Europäische Hochschulen – Auswahlergebnisse 2024

Die EU-Kommission hat am 28.06.2024 die Ergebnisse für die Auswahlrunde 2024 der Erasmus+ Europäischen Hochschulen bekanntgegeben. Zudem hatte sie im Herbst die Bewilligung einer zusätzlichen Allianz verkündet und somit die Anzahl der ausgewählten Allianzen auf 15 erhöht.

Unter diesem Förderbereich wurden aus 56 europaweit eingereichten Anträgen insgesamt 15 neue Europäische Hochschulallianzen ausgewählt. Die bewilligten Allianzen werden über vier Jahre mit einem Budget von jeweils bis zu 14,4 Millionen Euro gefördert. Für diesen Förderbereich stand ein Budget von insgesamt 187,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Besonders hervorzuheben ist das erfolgreiche Abschneiden aus Deutschland: 16 deutsche Hochschulen sind an allen 15 ausgewählten Allianzen beteiligt. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) aus Deutschland sind mit 10 Beteiligungen besonders gut vertreten.

Exzellenzsiegel: Die Vorschläge, die als qualitativ hochwertig bewertet wurden (über 80 Punkte), aber im Rahmen der Aufforderung nicht gefördert werden können, weil nicht genügend Mittel zur Verfügung standen, wurden mit einem Exzellenzsiegel (Seal of Excellence) ausgezeichnet. Das Exzellenzsiegel ist ein Gütesiegel, mit dem die Qualität der betreffenden Vorschläge anerkannt und die Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten erleichtern soll. In der Auswahlrunde 2024 erhielten 8 Allianzen ein Exzellenzsiegel. Davon sind in 7 Allianzen 8 deutsche Hochschulen beteiligt.

Bauhaus-Universität Weimar

  • BAUHAUS4EUA – European University for Resilient, Sustainable, Inclusive and Beautiful Regions

Hochschule Offenburg

  • CHALLENGE.EU – Cultivating Holistic SustAinable CoLLaborations: ENGaging Excellence in European Universities

Technische Universität Chemnitz

  • Across – European University for Cross-Border Knowledge Sharing

Technische Universität Ilmenau

  • SUNRISE – Smaller (strategic) Universities Network for Regional Innovative and Sustainable Evolution

Europa-Universität Flensburg

  • EMERGE – Empowering the Margins of Europe through Regional and Global Engagement

FernUniversität in Hagen

  • OpenEU – The learner-centred, inclusive, Digital and Green Open European University for the strengthening of the European Higher Education Area

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

  • EUonAIR – European University on AI in Curricula, Smart UniverCity and (Return)Mobility

Hochschule Geisenheim

  • EU GIFT – European University for Geographical Identity as a driver for Food systems Transition to sustainability

Hochschule Heilbronn

  • EUonAIR – European University on AI in Curricula, Smart UniverCity and (Return)Mobility

Hochschule Stralsund

  • EUNICoast – The European University of Islands, Ports and Coastal Territories

Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

  • ARTEMIS – Alliance for Regional Transition, Equality, Mobility, Inclusion, and Sustainability

Technische Hochschule Deggendorf

  • HEROES – Higher Education for Resilience-Oriented and Empowered Societies

Technische Hochschule Ingolstadt

  • ACE2EU – Applied, Connected, Entrepreneurial and Engaged – European University

Technische Hochschule Köln

  • PIONEER – The European University for Future Cities

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

  • UNINOVIS – DATA FOR L.I.F.E.

Universität Greifswald

  • KreativEU – Knowledge and Creativity European University

Obwohl sie keine Erasmus+ Förderung erhalten haben, haben mehrere Hochschulallianzen bereits ihre Aktivitäten aufgenommen. Sie arbeiten derzeit daran, ihre strategische transnationale Zusammenarbeit zu vertiefen.

Universität Siegen

  • ATHENA PLUS

Technische Hochschule Rosenheim

  • DIVERSE

Technische Hochschule Nürnberg, Georg Simon Ohm

  • DIVERSE

Hochschule Bielefeld

  • EduCare 5.0.

Hochschule Reutlingen

  • Q-Helix

FH Münster

  • UP University

Hochschule Magdeburg-Stendal

  • StudyEU Amber Road

Universität Hohenheim

  • SUSTAIN-LIFE

Unter dem Förderbereich „Topic 2: Community of Practice“ wurde aus 4 europaweit eingereichten Anträgen ein Projekt zur Schaffung einer Praxisgemeinschaft von Europäischen Hochschulallianzen ausgewählt. Hierfür stand ein Budget von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt soll nicht nur das Peer-Learning zwischen den Allianzen verstärken, sondern auch die Verbreitung von Ergebnissen im gesamten Hochschulsektor fördern. Am ausgewählten Projekt mit dem Namen „FOR-EU4ALL – FORum of European Universities for All“ sind alle EU-geförderten Allianzen als Voll- bzw. assoziierte Partner beteiligt.

