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Michelle: Erasmus-Abenteuer Salamanca

Michelle am Europatag vor dem Alten Rathaus Bonn. Im Hintergrund die Universität Bonn.
Michelle / DAAD

Hallo! Ich bin Michelle, 21Jahre alt und studiere “Sprache und Kommunikation in der globalisierten Mediengesellschaft” im Zweifachbachelor mit Hispanistik an der Uni Bonn. Im Wintersemester 2022/23 gehe ich mit Erasmus+ nach Salamanca.

Weil ich mich im Standort-Team Bonn von "Europa macht Schule" engagiere, habe ich erfahren, dass die Nationale Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit (NA DAAD) mit Studierenden ein Pilotprojekt aufziehen möchte, die vor, während und nach ihrem Erasmus+ Aufenthalt darüber berichten. Das finde ich eine interessante Initiative, daher findet ihr hier in nächster Zeit regelmäßig von mir die neuesten Infos rund um mein Erasmus+ Semester.

Bald geht es los! Aber erst einmal heißt es Koffer packen! Ich habe mich für eine Flugreise nach Salamanca entschieden und konnte nur einen Koffer mitnehmen. Das stellte mich zunächst vor eine kleine Herausforderung, nur das Wichtigste einzupacken. Da es auch im September in Salamanca, vor allem in den Abendstunden schonmal kälter werden kann, habe ich direkt meine Winterjacke auf dem Flug anzogen, um Platz im Koffer zu sparen. :-)
Neben der Kleidung, für verschiedene Wetterbedingungen, wanderte auch eine Mappe mit den wichtigsten Dokumenten, wie bspw. einer Kopie des Reisepasses.

Flugzeug _michelle

Am Freitag, den 02.09.2022 begann dann meine Reise nach Salamanca:
Flug: Düsseldorf - Madrid
Bus: Madrid - Salamanca
Angekommen in Salamanca wurde ich von meinem Vermieter abgeholt und gemeinsam sind wir in meine neue WG gefahren.

Ich war ein wenig aufgeregt und verunsichert in Bezug auf die Kurse, da mein Learning Agreement noch immer nicht final von allen Parteien unterzeichnet wurde und ich nicht wusste, wie sich das Ganze wohl klären wird...

Sportangebot Salamanca
Universität Salamanca

Um mir in Sachen Freizeit- und Kulturangebote bereits einen groben Überblick zu verschaffen, habe ich schon mal auf Instagram geschaut, welchen Seiten die Uni Salamanca so folgt und wurde fündig, unter anderem wurde ich auf das Erasmus Student Network von Salamanca aufmerksam. Auf der Homepage der Uni sind zudem unter verschiedenen Reitern kulturelle oder sportliche Angebote und Freizeitmöglichkeiten zu finden, wie zum Beispiel wenn ihr auf das Bild klickt.

Über den “Mobility Online”-Account hatten wir zudem Zugang zu einem Erfahrungsbericht einer Pharmaziepraktikantin der Uni Bonn, die die Organisationen
“Nuve Erasmus” und “Salamanca Erasmus Trips”  für Freizeitangebote empfahl.

Zusage Uni Salamanca Web

Zu meinen Herausforderungen zählten in Teilen die Kommunikation mit den Ansprechpersonen der Uni Bonn. Wenn ich unsicher war, wie ich mit bestimmten Anrechnungen von Kursen verfahren sollte, bekam man ich zwar schnell Hilfe, aber die anderen Outgoings und ich mussten sich einige Zeit auf die Zusage gedulden, und wir waren unsicher ob wir überhaupt bei der Uni in Salamanca angenommen wurden. Auch den Link für die Online-Registrierung mussten wir selbst recherchieren, da wir einen erhalten hatten, der nicht funktionierte. Ein bisschen Initiative und Durchhaltevermögen ist also manchmal gefragt. Aber zum Glück hat es jetzt ja geklappt!

Nachdem ich mit den beiden weiteren Outgoings aus meiner Universität Kontakt aufgenommen hatte und wir uns über die wichtigsten Formalitäten ausgetauscht haben, ging es Mitte Mai an die Erstellung des Learning Agreement. Noch immer hatte keine*r von uns die endgültige Zusage erhalten, aber da das Erstellen des Agreement einige Zeit in Anspruch nimmt, starteten wir schon sehr früh damit. Ich schaute auf der Seite des äquivalenten Studienganges (in meinem Fall "filología hispánica") der Universität in Salamanca und fand einige Kurse, die mich interessierten, aber in Teilen auch Inhalte meiner bereits belegten Module des Studienfaches "Hispanistik" an der Uni Bonn umfassten.

