Verzicht auf die Benotung von Leistungen aus einer akademischen Mobilität nach dem Abschluss einer Mobilitätsphase möglich?

Ein Verzicht auf die Benotung von Leistungen aus einer akademischen Mobilität ist auf Antrag des Studierenden (bitte dokumentieren) nach dem Abschluss einer Mobilitätsphase möglich, sofern diese Option im Learning Agreement (bzw. in der Anlage zum Learning Agreement) vor der Mobilität vereinbart wurde. Das grundsätzlich geltende Gebot einer umfassenden Anerkennung durch die Heimathochschule bleibt davon unbenommen.

Abschluss des Learning Agreement

Warum sind die Tabellen A (Study Programme at the Receiving Institution) und B (Recognition at the Sending Institution) strikt voneinander getrennt?

Dadurch soll vermieden werden, dass ein 1:1-Abgleich von akademischen Leistungen und Credits an Gast- und Heimathochschule erfolgt. Es soll so deutlich werden, dass es nicht um die Anerkennung identischer Module, Kurse etc. geht, sondern um die Anerkennung von vergleichbaren Lernergebnissen. Deshalb kann zum Beispiel auch die Anzahl der Credits, die im Ausland vergeben werden von denen, die an der Heimathochschule anerkannt werden, abweichen. Eine Abweichung, die von den drei Parteien durch die Unterzeichnung des Learning Agreement gemeinsam verabredet wird, kann durch eine Erklärung dem Learning Agreement beigefügt werden.

Sollen in Tabelle B die Namen der Veranstaltungen/Module an der Heimathochschule angeben werden, die durch die in Tabelle A aufgelisteten Veranstaltungen/Module der aufnehmenden Hochschule ersetzt werden sollen?

Ja. Da es aber letztlich um erzielte Lernergebnisse geht, kann die Anzahl der Veranstaltungen/Module in Tabelle B größer oder kleiner sein als in Tabelle A.

Was soll im Learning Agreement zum Sprachkenntnisniveau der Studierenden eingetragen werden?

Die Rubrik "Language competence of the student" im Learning Agreement bezieht sich NICHT auf die Ergebnisse des OLS-Sprachentests der Europäischen Kommission, sondern meint eine Selbsteinschätzung des Studierenden bezüglich der Hauptunterrichtssprache an der Gasthochschule.

Ist die Anrechnung aller im Ausland absolvierten Kurse verpflichtend oder dürfen auch Kurse belegt werden, die im Rahmen des Curriculums nicht akademisch anerkannt werden können?

Eine Auslandsmobilität sollte im Prinzip analog zu Leistungen im Inland derart anerkannt werden, dass keine Zeitverluste im Studium aufgrund der Auslandsmobilität entstehen. Natürlich kann der Studierende auch Kurse an der Gasthochschule absolvieren, die nicht anerkannt werden (sollen). Dann würden in Tabelle A z. B. mehr Veranstaltungen/Module aufgeführt werden als in Tabelle B. Solche Fälle müssen allerdings zwischen den beteiligten drei Parteien vereinbart und im Anhang des Learning Agreement dargelegt werden. Der Auslandsaufenthalt soll aber im Diploma Supplement aufgeführt werden.

Gibt es eine Vorlage für den Anhang, der im Fall einer nicht vorgesehenen akademischen Anerkennung dem Learning Agreement beigefügt werden soll?

Nein, eine einheitliche Vorlage für diesen Anhang wird nicht zur Verfügung gestellt.

Gibt es durch die NA DAAD eine Vorgabe, wie viele Credits pro Semester mindestens erreicht werden müssen, um Anspruch auf die Erasmus-Förderung zu haben?

Nein, Hochschulen können selber entscheiden, ob sie für die Erasmus-Förderung eines Aufenthalts eine bestimmte Summe im Ausland erarbeiteter Credits erwarten und welche Konsequenzen sich daraus für den Studierenden ergeben. Das Verfahren ist im Learning Agreement zu beschreiben.

