Studie: Anerkennung – (k)ein Problem?

Hintergrund der Studie

Die Förderung studentischer Auslandsmobilität ist weiterhin eines der zentralen Ziele des Bologna-Prozesses. Wie es sich mit der organisatorischen Umsetzung von Auslandsaufenthalten und der Frage der Anerkennung aus studentischer Sicht konkret verhält, hat der DAAD in seiner mittlerweile fünften Umfrage 2015 unter mehr als 5.000 Studierenden untersucht.

Schwerpunkte der Studie

Im Fokus stehen hierbei die Studienaufenthalte, aber auch Aspekte anderer Aufenthaltsarten, wie Praktika, Sprachkurse etc. werden gesondert betrachtet. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Studiengänge der Fachbereiche Lehramt, Rechtswissenschaften und der Medizin/Gesundheitswissenschaften, in denen traditionelle und reformierte Studiengangsmodelle nebeneinander bestehen.

Ergebnisse der Studie 2015

Kernergebnis der Studie ist die Feststellung, dass sich der bisher ansteigende Trend bei der Anerkennung im Ausland erbrachter Studienleistungen leicht abgeschwächt hat. So hat sich der Anteil der Studierenden, deren Leistungen nach einem Studienaufenthalt vollständig anerkannt wurden, mit 68,4% (2013: 69,3%) etwas verringert. Abweichungen von den bisherigen Entwicklungen sind besonders bei den Bachelor- und Masterstudiengängen festzustellen, bei denen sich seit 2013 ein stetiger Rückgang der vollständigen Anerkennung abzeichnet (2011: 76,0%, 2013: 73,0%, 2015: 70,0%). Trotz einer weiter anhaltenden numerischen Stärkung der zweistufigen Studienstruktur ist die Anerkennungsquote also nicht mehr weiter gestiegen. Der bisherige Trend, dass ein wachsender Anteil an Bachelor- und Masterstudiengängen eine höhere Anerkennungsrate mit sich bringt, setzt sich somit nicht weiter fort.

Einflussfaktoren auf die Anerkennung

Beeinflusst wird die Anerkennung von verschiedenen Faktoren. Positiv wirkt sich eine mobilitätsfördernde Infrastruktur aus, wie z.B. die curriculare Verpflichtung zu einem Auslandsaufenthalt sowie das Vorhandensein curricular integrierter Mobilitätsfenster. Einfluss haben ferner die studierte Fachrichtung, die Art der Heimathochschule sowie das besuchte Gastland. Auswirkungen auf die Anerkennung hat ebenfalls der Abschluss von Lernvereinbarungen. Die Ergebnisse der Studie lassen erkennen, dass Lernvereinbarungen als solche keinesfalls eine Garantie für eine vollständige Anerkennung sind. So zeichnete sich bei ca. einem Drittel der Befragten bereits vor ihrem Auslandsaufenthalt ab, dass sie trotz einer Lernvereinbarung allenfalls mit einer eingeschränkten oder sogar keiner Anerkennung rechnen mussten. Sehr gute Aussichten haben dagegen Studierende, die im Ausland ein Praktikum absolvieren. Es wurde bei 93,5% der Befragten vollständig anerkannt.

Anmerkung zu der Studie 2017

In der Studierendenumfrage zum Thema Anerkennung liegt der Fokus auf Absprachen und Vereinbarungen vor dem Auslandsaufenthalt sowie auf der Frage der Lernergebnisorientierung der Anerkennung.