Wie kalkuliere ich richtig?
Empfohlen wurde uns, mit mindestens 15 ECTS, besser 20 ECTS zu planen. Denn die Erasmus-Finanzierung erfolgt nur dann, wenn man Kurse im Gesamtwert von 15 ECTS besteht, mit 20 ECTS ist man also auf der "sicheren" Seite, falls man durch eine der Prüfungen durchfällt.
 
Ich trug meine Kurse in den Bogen ein, nachdem ich mir von der Ansprechpartnerin der Uni Bonn die Zusicherung eingeholt habe, dass ich mir die Kurse anrechnen lassen kann. So sollte das mit dern Anerkennung nachher klappen.
 
Relativ anspruchsvoll fand ich es, so zu planen, dass man potenziell durch Klausuren durchfallen darf, aber dennoch den Workload nicht zu hoch und überfordernd ansetzt.

Aufgepasst bei der Kurswahl!
In Salamanca gaben die entsprechenden Äquivalente an Kursen nur 4,5 ECTS, während in Deutschland hier 6 LP vorgesehen waren. So musste ich jeweils zwei Kurse kombinieren, damit ich mir diese an meiner Heimatuni als ein vollständiges Modul anrechnen lassen konnte.

So sehen die ersten Schritte beim Erstellen des Learning Agreement aus:

La1
La2

Im April begann ich bereits, mich schon einmal interessehalber nach WG-Zimmern bzw. günstigen Wohnungen in Salamanca umzuschauen. Über einen privaten Kontakt erfuhr ich, dass man in Salamanca wesentlich günstiger und vor allem auch kurzfristiger noch Unterkünfte erhält als in Bonn. So hatte ich also genügend Zeit, mich umzugucken und verschiedene Zimmer zu vergleichen.

Wohnen Salamanca Web
Michelle / DAAD

Am liebsten wollte ich in einem WG-Zimmer wohnen

Ein Bekannter, der selbst aus Salamanca kommt und aktuell ein Erasmus-Semester in Bonn macht, empfahl mir die App "Idealista", die ein wenig dem deutschen Anbieter "WG gesucht" ähnelt. Dort gibt es diverse Angebote verschiedenster Preisklassen und mit unterschiedlichen Ausstattungen sowie Größen und Personenkonstellationen.

Der Nachteil dieses Anbieters lag für mich jedoch darin, dass ich nur fünf Monate in Salamanca bleibe und die meisten Zimmer erst ab 6 Monaten vermietet werden.
 
Weitere Online-Angebote

Diese fand ich beispielsweise über "Uniplace" oder "Erasmusplay". Aber Vorsicht: Für mich war es schwierig zu entscheiden, ob es sich dabei um seriöse Anbieter handelt. Denn sobald ich das Zimmer/die Unterkunft anklickte wurde ich bereits zur potenziellen Anzahlung weitergeleitet, ohne dass ich mit dem Vermieter o.ä. hätte Kontakt aufnehmen können. So bestand also gar nicht die Möglichkeit, mir weitere Informationen über Konditionen oder andere WG-Mitglieder einzuholen.

Zudem bestand in meinem Fall zusätzlich das Problem, dass ich noch immer keine endgültige Zusage der Uni in Salamanca erhalten hatte und ich nicht auf "Gut Glück" bereits Anzahlung leisten wollte.

Studentenwohnheim?

In Spanien kann man grundsätzlich auch in Studentenwohnheimen der Uni wohnen, diese sind allerdings sehr teuer, da sie ziemlich luxuriös ausgestattet sind und man Essen (Verpflegung) dazu buchen MUSS.

Hier könnt ihr weitere Möglichkeiten für Unterkünfte finden: Studieren und leben in Spanien - DAAD

Von deutscher Seite aus bekam ich dann Mitte Februar die Zusage für meine oberste Priorität, nämlich Salamanca! Dann hieß es allerdings erst einmal WARTEN...

Von der Uni in Salamanca bekam ich zunächst keine Rückmeldung, ich sollte nur bis zum 15.07. eine Onlinebewerbung ausfüllen.

Über den Outgoing-Mailverteiler des Dezernat Internationales der Uni Bonn bekamen wir viele wichtige Hinweise und Informationen, sei es zu der Eintragung in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes oder Einladungen zu den Infoveranstaltungen an der Uni, die je nach Land speziell für die jeweiligen Outgoings angeboten werden.

Zudem mussten wir uns den Mobility-Online-Acccount anlegen. Dort kann man auch sehen, welche Schritte der Anmeldung bereits erfolgt sind:

Online-bewerbung
Michelle / DAAD

Außerdem bekamen wir den Tipp, uns die Erasmus+ App für Tipps rund um Ausflüge und Informationen unserer Region, in der wir den Aufenthalt planen, zu erhalten. Diese App funktionierte bei mir leider nicht, denn trotz des Logins mit meinen Europassdaten, konnte ich mich nicht über meinen Account anmelden.

