Tempus

Tobias Bohm / DAAD

Tobias Bohm / DAAD

Bitte beachten Sie, dass die Programmgeneration Tempus IV (2007-2013) abgelaufen ist.  Tempus-ähnliche Aktivitäten werden nunmehr unter dem Dach des neuen EU-Bildungsprogramms Erasmus+ (2014-2020) weiter geführt. Der nächste Aufruf in Erasmus+ wird voraussichtlich im September 2014 veröffentlicht und die entsprechende Aktionslinie KA 2 "Internationale Partnerschaften / Capacity Building" enthalten. Weitere Informationen  finden Sie  hier.

Tempus war das Hochschulkooperationsprogramm der Europäischen Union für die Zusammenarbeit mit den EU-Nachbarregionen. Das Programm unterstützte die Modernisierung und Reform des Hochschulwesens in Osteuropa und Russland, Zentralasien, auf dem Westlichen Balkan, in Nordafrika und im Nahen Osten. Es bestand bereits seit 1990. Die letzte Programmphase (Tempus IV, 2007-2013) ist im Dezember 2013 abgelaufen. Tempus-ähnliche Aktivitäten werden nunmehr unter dem Dach von Erasmus+ (20014-2020) weiter geführt (s. oben).


Einen Überblick zum Tempus-Programm finden Sie auf der Tempus-Webseite der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA). Der DAAD ist Nationale Kontaktstelle für das EU-Programm Tempus und berät deutsche Hochschulen zu Antragstellung und Projektmanagement.

Tempus bis 2013:

Ziele und Themen von Tempus

Allgemeines Ziel des Tempus-Programms ist es, die Modernisierung des Hochschulwesens in den EU-Nachbarregionen zu unterstützen. Die Themen für die Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Tempus-Partnerländern gliedern sich in drei Blöcke:

  • Reform der Lehrpläne: Modernisierung der Lehrpläne in Studienfächern, denen Tempus-Partnerländer Priorität beimessen, unter Nutzung des Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS), des dreistufigen Systems und der Anerkennung von Studienabschlüssen.

  • Reform der Hochschulführung: Hochschulverwaltung und Dienstleistungen für Studierende, Einführung einer Qualitätssicherung, institutionelle und finanzielle Autonomie und Rechnungslegungspflicht, gleichberechtigter und transparenter Zugang zur Hochschulbildung, Ausbau der internationalen Beziehungen

  • Hochschulen und Gesellschaft: Ausbildung von schulischen Lehrkräften, Entwicklung von Partnerschaften mit Unternehmen, Wissensdreieck Bildung-Forschung-Innovation, Lehrgänge für Behördenmitarbeiter, Entwicklung des lebenslangen Lernens, Qualifikationsrahmen

Förderfähige Aktivitäten / Laufzeit und Budget von Projekten

  • Welche Projekte können gefördert werden?

Gemeinsame Projekte (Joint Projects): Die Projekte zielen auf die Modernisierung von einzelnen Einheiten des Hochschulsystems ab (institutionelle Ebene) und können in den Bereichen Reform der Lehrpläne, Reform der Hochschulführung und Hochschulen und Gesellschaft beantragt werden.

Strukturmaßnahmen (Structural Measures): Die Projekte dienen der Modernisierung des gesamten Hochschulsystems in den jeweiligen Partnerländern (nationale Ebene) und können in den Bereichen Reform der Hochschulführung und Hochschulen und Gesellschaft beantragt werden. In Strukturmaßnahmen müssen die jeweiligen Bildungsministerien der beteiligten Tempus-Partnerländer eingebunden sein.

  • Welche Fördersumme kann beantragt werden? 500.000 Euro bis 1,5 Mio. Euro

  • Projektlaufzeit: 24 oder 36 Monate

  • Prioritäten: Für Gemeinsame Projekte und Strukturmaßnahmen benennen die Tempus-Partnerländer unterschiedliche Prioritäten, die im Anhang des jeweils aktuellen Aufrufs aufgeführt sind und im Rahmen der Antragstellung unbedingt berücksichtigt werden müssen.

Teilnahmeberechtigte Länder

Um eine Tempus-Förderung beantragen zu können, schließen sich Hochschulen aus den 27 EU-Mitgliedstaaten und den 27 Tempus-Partnerländern zu einem Konsortium zusammen.

Für nationale Projekte, also Projekte, die nur auf ein Tempus-Partnerland abzielen, müssen sich mindestens drei Hochschulen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten und mindestens drei Hochschulen aus dem entsprechenden Tempus-Partnerland zusammenschließen. Bei Projekten mit Kosovo und Montenegro ist aufgrund der geringen Größe nur die Beteiligung einer Hochschule aus dem Partnerland erforderlich.
In Mehrländerprojekten, also Projekten, die Einrichtungen aus mehreren Tempus-Partnerländern miteinschließen, müssen neben mindestens drei Hochschulen aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten zusätzlich mindestens jeweils zwei Hochschulen aus mindestens zwei verschiedenen Tempus-Partnerländern beteiligt sein. In jedem zusätzlichen Partnerland ist die Beteiligung von mindestens zwei Hochschulen erforderlich. Bei Projekten mit Kosovo und Montenegro ist aufgrund der geringen Größe nur die Beteiligung einer Hochschule aus dem Partnerland notwendig.

Tempus-Partnerländer:

Westlicher Balkan: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Serbien

Östliche Nachbarregion: Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Republik Moldau, Russische Föderation, Ukraine

Südliche Nachbarregion: Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästinensische Autonomiegebiete, Syrien, Tunesien

Zentralasien: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan

Folgende Länder sind teilnahme-, jedoch nicht förderberechtigt:
Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Türkei

Projektteilnehmer

Antragsteller
Der Tempus-Antrag wird von einer Hochschule (aus einem EU-Mitgliedstaat oder einem Tempus-Partnerland) im Namen aller Konsortialpartner gestellt. Die antragstellende Hochschule muss staatlich anerkannt sein. Handelt es sich beim Antragsteller um eine EU-Hochschule, so muss diese im Besitz einer gültigen ERASMUS-Hochschulcharta sein.


Weitere Projektteilnehmer
Als Partner können neben Hochschuleinrichtungen auch weitere Einrichtungen wie Rektoren-, Dozenten- und Studierendenorganisationen, NGOs, Sozialpartner oder deren Aus- und Weiterbildungsorganisationen, Handelskammern, Arbeitskammern und Berufsverbände, Unternehmen und Forschungseinrichtungen teilnehmen. Verwaltungsbehörden und Ministerien sind teilnahmeberechtigt, können jedoch nur Reise- und Aufenthaltskosten erhalten.
Zwischenstaatliche Organisationen können auf eigenfinanzierter Basis teilnehmen.


Nähere Informationen zu den folgenden Themen finden Sie hier:

Nationale Tempus-Kontaktstelle im DAAD

Dr. Marco Brückner
Tel.: +49 (0) 228 882-477
E-Mail: brueckner@daad.de

Elisabeth Tauch (Mo – Do, vormittags)
Tel: +49 (0)228 882-8651
E-Mail: tauch@daad.de

Stand: 09.09.2015