Änderungen des Learning Agreement

In der "Section to be completed during the mobility" (Tabelle A2/B2) ist auf dem Dokument keine Unterschrift vorgesehen. Wo wird die Änderungsbestätigung festgehalten?

Wenn Änderungsbedarf besteht und alle drei Parteien bis spätestens fünf Wochen nach Semesterbeginn an der Gasthochschule diesem zustimmen, müssen die Änderungen im Learning Agreement (Tabellen A2 und B2) festgehalten werden. Für die Änderungen sind jedoch nicht zwingend Unterschriften erforderlich. Es genügt auch eine Zustimmung aller Parteien per E-Mail. Das Änderungsverfahren (mit oder ohne Unterschrift, per Email etc.) legt die Entsendeeinrichtung abhängig von der jeweiligen nationalen Gesetzgebung fest.

Transcript of Records

Wann muss das Transcript of Records für Gaststudierende ausgestellt werden?

Die Gasthochschule stellt normalerweise innerhalb von fünf Wochen nach Bekanntgabe der (Prüfungs-)Ergebnisse den Gaststudierenden und der Gasthochschule ein Transcript of Records aus.

Wann muss das Transcript of Records (Tabelle D) für die eigenen Outgoing-Studierenden ausgestellt werden?

Für die eigenen Studierenden stellt die Heimathochschule normalerweise innerhalb von fünf Wochen nach Erhalt des Transcripts of Records von der Gasthochschule das Transcript of Records ohne weitere Anforderungen aus.

Kann das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Format des Transcript of Records (Tabelle C für Incoming- und D für Outgoing-Studierende) auch durch ein von der Hochschule entwickeltes Dokument oder durch einen Eintrag im internen Online-Prüfungssystem ersetzt werden?

Ja, sofern die Dokumentation der Hochschule die Mindestangaben des Transcript of Records der Europäischen Kommission enthält, kann dies verwendet werden.

Muss Tabelle D ausgefüllt werden, wenn gemäß vorher getroffener Vereinbarung (Anhang zum Learning Agreement) keine akademische Anerkennung erfolgt?

Zumindest muss der berücksichtigte Zeitraum nochmals bestätigt werden, darüber hinaus müssen die im Ausland erbrachten Leistungen im Diploma Supplement aufgeführt werden.

Warum sind die genauen Aufenthaltszeiten der Studierenden im Transcript of Records zu nennen?

Die Europäische Kommission will damit für die Hochschulen eine Vereinfachung erzielen (nur noch ein Dokument, in dem alle Angaben zum Aufenthalt enthalten sind). Allerdings können aufgrund hochschulinterner Erfordernisse die Angaben zur genauen Aufenthaltsdauer auch durch ein gesondertes Dokument (Confirmation of Stay) erfolgen, das dem Transcript of Records beigefügt wird.

Wenn im Transcript of Records nicht das genaue Start-/Enddatum, sondern nur allgemeine Semesterzeiten durch die Gasthochschule angegeben werden, muss/kann dann zusätzlich durch z. B. eine Confirmation of Stay der konkrete Zeitraum bestätigt werden?

Ja. Am Ende des Aufenthalts muss zur Feststellung des endgültigen Förderzeitraums eine auf den Tag genaue Bestätigung der Gasthochschule vorliegen. Dies kann auch durch eine Confirmation of Stay erfolgen, die z. B. durch das International Office ausgestellt und dem Transcript of Records beigefügt wird.

Muss das genaue Start-/Enddatum aus dem Transcript of Records bzw. der Confirmation of Stay mit den Angaben im Mobility Tool+ übereinstimmen?

Ja.

Was wird im Falle eines Audits durch die NA DAAD bezüglich der Anerkennung geprüft?

