Umfragen zu Microcredentials an deutschen Hochschulen
Microcredentials entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Instrument, um lebenslanges Lernen, Durchlässigkeit und Internationalisierung im Hochschulbereich zu fördern. Sie bieten flexible, zielgerichtete Lernformate, die Kompetenzen vermitteln und sichtbar machen und Studierende wie Berufstätige gleichermaßen ansprechen. Mit verschiedenen Befragungen von Hochschulen, Studierenden und Unternehmen hat der DAAD ein aktuelles Lagebild zum Stand der Entwicklung und Nutzung hochschulischer Microcredentials in Deutschland erstellt.
Microcredentials gewinnen als Thema für die Hochschulen weiter an Bedeutung
Der Anteil der deutschen Hochschulen, die sich mit dem Thema Microcredentials befassen, steigt kontinuierlich. Berücksichtigt man die Hochschulen, die solche Lerneinheiten bereits anbieten, eine Einführung planen oder Microcredentials zumindest als wesentliches Diskussionsthema an ihrer Hochschule bezeichnen, liegt dieser Anteil in der Summe inzwischen bei 65 % - 20 Prozentpunkte mehr als bei einer ersten Hochschulbefragung aus dem Jahr 2022.
Abb. 1: Bietet Ihre Hochschule Microcredentials an?

Microcredentials für lebenslanges Lernen – aber auch für die Internationalisierung
Auf die Frage, für wie sinnvoll der Einsatz von Microcredentials auf verschiedenen Gebieten erachtet wird, ergab sich auf einer Skala von 1 („überhaupt nicht sinnvoll“) bis 5 („sehr sinnvoll“) mit 4,46 der höchste Mittelwert für das lebenslange Lernen und die wissenschaftliche Weiterbildung – gefolgt von der Internationalisierung (4,0). Dieser Aspekt wurde zudem in einer weiteren Einzelfrage adressiert:
Abb. 2: Betrachten Sie Microcredentials – ganz allgemein – als sinnvolles flankierendes Instrument zur Internationalisierung bzw. Förderung der Mobilität?

Damit wird ein Befund aus den früheren Erhebungen durch die Befragung 2025 nochmals untermauert. Die wissenschaftliche Weiterbildung und das lebenslange Lernen sowie die Internationalisierung sind aus Sicht der Hochschulen die zentralen Anwendungsbereiche für Microcredentials. Weitere Rückmeldungen zeigen zudem, dass ihnen auch als Ergänzung zum regulären Studium eine größere Bedeutung beigemessen wird.
Zielgruppen
Dieses Bild spiegelt sich auch bei den Zielgruppen wider – wenn auch mit etwas anderer Schwerpunktsetzung. Hier werden Studierende der eigenen Hochschule als Hauptzielgruppe genannt, gefolgt von internationalen Studierenden und Graduierten mit Hochschulabschluss – als einer der eigentlichen Hauptzielgruppen der wissenschaftlichen Weiterbildung.
Bemerkenswert ist dabei, dass dieser Befund aus der Hochschulbefragung in starkem Kontrast zum Kenntnisstand der Studierenden steht. In einer separaten Umfrage unter mehr als 7.500 auslandsmobilen Studierenden deutscher Hochschulen, gaben 96 % der Befragten an, dass sie von dem Begriff „Microcredentials“ bislang noch nicht gehört hatten. Immerhin 39 % der Studierenden könnten sich vorstellen, ergänzend zum regulären Studienplan solche Microcredential-Angebote wahrzunehmen.
Bedarfe der Unternehmen
Ergänzend zur Befragung von Hochschulen und Studierenden wurden auch Unternehmen und Branchenverbänden adressiert, um ihre Einschätzung zum Potenzial hochschulischer Microcredentials zu teilen.
Unternehmen zeigen vor allem dann punktuelles Interesse an hochschulischen Microcredentials, wenn diese praxisnah und technologisch ausgerichtet sind. Erwartet werden insbesondere ein flexibles Kursdesign und arbeitsmarktorientierte Angebote.
Die Auswertung der Umfrage finden Sie hier.
