Weltoffen durch Erasmus+? Neue Studie zur Wirkung des Erasmus+ Programms

Die europäische Gesellschaft sieht sich vermehrt vor großen Herausforderungen. Wachsende nationalistische und populistische Tendenzen, Radikalisierung und Diskriminierung bürgen stets neue Hindernisse. Die EU-Bildungsminister verabschiedeten hierzu u.a. im März 2015 in Paris die "Erklärung zur Förderung von Politischer Bildung und der gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung".

Bildung wurde hier als ein Schlüsselelement identifiziert, um diesen Herausforderungen entgegen zu wirken. Erasmus+ als das größte europäische Bildungsförderprogramm ist dabei ein Schlüsselelement, um durch internationale Zusammenarbeit zur Vermittlung gemeinsamer Werte, sozialer Integration und interkulturellem Verständnis beizutragen. 

Die Wirkung von Erasmus+ anhand von Studien zu untersuchen, ist auch Teil des Portfolios der NA DAAD. Mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Bedeutung von sozialer Inklusion und integrativer Bildung, widmet sich die aktuelle Studie dem Thema "Weltoffen durch Erasmus+? Die Rolle der Hochschulen als Katalysatoren für zivilgesellschaftliches Engagement unter Nutzung von Erasmus+". 

Die Studie besteht aus zwei Teilen:

In Zusammenarbeit mit der FernUniversität in Hagen wird dieser erste Teil der Studie durchgeführt. Im Fokus der Befragung steht die individuelle Entwicklung der Ausreisenden und die Frage nach den Effekten ihrer internationalen Mobilitätserfahrungen auf psychologischer Ebene, etwa durch die Entwicklung persönlicher Werte und Einstellungen. 

Durch ein sog. Längsschnittdesign mit Vergleichs- und Kontrollgruppen wurden hierfür 2017 und 2018 deutschlandweit Studierende befragt, die im Laufe des Untersuchungszeitraums einen Erasmus+ Auslandsaufenthalt durch Studium und/oder Praktikum absolvieren. Studierende, die im Wintersemester 2017/2018 ausreisten, wurden dafür vor und nach der Mobilität befragt. Verglichen werden die Antworten mit jenen Studierenden, die sich bereits erfolgreich um eine E+ Mobilität beworben haben, ihren Aufenthalt aber erst im Anschluss an die letzte Befragung antreten werden (Sommersemester 2018). Sie haben sich schon somit auf die Mobilität vorbereitet. Als weiterer Vergleich wird eine nicht-mobile Gruppe herangezogen.

Der zweite Untersuchungsteil wird in Zusammenarbeit mit dem Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) der Ludwigs-Maximilians-Universität München realisiert. Im Fokus der Untersuchung steht hier die Umsetzung der Ziele der Pariser Erklärung im Rahmen von Erasmus+ Projektaktivitäten oder darüber hinaus.
Befragt wurden Projektvertreter der Erasmus+ Förderlinien Erasmus Mundus Joint Master Degrees, Kapazitätsaufbauprojekte, Wissensallianzen, Strategische Partnerschaften, Jean Monnet, Zukunftsweisende Kooperationsprojekte, Europäische experimentelle Maßnahmen und der Projekte zur Förderung Sozialer Integration. Zudem wurden Mitarbeiter aus International Offices der deutschen Hochschulen sowie die Studentischen Lokalen Erasmus+ Initiativen (LEI) in die Befragung einbezogen.

Die Ergebnisse der Auswertungen werden voraussichtlich im September 2018 veröffentlicht. 
Falls Sie noch weitere Fragen zu der Studie, den Ergebnissen, dem Verfahren oder andere Anliegen haben sollten, stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt

Saskia Weißenbach

E-Mail: erasmus-studie@daad.de
Tel.: 0228 - 882 802

* Diese Studie verfolgt keine kommerziellen Interessen, Ziel ist der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn.