Erasmus+ Wer sich bewegt, bewegt Europa Wer sich bewegt, bewegt Europa

Die soziale Wirkung von Bildung in Europa

Zwei Hochschulmitarbeiter informieren sich mit Hilfe von Informationsmaterial der NA DAAD über die soziale Integration im Erasmus+ Programm.

Europa steht im Inneren vor gesellschaftlichen Herausforderungen: nationalistische und populistische Tendenzen nehmen in einigen EU-Mitgliedstaaten zu, viele Menschen fühlen sich von digitalen Entwicklungen überfordert, neu ankommende Menschen aus aller Welt sollen in Europa ein Zuhause finden, eine oft hohe Jugendarbeitslosigkeit und geringe Geburtenraten zählen dazu.

Werte im Vertrag über die Europäische Union

Europäische Werte, wie sie der Vertrag der Europäischen Union ausweist, sind schon lange Bestandteil der europäischen Zusammenarbeit. 

„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedsstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Art.2 des am 1.12.2009 in Kraft getretenen Vertrages von Lissabon über die Europäische Union

Die Rolle von Bildung zur Stärkung europäischer Werte

Um die europäischen Werte neu und tiefer zu verankern, wurde in den letzten Jahren die soziale Wirkung („inclusive“) von der EU-Bildungspolitik  betont. Der strategische Rahmen für die allgemeine und berufliche Bildung und Jugend (ET 2020) nennt in diesem Sinne folgende Prioritäten: Inklusive Bildung, Chancengleichheit, Gerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und Förderung von Bürgerkompetenz.

Darauf aufbauend wurde in der „europäischen Säule sozialer Rechte“ soziale Inklusion ebenfalls als eines der zentralen Themen identifiziert. In einer Mitteilung der Kommission zur Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur heißt es folgerichtig:

„Eine hochwertige und inklusive Bildung von Kindheit an legt die Grundlagen für sozialen Zusammenhalt, soziale Mobilität und eine gerechte Gesellschaft.“

Die Rolle von (Hochschul-) Bildung wird damit anders und weiter verstanden. Mit der Idee einer Stärkung der sozialen Inklusion und Integration soll auch in Zukunft der innere Frieden Europas gesichert werden.  Die Bildung junger Menschen als aktive Bürger, die Stärkung politischer Bildung und die Vermittlung europäischer Werte zur Schaffung von sozialem Zusammenhalt und einem vertieften Gefühl von Zugehörigkeit sind Bestandteil der aktuellen Agenden.

Die Förderung gemeinsamer Werte, inklusiver Bildung und der europäischen Dimension im Unterricht

In Fortführung der "Pariser Erklärung" aus dem Jahr 2015, fordert die "Empfehlung des Rates zur Förderung gemeinsamer Werte, inklusiver Bildung und der europäischen Dimension im Unterricht" vom 22. Mai 2018 eine integrative Bildung auf allen Ebenen.

Europäische Werte wie Menschenwürde, Gedanken- und Meinungsfreiheit, die Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus, Toleranz und Solidarität werden hier hervorgehoben. Insofern stärken Hochschulen die soziale Teilhabe, vermitteln gemeinsame europäische Grundwerte und stärken einen aktiven Bürgersinn.

Chancengleichheit und Inklusion im Bildungsprogramm Erasmus+

Als europäisches Bildungsprogramm fördert Erasmus+ seit 2014 die Chancengleichheit und Inklusion in allen drei Leitaktionen, also quer über alle Maßnahmen. Ziel ist es, über die Auslandsmobilität, transnationale Projekte und Politikunterstützung die Beschäftigungsmöglichkeiten für sozial gefährdete und benachteiligte Gruppen auch im Hochschulbereich zu verbessern.

So unterstützt die NA DAAD Programmteilnehmer mit einer Behinderung, indem sie auslandsbedingte Mehrkosten übernimmt. Auch Eltern mit Kind erhalten eine zusätzliche finanzielle Förderung. Zahlreiche Projekte widmen sich diesem Ziel [Leitaktion 1; Leitaktion 2; Leitaktion 3].

Im Bereich der Kooperationsprojekte: Soziale Integration zu fördern ist Bestandteil aller Erasmus+ Programmausschreibungen und findet sich in den Förderlinien der Strategischen Partnerschaften, Kapazitätsaufbauprojekte, Jean Monnet und der Wissensallianzen. Besondere Aufrufe mit klarem Zuschnitt zu dieser Thematik finden sich unter der Erasmus+ Politikunterstützung im Bereich Projekte Sozialer Inklusion in der allgemeinen und beruflichen Bildung und Jugend.

Fördert Erasmus+ die Weltoffenheit?

Die Untersuchung der Wirkung von Erasmus+ auf Weltoffenheit, gemeinsame europäische Werte und aktive Bürgerschaft ist auch Grundlage einer Studie der NA DAAD ("Weltoffen durch Erasmus+?").

Kontakt

David Akrami Flores

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