Es wird die Einhaltung der Vorgaben der Europäischen Kommission geprüft, also insbesondere, ob das Anerkennungsverfahren transparent und in der beschriebenen Weise durchgeführt und dokumentiert wurde. Dabei wird überprüft, ob die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene oder die von den Hochschulen selbst entwickelte Dokumentation (verfügbar in Akten oder einem elektronischen Archiv) die geforderten Minimalangaben enthält. Mit Blick auf die Anerkennung von Studienleistungen, die von den Outgoing-Studierenden im Ausland erbracht wurden, wird an Hand von Stichproben geprüft, ob die Anerkennung, wie im Learning Agreement vereinbart, erfolgt ist oder ggf. warum nicht.

Traineeship Certificate

Traineeship Certificate: Kann das Dokument durch ein "qualifiziertes Arbeitszeugnis" ersetzt werden?

Sofern das "qualifizierte Arbeitszeugnis" alle geforderten Elemente des Traineeship Certificate enthält, kann es dieses ersetzen.

Ist eine akademische Anerkennung bei fakultativen Praktika verpflichtend?

Bei freiwilligen Praktika ist ein Nachweis über das Praktikum im Transcript of Records der entsendenden Hochschule optional, ebenso der Noteneintrag im Europapass-Mobilitätsnachweis.

Wie verhält es sich mit der Anerkennung bei Graduiertenpraktika?

Bei freiwilligen Praktika von Graduierten wird der Eintrag im Europapass-Mobilitätsnachweis des Geförderten dringend empfohlen. Darüber hinaus muss keine Anerkennung erfolgen.

Benötigen alle Praktikanten eine Haftpflichtversicherung zur Absicherung von Schäden während der Mobilität (auch wenn dies nicht von der aufnehmenden Einrichtung gefordert wird)?

Alle Praktikanten müssen mindestens über eine Unfallversicherung (für Verletzungen der Geförderten am Arbeitsplatz) und eine Haftpflichtversicherung für die Arbeit (für Schäden, die durch die Geförderten am Arbeitsplatz verursacht werden) abgesichert sein. Eine solche Versicherung lässt sich auch über den DAAD-Gruppenvertrag abschließen.

Sprachenförderung/Online Linguistic Support (OLS)

Was ist die Online-Sprachenförderung (Online Linguistic Support)?

Die Online-Sprachenförderung (Online Linguistic Support, OLS) wurde entwickelt, um Erasmus+ Teilnehmer zu unterstützen, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu bewerten und zu verbessern. Das Ziel ist es, eine bessere Qualität der Lernmobilität zu erreichen.

Die Online-Sprachenförderung gliedert sich in drei Komponenten:

  1. Verpflichtender Sprachtest vor Beginn der Mobilität
  2. Optionaler Sprachkurs
  3. Verpflichtender Sprachtest im Anschluss an die Erasmus+ Mobilität.

Die Sprachtests sind obligatorisch und Bestandteil des geschlossenen Grant Agreements. Hochschulen bzw. Mobilitätskonsortien müssen dafür Sorge tragen, dass dieser Vertragsbestandteil erfüllt wird. Alle drei Komponenten stehen im Rahmen der Förderlinie "Online Linguistic Support" (OLS) unter www.erasmusplusols.eu zur Verfügung.

Wie werden Teilnehmer sprachlich getestet und gefördert?

Mit Erasmus+ werden Teilnehmer in den derzeit 18 verfügbaren Sprachen: Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch.

Um den Lernstand in der jeweiligen Hauptarbeitssprache einer Mobilität feststellen zu können, müssen Studierende einen Einstufungstest vor Beginn, sowie im Anschluss der Erasmus+ Mobilität ablegen. Der Einstufungstest zielt hierbei auf die Hauptarbeitssprache einer Mobilität (zum Beispiel englischsprachiger Studiengang in Frankreich: Sprachtest in Englisch) ab.