Auswahl der Kurse

Während ich auf die Rückmeldung der Uni in Salamanca wartete, überlegte ich mir schon einmal, welche Kurse ich vor Ort gerne belegen würde, denn Voraussetzung für den Erhalt des Erasmusstipendium sind ja die 15 ECTS, die man bekommen muss. Dafür recherchierte ich auf der Homepage der Uni Salamanca. Da ich Kurse meines Zweitfaches bereits in mein viertes Semester vorgezogen habe, werde ich nur Kurse aus der Hispanistik belegen.

Für diejenigen die im Zweitfachbachelor studieren: Es ist tatsächlich manchmal eine leichtere Möglichkeit, Kurse in ein früheres Semester vorzuziehen, wenn es den jeweiligen Studiengang als Äquivalent so an der Partneruni nicht gibt. An der Uni in Salamanca gäbe es zwar auch Kurse meines Studienfaches “Sprache und Kommunikation in der globalisierten Mediengesellschaft”, aber nicht genau diejenigen, die hier in Deutschland angeboten werden. Dadurch, dass der Studiengang sehr spezialisiert ist, wie der Titel schon andeutet, erschien es mir günstiger, mich im Ausland lieber auf mein Zweitfach Hispanistik bezüglich der Kursbelegung zu fokussieren.  

Und hier eine Übersicht über die Kurse, die ich potenziell belegen könnte:

Vorlesungsverzeichnis1
Vorlesungsverzeichnis2

Ich bewarb mich schließlich Anfang Januar für die Universitäten Salamanca, Granada und Madrid. Die Bewerbungsprozesse laufen zwar auch an den verschiedenen deutschen Heimatunis individuell ab, aber in den meisten Fällen werden meines Wissens die üblichen Dokumente gefordert, wie Lebenslauf und Motivationsschreiben. Zudem musste ich sicherstellen, dass ich über das nötige Sprachniveau* und den entsprechenden Nachweis verfüge, der von der ausländischen Uni gefordert wird.

In meinem Fall war das kein Problem, da ich das Sprachniveau B2 (Spanisch) erfolgreich über einen Sprachkurs der Uni abgeschlossen hatte und dieses erfolgreiche Bestehen ausreichte, um meine Kenntnisse nachzuweisen.

Habt ihr so etwas noch nicht, solltet ihr euch früh genug darum kümmern und die Zeit einplanen, um ggf. noch ein Sprachzertifikat abzulegen.

*Sprachnachweis

Da ich Hispanistik im Zweitfach studiere und die Sprachpraxis des geforderten Niveau B1 bereits im letzten Jahr schon abgeschlossen hatte, musste ich mich nicht nochmal gesondert um ein offizielles Zertifikat kümmern. Mein Nachweis des erfolgreich abgeschlossenen Sprachkurses an der Uni genügt. Dies ist allerdings nicht in allen Universitäten der Fall, sodass man sich auch hier individuell und weit im Voraus bei der Uni selbst erkundigen sollte, damit gegebenenfalls die Zeit noch reicht, um ein offizielles Sprachzertifikat zu erwerben (z.B. DELE für Spanisch und DELF für Französisch)

Zunächst war ich mir unsicher, über welche Fakultät ich mich auf ein Semester mit dem Erasmus-Programm bewerben möchte, da auch über mein Zweitfach (Sprache und Kommunikation in der globalisierten Mediengesellschaft) die Möglichkeit gegeben war, nach Spanien zu gehen. Nach kurzer Recherche war für mich allerdings klar, dass ich gern über die Kooperation mit Hispanistik gehen würde, da hier das Angebot spanischer Universitäten deutlich größer war. Als oberste Priorität entschied ich mich für Salamanca, denn nicht nur die Universität selbst ist sehr renommiert, auch das kulturelle Leben ist spannend:

Screenshot Tourismus Salamanca
Salamanca / Spanien

In Salamanca wurden bereits im 17. Jahrhundert die Naturrechte begründet. Aus dem Studium war mir bereits die damals sehr einflussreiche “Schule von Salamanca” bekannt.

Dass Salamanca nicht am Meer liegt, mag für manche Spanienfans womöglich “abschreckend” sein, aber für mich standen Aspekte im Vordergrund, wie authentisches spanisches Wohnen und Leben ohne Infrastruktur, die auf Strandtourismus eingestellt ist.

Ich wusste bereits zu Beginn meines Studiums im Jahr 2020, dass ich gerne für ein Semester ins Ausland gehen würde. Für mich war von Anfang an klar, dass es nach Spanien gehen sollte, da ich Hispanistik im Zweitfach studiere und somit für mich die Verbesserung meiner Sprachkenntnisse an erster Stelle stand. Doch auch die Kultur wollte ich besser kennenlernen und möglichst introspektive Einblicke in das spanische Leben bekommen.

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