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Soziale Inklusion fördern

Drei Hochschulmitarbeiter informieren sich online über die Ausschreibung der Erasmus+ Politikunterstützung zur sozialen Integration.
Oliver Reetz/DAAD

Der politische Hintergrund der Förderlinie

Unter dieser Förderlinie der Erasmus+ Politikunterstützung wird die soziale Inklusion durch Projekte in den Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie Erwachsenenbildung gefördert.

Die Projektaufrufe werden jährlich veröffentlicht und stehen in Einklang mit einer Reihe politischer Kommuniqués der Europäischen Union (EU) in den letzten Jahren. Als Grundlage für die Umsetzung sozialer Inklusion dient die Definition europäischer Werte in Artikel 2 im Vertrag über die Europäische Union:

„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Die Stärkung sozialer Inklusion als ein Kernanliegen der EU geht insbesondere aus der „europäischen Säule sozialer Rechte“ hervor. Das Dokument unterstreicht, dass jeder „das Recht auf qualitativ hochwertige und inklusive Bildung, Ausbildung und lebenslanges Lernen (…)“ hat, mit dem Ziel „sich voll an der Gesellschaft zu beteiligen und den Übergang auf den Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen.“

Gleichermaßen legt auch die Europäische Kommission in Ihrer Mitteilung zur „Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur“ auf dem Gipfeltreffen in Göteborg 2017 den Fokus auf soziale Inklusion: „Eine hochwertige und inklusive Bildung von Kindheit an legt die Grundlagen für sozialen Zusammenhalt, soziale Mobilität und eine gerechte Gesellschaft.“

Soziale Inklusion wird folglich als wesentliches Instrument zur Erreichung eines übergeordneten Ziels verstanden: Bildung soll europäische Werte stärken und somit den zukünftigen inneren Frieden Europas sichern, indem sie soziale Inklusion und Integration fördert. Die Ausbildung junger Menschen zu aktiven Bürgern, die Stärkung politischer Bildung sowie die Vermittlung von europäischen Werten zur Schaffung von sozialem Zusammenhalt und einem Zugehörigkeitsgefühl sind Bestandteil der aktuellen Agenden.

Weitere Papiere in denen das Thema soziale Inklusion aufgegriffen wird, sind die Pariser Erklärung und die aktualisierte Fassung des Strategic Framework for European Cooperation in Education and Training 2020, beide aus dem Jahr 2015.

2018 wurde die „Empfehlung des Rates über gemeinsame Werte, inklusive Bildung und die europäische Dimension von Unterricht und Lehre“ ausgearbeitet und steht ebenfalls in einer Linie mit der Pariser Erklärung von 2015: sie zielt darauf ab, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und einen Beitrag zur Bekämpfung von Populismus, Fremdenfeindlichkeit, spalterischem Nationalismus und der Zunahme von manipulativ verbreiteten, vorgetäuschten Nachrichten zu leisten.

Unter Berücksichtigung der beschriebenen Themenschwerpunktsetzung, sollen Projekte der Förderlinie Social Inclusion einen Beitrag zur Erreichung der ausgegebenen Ziele bringen.

Was sind die Schwerpunkte?

Je nach Aufruf werden unter dieser Förderlinie unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. 2019 liegt das Hauptaugenmerk auf der Verbreitung und Ausweitung bewährter Vorgehensweisen für integratives Lernen sowie auf der Entwicklung und Umsetzung innovativer Methoden und Verfahren zur Förderung von integrativem Lernen und von gemeinsamen Werten.

Der diesjährige Aufruf unterteilt sich in die Bereiche der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie Erwachsenenbildung, welchen jeweils unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und budgetäre Ausstattungen zugrunde liegen. Die Aufrufe werden jährlich auf der Homepage der EACEA veröffentlicht.

*Alle folgenden Informationen richten sich an den Bereich zur allgemeinen und beruflichen Bildung.
Für Fragen zur Erwachsenenbildung in dieser Thematik, steht Ihnen die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung zur Verfügung.

Budget

Die budgetäre Ausstattung unter dieser Leitlinie ist je nach Aufruf unterschiedlich und kann variieren. Unter bisherigen Aufrufen lag die maximale Fördersumme pro Projekt bei 500.000€ bei einer prozentual eingeschränkten EU-Förderung (80 oder 90%). Eine Kofinanzierung ist somit erforderlich.

Zeitraum/ Vertragsdauer

Die Projektdauer muss entweder 24 oder 36 Monate betragen.

Welche Länder können teilnehmen?

  • die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union:
  • die EFTA-/EWR-Länder: Island, Liechtenstein, Norwegen
  • die EU-Bewerberländer: Türkei, Nordmazedonien, Serbien
  • Großbritannien (bitte beachten Sie die Übergangsregelung)

Welche Projekte können gefördert werden?

Die förderfähigen Aktivitäten sind sehr vielfältig, können unterschiedlichster Art sein und variieren je nach Aufruf; eine Auflistung finden Sie in den jeweiligen Aufrufen (siehe unten).

In der Rubrik Beispiele aus der Praxis finden Sie Details zu erfolgreich bewilligten Projekten vergangener Projektausschreibungen. Zudem bietet die Erasmus+ Project Results Platform eine Auflistung mit Projektkurzbeschreibungen aller bewilligter Projekte vergangener Aufrufe.

Wie erfolgt die Auswahl eines Projektes?

Die Auswahl der Projekte erfolgt zentral in Brüssel. Alle Anträge werden von der EACEA auf formale Förderfähigkeit geprüft. Formal gültige Anträge werden anschließend von unabhängigen Gutachern qualitativ bewertet und die Förderentscheidung auf Basis der Expertenbewertung der Europäischen Kommission getroffen. Alle Antragsteller werden von der EACEA über die Ergebnisse bei positiver und negativer Bewertung informiert. Der Zeitraum der Prüfung und Rückmeldung ist je nach Projektaufruf unterschiedlich. Bitte beachten Sie hierzu die jeweilige Ausschreibung.

Die vier Auswahlkriterien

•    Relevanz des Projekts
•    Qualität der Projektkonzeption und -umsetzung
•    Qualität der Partnerschaft und Kooperationsvereinbarung
•    Wirkungsgrad, Verbreitung und Nachhaltigkeit

An wen wende ich mich, wenn ich Fragen habe?

Lassen Sie sich bei Fragen gerne von uns beraten. Hierzu senden Sie bitte eine E-Mail an policysupport@daad.de.

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