Nach dem ersten Sprachtest erfolgt die Vergabe des Sprachkurses. Teilnehmer, die den ersten Sprachtest mit dem Niveau A1 bis B1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens abschließen, erhalten automatisch einen Sprachkurs in der zuvor getesteten Sprache. Bei einem getesteten Niveau ab B2 kann der Teilnehmer in Rücksprache mit der entsendenden Einrichtung optional einen Sprachkurs in der getesteten Hauptarbeitssprache oder der jeweiligen Lokalsprache nutzen.

Was sind OLS-Lizenzen?

Es gibt zwei Arten von OLS-Lizenzen: Lizenzen für Sprachtests (gültig für den 1. und 2. Sprachtest) und Lizenzen für Sprachkurse.

Was geschieht mit von Teilnehmern nicht genutzten OLS-Lizenzen?

Werden Sprachtests oder Sprachkurse innerhalb der Fristen von Teilnehmern nicht durchgeführt, fallen diese automatisch in den Pool der Hochschule/des Mobilitätskonsortiums zurück und können erneut vergeben werden. Eine Lizenz gilt als genutzt, sobald der Teilnehmer den Link zum Sprachtest oder Sprachkurs öffnet.

Was geschieht mit von Projektträgern nicht vergebenen OLS-Lizenzen?

Alle zu Projektbeginn bewilligten Lizenzen stehen für die gesamte Laufzeit eines Projekts zur Verfügung. Das heißt, Lizenzen verbleiben bis zu einer evtl. Umverteilung bzw. bis zum Projektende bei der entsendenden Einrichtung. Über den Mechanismus der Umverteilung wird zeitnah informiert.

Sind die Ergebnisse der Tests einsehbar?

Entsendende Einrichtungen können das Gesamtergebnis der Sprachtests in ihrer OLS-Steuerungsansicht einsehen.

Dürfen OLS-Lizenzen für Sprachtests oder Sprachkurse intern (etwa zu Testzwecken) verwendet werden?

Nein, alle OLS-Lizenzen sind geldwerte Leistungen, die ausschließlich im Rahmen der Projektförderung für geförderte Studierende verwendet werden dürfen.

Falls Teilnehmer die Hauptarbeitssprache bereits sehr gut beherrschen: ist die Vergabe eines Sprachkurses in der Landessprache möglich?

Bei einem getesteten Niveau ab B2 kann der Teilnehmer in Rücksprache mit der entsendenden Einrichtung optional einen Sprachkurs in der jeweiligen Landessprache oder getesteten Hauptarbeitssprache auf entsprechend hohem Niveau nutzen. Der 1. und 2. Sprachtest muss in allen Fällen in der Hauptarbeitssprache absolviert werden. Weitere Informationen sind auch dem Beneficiary User Guide zu entnehmen.

Müssen Muttersprachler der Hauptarbeitssprache einen OLS-Test ablegen?

Nein. Jedoch können Muttersprachler einen Sprachkurs in der Landessprache belegen, wenn sie vorher einen Sprachtest in der Hauptarbeitssprache abgelegt haben.

Wie viel Zeit nimmt ein OLS-Test in Anspruch?

Je höher das sprachliche Niveau des Teilnehmers ist, desto länger dauert der Sprachtest. Der zeitliche Bearbeitungsaufwand hängt sowohl vom erreichten Niveau als auch von der Arbeitsgeschwindigkeit ab. Bei Niveau C2 nimmt ein Test erfahrungsgemäß zwischen 30 und 45 Minuten in Anspruch.

Gibt es eine Möglichkeit den zweiten Sprachkurs zu absolvieren, wenn die Frist verstrichen ist?

Die Einladung für den zweiten Sprachtest wird automatisch zum Ende des Mobilitätszeitraumes an die Teilnehmer versandt. Der Mobilitätszeitraum wird vom Teilnehmer bei der Erstanmeldung angegeben, kann aber jederzeit vom Teilnehmer selbst angepasst werden (auch nach Ablauf des Mobilitätszeitraums). Die Frist für das Ablegen des zweiten Sprachtests beträgt 90 Tage und kann nicht verlängert werden. Die Teilnehmer werden innerhalb dieser Frist regelmäßig automatisch an den Test erinnert. Sollten die Teilnehmer diese Frist dennoch nicht einhalten, gibt es keine Möglichkeit eine erneute Einladung zu versenden oder die Frist zu verlängern. Weitere Informationen können Sie auch den BEN Technical Questions and Answers entnehmen.