Deutsche Beteiligung als Vollpartner
(Topic 2, Projekt FOR-EU4ALL)

  • European University Alliance e.V., legal entity der Allianz 4EU+ mit Sitz in Deutschland / Karl-Ruprecht Universität Heidelberg
  • Technische Universität Berlin (Koordination der Allianz ENHANCE)
  • Universität zu Köln (Koordination der Allianz EUniWell)

Die Initiative geht zurück auf die Rede von Emmanuel Macron an der Sorbonne 2017. Nach zwei Pilotausschreibungen in den Jahren 2019 und 2020 wird die Initiative in der aktuellen Erasmus+ Programmgeneration (2021-2027) vollständig ausgerollt. Für die gesamte Laufzeit stehen voraussichtlich rund 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit sollte eine Ausweitung auf 60 Allianzen mit 500 beteiligten Hochschulen bis Mitte 2024 ermöglicht werden. Mindestens zehn Prozent der Hochschulen in Europa sollen an der Initiative beteiligt werden.
Dieses Ziel wurde bereits übertroffen. Wie hier aufgeführt arbeiten derzeit 73 Hochschulallianzen und über 650 Hochschulen konzentriert daran, ihre strategische Zusammenarbeit mit Leben zu füllen.

Bei den Europäischen Hochschulen werden Hochschulallianzen gebildet, die die Stärken und die Vielfalt europäischer Forschung und Lehre in neuen Strukturen bündeln. Die beteiligten Hochschulen entwickeln grenzüberschreitend eine langfristige strukturelle und nachhaltige Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Innovation.

Die Hochschulallianzen erarbeiten Langzeitstrategien, deren Kern zumeist innovative und standortübergreifende Lehrformate sind. Es werden gemeinsame, themenorientierte Studiengänge entwickelt und abgestimmte Curricula, automatische Anerkennung von Studienleistungen sowie ein gemeinsamer inter-universitärer Campus angestrebt.

Darüber hinaus sollen Europäische Hochschulen als Vorbilder für bewährte Praxis die Qualität, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der europäischen Hochschullandschaft schrittweise weiter steigern und durch die Förderung von wissenschaftlicher Spitzenleistung eine tragende Rolle im europäischen Bildungsraum einnehmen.

Mit BMBF-Mitteln bietet der DAAD den beteiligten deutschen Hochschulen, wie bereits in den Vorjahren zusätzliche Unterstützung in Form eines nationalen Begleitprogramms an und leistet damit auf nationaler Ebene einen Beitrag zu einer erfolgreichen Umsetzung der EU-Initiative.

Weitere Infos zum nationalen Begleitprogramm finden Sie auf der DAAD-Webseite.

Die Europäischen Hochschulallianzen umfassen ein breites Spektrum von Hochschuleinrichtungen aus ganz Europa und reichen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften über künstlerische Hochschulen bis hin zu Technischen und klassischen Universitäten. Thematisch verfolgen einige Allianzen einen eher gesamtheitlichen, multidisziplinären Ansatz andere konzentrieren sich auf bestimmte Themen wie beispielsweise Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Ingenieurwesen.

Zum aktuellen Stand der Gesamtbeteiligung an der Initiative siehe hier.

Die Pressemitteilungen der EU-Kommission und des DAAD (Stand: Juli 2024) sowie die Liste der bewilligten Allianzen finden Sie untenstehend unter “Weiterführende Informationen”.

 

Ausblick

Die Ausschreibung 2024 war voraussichtlich die letzte in der aktuellen Erasmus Programmgeneration (2021-2027). Aktuell laufen bei der EU Planungen zur weiteren Finanzierung: Neben einer zweijährigen Verlängerung von bereits ausgewählten Hochschulallianzen arbeitet die Europäische Kommission gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten und beteiligten Hochschulen an einem Investitionsplan für die Zeit nach 2028.

* Anteil EUI-Studierende an DE-Gesamtstudierenden = 47,7%. Im Wintersemester 2023/24 entfielen 47,7% der an deutschen Hochschulen immatrikulierten Studierenden auf die EUI-geförderten Hochschulen (1.368.984 von insg. 2.868.311; Quelle: Eigene Berechnung nach Destatis-Daten).

Kontakt

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Beate Körner

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