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Bologna-Konferenz in Paris: Signal für konsequente Umsetzung der Europäischen Hochschulreform

Wissenschaftsfreiheit, Europäische Hochschulnetzwerke, Digitalisierung – das waren Themen der Bologna-Konferenz am 24./25. Mai in Paris.

Die Konferenz betonte die Bedeutung von Hochschulbildung, um Europa und seine Gesellschaften in politisch schwierigen Zeiten zu stärken. Eng damit verknüpft war die Debatte der Grundprinzipien des Europäischen Hochschulraums (EHEA), die es auch in den eigenen Reihen zu verteidigen gelte. Wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in ihrer Rede deutlich machte, seien Werte wie Wissenschaftsfreiheit, institutionelle Autonomie der Hochschulen und die Partizipationschancen von Studierenden, Lehrenden und Forschenden für Deutschland "nicht verhandelbar". 

Die Bildungsminister ziehen Bilanz

Die jüngste Bologna-Konferenz fand 20 Jahre nach der Unterzeichnung der Sorbonne-Declaration statt, mit der Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien den Grundstein für die Bologna-Reform legten. Bei dem Treffen zogen die Bildungsminister Bilanz und schrieben gleichzeitig das Arbeitsprogramm für den Europäischen Hochschulraum fort. Demnach hat der Bologna-Prozess gerade im Bereich Mobilität und Internationalisierung der Hochschulen weit vorangebracht. Allerdings – so eine der zentralen Aussagen in Paris – muss die Umsetzung der Reform in allen 48 Ländern des Europäischen Hochschulraums auf ein Level gebracht werden. 

Der Implementation Report zeigt Defizite auf

Der regelmäßig zur Bologna-Konferenz erscheinende Implementation Report zeigt die Defizite auf, die bei der Umsetzung auch zentraler Reformelemente noch bestehen. Dazu gehört beispielsweise die Umsetzung der dreistufigen Studienstruktur inklusive ECTS-System, das sich an einem nationalen bzw. dem Europäischen Qualifikationsrahmen für Hochschulbildung orientiert. Dazu gehören aber auch eine Anerkennungspraxis gemäß Lissabon Konvention und eine Qualitätssicherung von Studienprogrammen nach den European Standard and Guidelines.    

Länder mit Nachholbedarf werden unterstützt

Der Bologna-Prozess basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das begleitet die Debatte um mögliche Konsequenzen für die Länder, die bei der Umsetzung wichtiger Reformelemente schwächeln. Mit dem Schlusscommuniqué von Paris machen die Bildungsminister hier einen Schritt vorwärts: Ein Unterstützungsprogramm soll eingerichtet werden für die Länder, die bei sich Nachholbedarf ausmachen. Für Belarus, dem jüngsten Land im Bologna-Club, gab es die Aufgabe, bis zur nächsten Bologna-Konferenz weiter an der Umsetzung der Reform zu arbeiten. 

Nächste Ministerkonferenz im Jahr 2020

Das Sekretariat für die nächste Ministerkonferenz im Jahr 2020 übernimmt Italien. 
Die Beschlüsse und Erklärungen der zehnten Bologna-Konferenz finden sich im Paris Communiqué samt Anhängen sowie dem Statement des Bologna Policy Forums wieder.  
 

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