Was ist mit nicht im System verfügbaren Sprachen?

Ist die Hauptarbeitssprache im OLS-System noch nicht verfügbar, kann in dieser auch kein Test absolviert werden. Die bislang verfügbaren Sprachen decken bislang ca. 90 Prozent der Mobilitätssprachen ab.

Systemzugang und Passwort:

Was ist zu tun, wenn Ihre Hochschule/Ihr Mobilitätskonsortium keine E-Mail mit den Zugangsdaten zum OLS-System erhalten hat?

Wenden Sie sich bitte an den Helpdesk der NA DAAD (mt-helpdesk@daad.de), um Ihre E-Mail-Zugangangsdaten zu erfragen.

Sie haben Ihr Passwort für das OLS-System vergessen?

Bei Verlust des Passworts zum OLS-System können Sie auf der OLS-Startseite ein neues Passwort anfordern: http://erasmusplusols.eu/login-box/ Dort wählen Sie "Forgot your password? Click here to reset it."

Sind Handbücher verfügbar?

Allgemeine Informationen sowie häufige Fragen und Antworten sind über die OLS-Startseite verfügbar: http://erasmusplusols.eu/.

Für Projektträger ist außerdem ein User Guide sowie eine Sammlung von Technischen Fragen und Antworten verfügbar. Für Teilnehmer steht ein User Guide for Assessments und ein User Guide for Courses sowie Sammlung technischer Fragen und Antworten zur Verfügung. Zu finden sind diese nach erfolgreichem Log-In auf der Startseite www.erasmusplusols.eu

Verschiedenes

Was bedeutet Höhere Gewalt/Force Majeure rechtlich?

Höhere Gewalt betrifft nur Mobilitäten während der Durchführung, regelt also den möglichen Abbruch einer Mobilität auf Grund von äußeren Umständen:

  • Fälle, welche die EU KOM als solche definiert und die über das Erasmus-Forum bekannt gemacht werden: Nachweis durch Hochschule nicht notwendig (lediglich Begründung und Verweis auf Erasmus-Forum im Kommentarfeld im Mobility Tool+).
  • Fälle, in denen auf Grund der Sicherheitslage eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt ausgesprochen wurde (zumeist für Länder als Ganzes). Gilt die Reisewarnung nur für eine Stadt oder Region, ist sie auch nur für diese Stadt oder Region als Begründung ausreichend. Nachweis durch Hochschule individuell als Ausdruck der Webseite mit Datum, Screenshot mit Datum in der Akte des Teilnehmers.

Was ist keine Höhere Gewalt, wird aber als Force Majeure im Mobility Tool+ berichtet?

ACHTUNG: Es gelten andere Regeln für die finanzielle Förderung!

  • Abbruch einer Mobilität auf Grund von Krankheit. Nachweis durch Hochschule individuell und durch ärztliches Attest. Notwendig: Abstimmung mit und schriftliche Genehmigung durch die NA DAAD.
  • Abbruch einer Mobilität auf Grund von Trauerfällen in der Familie. Nachweis durch Hochschule individuell mit Korrespondenz und schriftliche Genehmigung durch NA DAAD.

Ist eine zusätzliche Förderung alleinerziehender Studierender möglich?

Die zusätzliche Erasmus+ Förderung von Studierenden, die ihr Kind/ihre Kinder zum Studium (SMS) mit ins Zielland nehmen und während dieses Aufenthalts im Zielland alleinerziehend sind, erhalten 200 EUR pro Monat. Die konkreten Antrags- und Förderbedingungen finden Sie im Erasmus+ Leitfaden.

Wie ist der Versicherungsschutz eines in Erasmus+ geförderten Teilnehmers zu gewährleisten?

