Erfolgreiche Erasmus+ Jahrestagung 2017 in Heidelberg

Rund 300 Teilnehmer feierten am 1. und 2. Juni 2017 bei der Erasmus+ Jahrestagung in Heidelberg das 30-jährige Jubiläum des europäischen Austauschprogramms. Mit Diskussionen über Vergangenheit und Zukunft, einem multimedialen Rückblick, einer interaktiven Kunstinstallation sowie zahlreichen Workshopangeboten für Mitarbeiter von deutschen Hochschulen bot die NA DAAD ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm bereit.

Austausch aufrechterhalten – auch in politisch schwierigen Zeiten

DAAD-Präsidentin Professor Margret Wintermantel ging in ihrer Rede auf internationale und europäische Krisen, besonders auf das Erstarken populistischer Bewegungen in Europa ein. Dem akademischen Austausch komme dabei eine Schlüsselrolle zu, denn der Wechsel des eigenen Standortes gehe oft mit einem persönlichen Perspektivwechsel einher.

Angesichts der vielen aktuellen Herausforderungen kann die Zukunft nur in einem weiteren Ausbau des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ liegen.“Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin des DAAD

Auch der gastgebende Rektor der Universität Heidelberg, Professor Bernhard Eitel, und die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, thematisierten die Herausforderungen für Europa.

"Das Erasmus-Programm ist ein veritables europäisches Erfolgsprogramm. Es hat sich über die Jahre immer mehr zu einem bekannten Markenzeichen entwickelt, vergleichbar beispielsweise mit 'made in Germany‘.“
Theresia Bauer, baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Nur durch internationale Kooperation seien die Probleme lösbar, sagte Bauer: „Das kann man nicht aus dem Lehrbuch lernen, man muss es leben.“

Multimedialer Streifzug durch die Erasmus-Geschichte

Ein abwechslungsreicher Rückblick führte die Teilnehmer durch die Erasmus-Geschichte: Kurze Videos führten durch die verschiedenen Phasen des Programms – von der Gründung über die geografische Ausweitung nach Ost- und Südosteuropa bis zur neuen Programmgeneration Erasmus+.

Zwischen den Videos interviewte Dr. Markus Symmank Vertreter europäischer Nationaler Agenturen sowie Alumni und Zeitzeugen, etwa den ersten Leiter des Erasmus-Büros der Europäischen Kommission, Alan Smith, dem der Name des Programms unter der Dusche eingefallen war, sowie Dr. Siegbert Wuttig, der der erste Leiter der Nationalen Agentur im DAAD war.

Halbzeitevaluation und zukünftige Programmgenerationen

Über die Halbzeitevaluation der laufenden und die Vorbereitung auf die nächste Programmgeneration diskutierten im Anschluss Dr. Henk van Liempt vom BMBF und Sébastien Combeau von der Europäischen Kommission. Die Ziele von Erasmus+ seien erreicht worden, bilanzierte van Liempt. Zugleich empfahl er, für die nächste Programmgeneration flexiblere Ziele zu setzen. Dies sei nötig, um bei Bedarf rascher umsteuern zu können, sagte auch der der Direktor der NA DAAD, Dr. Hanns Sylvester. Nationale Agentur und BMBF streben auch an, den Verwaltungsaufwand für die Förderantragsteller zu verringern.

Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich das Baugerüst auf dem Universitätsplatz dann in einen Lichtwürfel. Eine Lichtinstallation projizierte die eingegangenen Beiträge aus ganz Europa auf eine Leinwand.

Am zweiten Tag der Jahrestagung widmeten sich die Teilnehmer in unterschiedlichen Workshops verschiedensten aktuellen Themen des Erasmus-Programms. Eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.