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DAAD - Deutscher
                    Akademischer Austauschdienst - German Academic Exchange Service Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit

Leistungsanerkennung

Oliver Reetz/DAAD

Die Rahmenbedingungen für die Lernmobilität unterscheiden sich innerhalb der Europäischen Union zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten stark. Eine wesentliche Herausforderung ist dabei die europaweite Anerkennung von Fähigkeiten und Qualifikationen.

Erfolge durch die Nutzung von EU-Instrumentarien

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Erfolgen durch eine intensive Nutzung der Transparenz- und Anerkennungsinstrumente der EU erzielt. An dieser Stelle sind insbesondere der Europass, die Koppelung nationaler Qualifikationsrahmen an den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR), die Umsetzung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET), des Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQAVET) sowie des Qualifikationsrahmens für den Europäischen Hochschulraum (QF-EHEA) zu nennen.

Weiterer Handlungsbedarf

Neben den Erfolgen werden im ET-2020-Rahmen auch die Themenbereiche definiert, in denen noch Handlungsbedarf besteht:

  • Validierung des nichtformalen und informellen Lernens
  • Transparenz
  • Europaweite Vergleichbarkeit von Qualifikationen

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens steht zum einen in Zusammenhang mit der im ET-2020-Rahmen ausgegebenen Priorität der Beschäftigungsfähigkeit. So heißt es in der Empfehlung des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen im Jahr 2018:

„In einer Welt, die durch raschen Wandel und zunehmende Vernetzung gekennzeichnet ist, wird jeder Mensch ein breites Spektrum von Fertigkeiten und Kompetenzen benötigen und diese lebenslang fortwährend weiterentwickeln müssen.“

Viele der über ein Leben lang erworbenen Kompetenzen finden in informellen Kontexten statt. Die Validierungsmöglichkeiten sind laut der Neuen Europäischen Agenda für Kompetenzen (S. 17 f.) in vielen EU-Mitgliedsstaaten noch sehr eingeschränkt.

Zum anderen steht die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens in Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung. Der ET-2020-Rahmen konstatiert:

„Angemessene Anerkennung und Validierung können die Nutzung offener und innovativer Lehrmethoden, einschließlich solcher, bei denen digitale Technologien eingesetzt werden, unterstützen.“

Um die Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu steigern, wurde der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) entworfen. Dieses Instrument soll unter anderem die Anerkennung von in der EU erworbenen Qualifikationen im außereuropäischen Ausland und vice versa verbessern (ET2020). Eine solche Praxis könnte einen wichtigen Beitrag zur Koordinierung legaler Migrationsströme in die EU und aus der EU leisten (Neue Europäische Agenda für Kompetenzen, S. 10). Hinsichtlich der innereuropäischen Anwendung des EQR stellt die Europäische Kommission fest:

„Der EQR forderte Akteure unterschiedlicher nationaler Bildungssektoren auf, gemeinsam kohärente nationale Qualifikationsrahmen auf der Grundlage von „Lernergebnissen“ zu gestalten. Er braucht jedoch einen neuen Impuls, um die Menschen und Organisationen auch tatsächlich zu erreichen und um als Grundlage für alltägliche Entscheidungen bei der Personaleinstellung oder beim Zugang zu Lernangeboten dienen zu können.“

Eine kurze Zusammenfassung von Beispielprojekten, die diesen prioritären Themenschwerpunkt im Rahmen von unterschiedlichen Erasmus+ Programmlinien aufgreifen, finden Sie hier >> .

Kontakt

David Akrami Flores

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