Gemäß Grant Agreement müssen Erasmus+ geförderte Teilnehmer darüber informiert werden, dass während des Auslandsaufenthaltes ein ausreichender Versicherungsschutz bestehen muss. Eine Bestätigung durch den Geförderten über den bestehenden Versicherungsschutz ist im Grant Agreement einzutragen. Diese durch die Unterzeichnung des Geförderten belegte Bestätigung ist nicht nochmals zu überprüfen. Auch im Programm Erasmus+ ist es für Geförderte möglich, von der DAAD-Gruppenversicherung, zu profitieren. Weitere Angaben dazu finden Sie auf der Homepage des DAAD.

Erasmus+ Förderung für Aufenthalte in der Schweiz?

Die Schweiz ist in der Programmgeneration Erasmus+ nicht als Programmland beteiligt. Informationen zu den Fördermaßnahmen für die Schweiz finden Sie auf der Webseite der nationalen Agentur Movetia.

Studierendenmobilität: Erasmus und DAAD-Stipendium

Sind Erasmus+ Zuschüsse mit einem DAAD-Stipendium vereinbar und dürfen diese parallel gezahlt werden?

Eine Förderung durch ein DAAD-Stipendium parallel zur Erasmus+ Förderung ist durch die Richtlinien der Europäischen Kommission nicht ausgeschlossen. Bitte setzen Sie sich jedoch auch mit dem zuständigen Fachreferat im DAAD in Verbindung.

Studierendenmobilität: Erasmus und BAFöG

Können Erasmus-Mobilitätshilfen mit Leistungen aus BAföG verrechnet werden?

Hinsichtlich der Anrechnung des Erasmus-Mobilitätszuschusses auf den BAföG-Bedarf werden die aktuellen Anrechnungsvorschriften im BAföG nicht geändert. Die Anrechnungsregelung des § 21 Abs. 3 Nr. 2 BAföG, welche unterschiedslos für alle begabungs- und leistungsabhängigen Stipendien gilt, bleibt bestehen. Danach sind Stipendien, die einen Monatsdurchschnitt von 300 EUR übersteigen, als Einkommen zu berücksichtigen und auf den jeweiligen Bedarf anzurechnen. Im Rahmen des Erasmus+ Programms müssen daher ggf. bis zu 200 EUR entsprechend angerechnet werden.

Widerspruchsverfahren/Beschwerdemanagement

Sie haben als Kunde (Antragsteller oder Zuwendungsempfänger) der NA DAAD die Möglichkeit, innerhalb einer Ausschlussfrist von 30 Tagen nach Erhalt jeglicher Entscheidung (z. B. Auswahlentscheidungen, Finanzhilfevereinbarungen, Förderhöhe, Aussetzung einer Zahlung, Rückforderung, Auditbericht, etc.) schriftlich Einwände an die Nationale Agentur im DAAD geltend zu machen. Bitte wenden Sie sich hierfür an den für Ihre Hochschule zuständigen NA-Mitarbeiter.

Mahnungsverfahren bei Rückforderungen

Rückforderungen werden von der NA DAAD schriftlich kommuniziert. Ein Schreiben gilt spätestens drei Tage nach Versand als zugestellt. Ab diesem Zeitpunkt gilt eine Widerspruchs- und Rückzahlungsfrist von 30 Tagen. Falls eine Rückzahlung nicht innerhalb von 15+3 Kalendertagen nach der ersten Mahnung auf unserem Konto verbucht wird, verlangen wir Zinsen in Höhe der aktuellen Zinsrate der Europäischen Zentralbank zzgl. 3,5 % (NN % + 3,5 % = Zinssatz der Mahnung). Falls eine Rückzahlung nicht innerhalb von 15+3 Kalendertagen nach der zweiten Mahnung auf unserem Konto verbucht wird, fordern wir die Gesamtsumme der Finanzhilfevereinbarung zurück und beenden das Vertragsverhältnis.