Studieren ohne Einkommen: Wie das Top-up mein Erasmus-Semester in Istanbul möglich machte
Ein Erasmus-Semester in Istanbul bringt nicht nur akademische Chancen, sondern auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Das Top-up für Studierende mit geringeren Chancen ist dabei eine entscheidende Unterstützung: Es schafft finanziellen Spielraum, reduziert Stress und ermöglicht es sich voll auf das Studium und ein erfolgreiches Semester zu konzentrieren.
In meinem Erasmus+ Semester in Istanbul habe ich schnell gemerkt, wie schwierig ein Auslandsaufenthalt werden kann, wenn man vor Ort nicht arbeiten kann und damit kein regelmäßiges Einkommen hat. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten, besonders die Mieten, in einer Großstadt wie Istanbul hoch. In der Gegend rund um die Boğaziçi University sind die Preise noch einmal deutlich höher, wenn man in der Nähe der Universität wohnen möchte. Ich habe in einer WG in Rumelihisarı gewohnt, also direkt in Uninähe. Das Top-up für Studierende mit geringeren Chancen hat mir geholfen, diese finanzielle Lücke zu überbrücken und den Alltag so zu organisieren, dass ich mich auf mein Studium konzentrieren konnte.
Ich habe mein Erasmus+ Semester von September 2025 bis Januar 2026 an der Boğaziçi University verbracht. Schon nach den ersten Tagen wurde mir klar, dass die größte Herausforderung nicht die Organisation der Kurse war, sondern die finanzielle Situation im Alltag. Anders als in Deutschland konnte ich vor Ort nicht einfach nebenbei arbeiten. Ohne regelmäßiges Einkommen muss man mit Rücklagen und der Förderung auskommen, und dadurch wird jede größere Ausgabe deutlich spürbarer.
Besonders das Thema Wohnen war entscheidend. Istanbul ist eine teure Großstadt, und in den Vierteln rund um die Boğaziçi University sind die Mietpreise besonders hoch. Die WG in Rumelihisarı war für den Alltag und fürs Studium sehr praktisch, weil die Wege kurz sind und man flexibler planen kann. Gleichzeitig bedeutet diese Lage aber auch, dass man oft mehr zahlt und weniger Auswahl hat. Dazu kommen häufig Kautionen und Zahlungen, die direkt am Anfang fällig werden. Genau diese Phase ist stressig, weil man gleichzeitig ankommen, sich orientieren und den Studienstart organisieren muss.
Das Top-up hat mir in dieser Situation sehr geholfen. Es hat die Kosten nicht verschwinden lassen, aber es hat den Druck deutlich reduziert und mir mehr Spielraum gegeben. Ich konnte die ersten Wochen besser überbrücken, eine passende Wohnlösung finden und mich auf die Dinge konzentrieren, die für das Semester entscheidend sind. Ohne diese zusätzliche Unterstützung hätte ich stärker an grundlegenden Ausgaben sparen müssen, was sich schnell auf Alltag und Lernrhythmus ausgewirkt hätte.
Im Verlauf des Semesters war die Entlastung auch mental wichtig. Wenn man nicht permanent überlegen muss, ob Miete und Lebenshaltungskosten noch passen, arbeitet man strukturierter und kann sich besser auf Kurse, Gruppenarbeiten und Prüfungen konzentrieren. Für mich war das Top-up deshalb ein echter Mehrwert. Es hat mir finanziell geholfen und dafür gesorgt, dass ich das Semester ruhiger und planbarer erleben konnte.
Mein Fazit ist, dass das Top-up für viele Studierende mit geringeren Chancen den Unterschied macht, weil es eine Lücke schließt, die ohne regelmäßiges Einkommen im Ausland sehr schnell entsteht. Ich würde allen, die die Voraussetzungen erfüllen, empfehlen, sich früh zu informieren und die Förderung zu beantragen.
