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Hinweise zum Brexit – Erasmus+ und das Vereinigte Königreich

Oliver Reetz/DAAD

In den Bedingungen des Ausstiegsabkommens vom 31. Januar 2020 ist festgelegt, dass das Vereinigte Königreich weiterhin an der laufenden Erasmus+ Programmgeneration (2014-2020) teilnehmen wird.

Da das Abkommen wie erwartet ratifiziert wurde, gilt eine Übergangsregelung, die besagt, dass bis zum Ende der aktuellen Programmgeneration, also einschließlich Aufruf 2020, keine Änderungen erfolgen. Dies gilt für alle Projekte, die im Jahr 2020 bewilligt werden – einschließlich ihrer Laufzeiten.
Mobilitätsprojekte zum Beispiel, die im Jahr 2020 bewilligt werden, haben eine Laufzeit bis Juni 2022 und fallen damit unter die Regeln des derzeitigen Erasmus+ Programms.
Kooperationsprojekte in den Förderlinien der Leitaktionen 2 und 3 sowie Erasmus Mundus und Jean Monnet-Aktivitäten, die im Jahr 2020 bewilligt werden, sind ebenfalls über die gesamte Projektdauer von zwei bis drei Jahren förderfähig.

Eine Unsicherheit für einen Erasmus-Aufenthalt, der 2020 angetreten wird und im Jahr 2021 andauert, besteht aktuell in der ungeklärten Aufenthaltsregelung, die ab 1. Januar 2021 gelten soll.

Erasmus Mobilitäten Uk

Für den Aufruf 2020 stellt die Europäische Kommission Fördergelder für Mobilitätsprojekte zur Verfügung, die von den Hochschulen bei der NA DAAD beantragt werden können und eine Laufzeit bis einschließlich Juni 2022 haben. Die bewilligten Mobilitäten werden wiederum von den Hochschulen ausgeschrieben. Studierende und Hochschulmitarbeiter können somit bis zum Ende der Laufzeit ihren Auslandsaufenthalt in Großbritannien antreten. Die Bewerbungsfristen für Erasmus+ sind bei der jeweiligen Hochschule zu erfragen. Die ab 1.1.2021 geltende Aufenthaltsregelung ist noch in Klärung.

Neue Programmgeneration ab 2021

Wie sich die Teilnahme des Vereinigten Königreiches an der neuen Programmgeneration von Erasmus+ (2021-2027) gestaltet und wie ab Ende 2020 das Aufenthaltsrecht für Studierende und Hochschulmitarbeiter in Großbritannien geregelt wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

Es ist jedoch klar, dass die Zeit bis Ende des Jahres genutzt werden muss, um verbindliche Regelungen bei den Themen Studiengebühren, Visa und Aufenthaltsrechte sowie mit Blick auf die zukünftige Beteiligung des Vereinigten Königreichs an Erasmus+ und anderen EU-Programmen zu erstellen. Das meint auch der DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Nur so könne man die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit und die guten Zahlen im akademischen Austausch mit Großbritannien erhalten. Das sieht auch die NA DAAD so, die sich daher gemeinsam mit anderen Partnern bei der EU-Kommission verstärkt für eine rasche Erarbeitung der benötigten Regelungen und Verträge einsetzt.

Über den aktuellen Stand halten wir Sie hier auf dem Laufenden.


09.01.2020: Die Abgeordneten im Britischen Unterhaus haben mit 344 zu 254 Stimmen gegen die erneute Verlesung des neuen Paragraphen 10 gestimmt. Diese neue Klausel hätte die Regierung verpflichtet, sich um die Aushandlung einer weiteren Vollmitgliedschaft im Rahmen des Bildungs- und Jugendprogramms Erasmus+ der EU zu bemühen.n.
Tweet des britischen House of Commons

20.12.2019: Das britische Unterhaus hat für das Austritts-Abkommen zum Brexit gestimmt. Bevor das Austrittsabkommen in Kraft treten kann, muss es von der EU und dem Vereinigten Königreich ratifiziert werden. Auf Seiten der EU muss der Rat der Europäischen Union die Unterzeichnung des Austrittsabkommens genehmigen, bevor es dem Europäischen Parlament zur Zustimmung übermittelt wird. Das Vereinigte Königreich muss das Abkommen im Einklang mit den eigenen verfassungsrechtlichen Vorschriften ratifizieren.

29.10.2019: Die EU-Staaten haben einem Brexit-Aufschub bis Ende Januar zugestimmt. Es handelt sich um eine flexible Verlängerung, bei der Großbritannien bei einer Ratifizierung des mit der EU ausgehandelten Austrittsabkommens auch früher austreten könnte.
Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union

28.05.2019: Der britische Staatsminister für Universitäten, Wissenschaft, Forschung und Innovation Chris Skidmore hat kürzlich bekanntgegeben, dass Studierende aus der Europäischen Union, die 2020/2021 ein Studium in Großbritannien aufnehmen, weiterhin die gleichen Studiengebühren zahlen wie Einheimische. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass es auch in Zukunft eine Regelung für Programme wie Erasmus+ geben wird.auch in Zukunft eine Regelung für Programme wie Erasmus+ geben wird.
Beitrag auf gov.uk

31.01.2019 Auf ihrer Website hat die Europäische Kommission eine Pressmitteilung und einige FAQs zusammengestellt, in denen sie weitere Informationen zu den Bestimmungen der o. g. Vorschläge und die entsprechenden Rechtstexte dazu aufführt.
Pressemitteilung
FAQ

Bitte informieren Sie sich auch weiterhin über die häufigen Fragen der Europäischen Kommission zum Brexit (s. auch unter "Weiterführende Informationen").

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